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  • Published: Mrz 30th, 2009
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Whisky Schiff 2009, Luzern

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Zu dritt kamen wir um ca. 18:00 beim Whisky-Schiff an, welches sich tollerweise gleich beim Bahnhof Luzern befand. Eintritt kostete 10 CHF, plus 3 CHF für ein Tastingglas, sowie 1 CHF pro Jeton, mit welchen man die Degustationen bezahlte. “Whisky-Schiff” ist eigentlich der falsche Begriff, richtigerweise müsste es “Whisky-Schiffe” heissen, da sich die ganze Veranstaltung über drei Schiffe erstreckte, welche man bequem über kleine Stege erreichte.

Als wir ankamen waren die  Schiffe schon relativ gut besucht und ich war erstaunt, neben uns selbst, soviele Junge Leute anzutreffen. Hätte ich nicht gedacht. Neben dem Degustieren von Whisky, befand sich auf einem Schiff eine Raucherlounge, auf wieder einem anderen ein Restaurant sowie Whisky-Glace. Desweiteren konnte man sich an verschiedenen Grilladen gütlich tun. Anders als an der Spiritissima, an welcher neben Whisky auch andere Produkte, wie Cognac, Rum und verschiedene Liköre angeboten wurden, konzentriete man sich hier primär auf Whisky. Rum konnte man zwar an 1-2 Ständen degustieren. Das wars dann aber auch.
Erwähnenswert waren allerdings die verschiedenen schottischen “Ales”, welche ebenso angeboten wurden.

Preislich war das Ganze sehr fair. Standardabfüllungen kosteten zwischen 1 – 3 CHF für 1cl. Wer wollte, konnte natürlich auch speziellere/ältere Abfüllung verkosten, welche dann auch bis ca. 50 CHF kosteten (war zumindest das Teuerste was ich fand). Geld habe ich trotzdem genug liegen gelassen…

Ich empfand auch die Stimmung als sehr gemütlich, man fühlte sich wohl und wurde von den Ausstellern auch beraten, wenn man z.t. etwas ratlos vor den Flaschen stand und sich nicht entscheiden konnte. Einige nahmen sich mehr Zeit, einige weniger. Positiv hervorheben muss ich hier die Leute von Glen Fahrn.

Ich werde nächstes Jahr auf jeden Fall wieder nach Luzern reisen!

Zum Schluss möchte ich noch ein paar Produkte erwähnen, die mir besonders gefallen haben.

Tamdhu 34y

34 Jahre verbrachte dieser Single Malt im Fass und besitzt als “Cask-Strength” nur noch knapp über 40 Volumenprozent. Ein milder Speyside Malt, der in der Nase leicht salzig und würzig ist. Am Gaumen süss, nach Beeren duftend und ein Anflug von Banane.

Glencadam 10y

Der Geruch von reifen Bananen erschlug mich hier fast. Dachte eigentlich, dass ich diese Art von Single Malt nicht mag, so kann man sich irren. Der Geruch nach reifen Bananen setzt sich auch am Gaumen fort. Dazu gesellt sich eine leichte Honignote, sowie ein Geschmack von Blumen (genauer kann ich es auch nicht definieren ;) )

Glenmorangie Signet

Die zehnjährige Standardabfüllung von Glenmorangie mag ich ja überhaupt nicht, aber vom Signet habe ich schon viel gutes gehört. Die Abfüllung schmeckt sehr stark nach Kakao und bitterer, dunkler Schokolade. Ein interessantes Erlebnis, welches mit über 200 CHF aber relativ teuer ist. Das Preisleistungsverhältnis empfinde ich ehrlichgesagt, nicht gerade als gut. Aber das ist wohl Geschmackssache.


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Bebbo Cocktail

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Endlich, die erste Eintrag in diesem Blog, der sich einem Cocktail widmet.

Dazu möchte ich etwas ausholen und einen Blick in die Vergangheit wagen.
Der Bebbo Cocktail basiert eigentlich auf dem Bee’s Knees Cocktail, welcher irgendwann während der Prohibiton (1919 – 1932) aufkam. Der genaue Ursprung ist leider nicht bekannt.

Der Begriff “Bee’s Knees” bedeutet umgangssprachlich “das Grösste/das Beste”. Gemäss diesem Link kann man die Enstehung des Begriffs mit der oben genannten Bedeutung ungefähr auf die erste Hälfte der 20er Jahre datieren, was bedeuten würde, dass der Bee’s Knees frühestens 1922, wohl aber eher später, das Licht der Welt erblickte. Der Bebbo-Cocktail wiederum wäre natürlich noch später anzusiedeln. Eventuell sogar in den 1930er Jahren.
Soweit zur Geschichte, doch nun zum eigentlichen Cocktail.

The Bebbo Cocktail

The Bebbo Cocktail

4.5cl Gin
2cl frischer Zitronensaft
2BL Honig
0.6cl Orangensaft

CocktailDB.com und Ted Haigh verwenden bis zu 3cl Zitronensaft, was mir aber definitiv zu viel ist.

Alle Zutaten in den Shaker und zuerst mal ohne Eis kräftig rühren, damit der Honig aufgelöst wird (es empfiehlt sich flüssiger Honig). Danach alles kräftig auf Eis schütteln und in einen vorgekühlte Cocktailschale abseihen. Ted Haigh schlägt in seinem Buch Vintage Spirits and Forgotten Cocktails eine Kirsche als Garnierung vor. Da ich keine Kirsche zur Hand hatte, nahm ich eine Zitronenzeste.

Ich habe den Cocktail mit verschiedenen Gins ausprobiert. Das beste Ergebnis lieferten Tanqueray und Hendrick’s Gin. Eher florale Gins oder solche auf der “Zitrus-seite” der Gins, funktionieren hier weniger gut und gehen etwas unter. Darum eher einen wachholderlastigen Gin benutzen.

Als Honig kam flüssiger Max Havelaar Honig zum Einsatz. Als Alternative versuchte ich das Ganze noch mit einem Thymian-Honig (zu beziehen in der Migros für ca. 6 CHF) was auch zu einem interessanten, etwas herberen Ergebnis führte. Hier ist allerdings Vorsicht mit dem relativ intensiven Honig geboten. Schnell unterdrückt er selbst Tanqueray.

Der Bebbo-Cocktail ist ein schöner, einfacher und ausgewogener Cocktail, der selbst mit einem Anfängerbarstock ohne Probleme gemixt werden kann.

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The Dalmore 12y

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Heute möchte ich euch den Dalmore 12y einen schottischen Single Malt aus den Highlands vorstellen. Dalmore wird in der Nähe von Aleness etwas nördlich von Iverness hersgestellt und die Destillerie wurde ca. 1839 von Alexander Matheson gegründet. Seit 2007 befindet sie sich im Besitz von United Spirits Limited.

Das Symbol von Dalmore, der Hirsch (Stag), ein Zwölfender, basiert auf auf einer Legende, nach der im Jahre 1263 ein Vorfahre des McKenzie Clans König Alexander III mit einem einzigen Pfeil vor einem Hirsch gerettet hat. Dankbar gewährte der König dem Vorfahr das Recht fortan einen Hirschkopf auf seinen Waffenröcken zu tragen. Da sich die Destillerie lange im Besitz des McKenzie Clans befand, übernahm man dieses Symbol auch für den Whisky.

Doch nun zum Produkt:
The Dalmore 12yWährend frühere Ausführungen des Dalmore 12y 70% in amerikanischen Eichenfässern und 30% in Oloroso Sherry Fässern lagerte, beträgt der heutige Anteil 50/50.

Der Dalmore kommt in einer schicken schwarzen Kartonverpackung, welche neben dem Whisky auch eine kleine, schön aufgemachte Broschüre mit den anderen Produkten von Dalmore enthält.

Die Farbe des Whisky kann man am ehesten als Mahagonifarben bezeichnen (leicht rötlich).
In der Nase fällt sofort der Duft von Wiese/Gras auf, welchem bald subtile Noten von Honig und Vanille folgen, sowie eine leicht fruchtige Note. Wer hier Torf oder Rauch sucht, ist definitiv am falschen Ort.

Der angenehme Duft nach Gras findet sich dann auch am Gaumen wieder. Doch hier gesellt sich noch der Geschmack von Bittterorangen dazu, welcher mich an Cointreau erinnert. Natürlich wird die Intensität dieses Likörs bei weitem nicht erreicht, was auch sehr verwunderlich wäre, trotzdem war dies die erste Assozation welche mir beim Trinken in den Sinn kam. Hinzukommt, wie in der Nase, wieder ein schöner Honiggeschmack.

Den Abgang finde ich relativ unspektakulär, bleibt aber noch lange in Form von Getreide und Malz im Mund hängen. Ich bin der Meinung ganz leichte (Betoung auf “ganz leicht”) Rauchtöne zu schmecken.

Ich finde den Dalmore 12y eine tolles Produkt.
Sicherlich kein Charakterkopf wie z.b. Laphroaig 10y, aber es muss auch nicht immer ein Torf/Rauch Monster von Islay sein. Gerade der nach Wiese/Gras duftende Charakter gefällt mir.

In meinen Augen auch empfehlenswert für jemanden der den Einstieg in die Welt der (schottischen) Single Malts versucht.

Zu beziehen gibt’s diesen Tropfen für ca. 66 CHF bei Glen Fahrn oder schuewo.ch. Wer in Winterthur wohnt, kann auch beim Traité an der Stadthausstrasse vorbeischauen. Allerdings kenne ich hier den Preis nicht.

So, das war’s mit der ersten Produktvorstellung. Ich hoffe ihr hattet Spass und auf baldiges “wiederlesen”!

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  • Published: Mrz 20th, 2009
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Ein kleiner Ausblick und eine Ankündigung

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Lang ists her seit ich hier was geschrieben habe. Das soll natürlich nicht so bleiben, aber ich hatte in letzter Zeit allerhand zu tun.

Doch zuerst einmal zur Ankündigung, welche die Bartests in Winterthur betrifft.
Es sind ja erst zwei Tests online, doch getestet (noch nicht so ausführlich wie eigentlich geplant) sind bereits fünf Locations, also knapp 1/5 aller Bars.

Ich werde diesen Bartest in der jetzigen Form mit sofortiger Wirkung einstellen. Auch die drei übrigen getesteten Bars (Das schmale Handtuch, die Loge, Kafisatz) werden nicht online gestellt.

Warum dieser Schritt?
Kurz: Ich habe weder Zeit noch Geld um mich mit solchen “Bars” herumzuschlagen. Oder wie bereits andere Leute erwähnten: “Das Leben ist kurz für schlechte Drinks”.

Bereits in diesen 5 Bars wurde ich auf eine harte Probe gestellt und manch “abenteuerliches” erlebt. Da wären die Gin Sour, welche primär sauer und zuckrig waren, ein roter Mai Tai, Manhatten im Tumbler. Kurz, nichts erfreuliches für die Geldbörse und noch viel weniger für den Gaumen.
Mich jetzt noch durch über 20 andere Bars zu kämpfen, und bei den meisten wäre es nichts anderes, möchte ich wirklich nicht.

Ich möchte hier über das Geniessen von Cocktails und Spirituosen berichten, von guten Bars und Locations. Und nicht von Dingen, die sich nicht lohnen.
Dies sollte nicht falsch verstanden werden. Es gibt in Winterthur mindestens eine gute Bar, doch diese kannte und schätzte ich bereits im Vorfeld (ich hoffe natürlich, dass es noch weitere Perlen gibt). Über diese Bars werde ich gerne berichten. Die Bars welche hier im Blog nicht auftauchen, halte ich entweder nicht für lohnenswert oder ich kenne sie nicht ;)

Ein Ausblick

Nach zwei Wochen Schreibabstinenz hat sich natürlich das eine oder andere Thema angesammelt bzw. wurde in den zwei Wochen behandelt und muss noch zu “Papier” gebracht werden.

Neben der Vorstellung eines Single Malts und eines süssen Wermuts (nein, nicht Carpano Antica Formula), wird endlich der erste Cocktail behandelt. Desweitern werde ich natürlich auch vom Whisky-Schiff in Luzern berichten.

Das ist natürlich erst ein kleiner Ausblick (ca. 1 1/5 Wochen), mehr wird natürlich folgen.

Viel Spass!

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Spiritissima 2009

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Am Samstag fand im Sihlcity, Zürich zum zweiten Mal die von Glen Fahrn organisierte Spirituosenmesse “Spiritissima” statt. Im sogenannten “Papiersaal”, im ersten Stock, präsentierten neben Glen Fahrn, verschiedene andere Aussteller wie z.b. Käser, Diageo oder Campari ihre Produkte. 500m2 umfasste die Ausstellung, was weniger ist, als vermuten könnte. Ich persönlich fand die Grösse gerade richtig, nicht zu gross nicht zu klein. Es gab während keiner Zeit ein Gedränge o.ä., auch wenn sich die Halle gegen Ende des Nachmittags doch ganz schön gefüllt hatte. Natürlich konnte man die verschiedenen Produkte auch verkosten, dazu musste man eine Degustationskarte im Wert von 20 CHF, sowie ein Tastingglas für 5 CHF (Depot) kaufen. Sehr schön: Sollte eine Degustationskarte nicht vollständig aufgebraucht sein, kriegte man den Restbetrag zurück. Allgemein ist zu sagen, die Preise waren in meinen Augen sehr fair bemessen. So kostete eine Standardabfüllung eines Whiskies zwischen 1 und 3 CHF pro Probe (1cl). Hochgerechnet auf 4cl, welche oft in Bars angeboten werden, ein toller Preis.

Doch was wurde überhaupt angeboten?
Vor allem Whisky-Freunde kamen auf ihre Kosten, stellte diese Spirituose doch das Hauptangebot dar. Aber auch Rum, Cognac, Wein und (ein wenig) Gin wurden Angeboten (plus weitere Produkte, wie Liköre etc.). Neben Standardabfüllung bot sich Interessierten auch die Chance Raritäten, auch hier vor allem Single Malts, zu verkosten. Die waren dann natürlich etwas teurer als 3 CHF, aber eine tollen Chance Produkte zu testen, die ich mir privat wohl eher nicht anschaffen werde/kann/will. Die Aussteller waren alle sehr freundlich und gaben sich wirklich Mühe, einem die verschiedenen Produkte näher zu bringen oder bein Nachfrage ein Produkt zu empfehlen. Einziger Wermutstropfen, war, dass man die Produkte nicht direkt kaufen und mitnehmen konnte, sondern nur über Glen Fahrn bestellen. Ehrlich gesagt, ein Wermutstropfen der praktisch nicht ins Gewicht fällt, in Anbetracht der ansonsten tollen Messe.
Ich persönlich hoffe, dass auch nächstes Jahr wieder eine “Spiritissma” im ähnlichen, sprich nicht zu grossen Rahmen, stattfindet.

Natürlich möchte ich gerne noch ein paar Produkte erwähnen, die mich persönlich begeistern konnten (die Verkostungsnotizen sind meine subjektiven Empfindungen und die eines Anfängers ;) ):

Lagavulin 21y

Schon die 16 jährige Standardabfüllung finde ich sehr gelungen, also dachte ich, dass ich mal diese etwas ältere Spezialabfüllung verkoste. Zu kaufen gibt es diesen Single Malt soweit ich weiss nur noch selten für ca. 300 -500 CHF pro Flasche. Der 21 jährige ist auf jeden Fall ein toller Single Malt, der weniger torfig und rauchig daherkommt als der 16 jährige. Ich fand die “Mischung” zwischen dem typischen Islay-Charakter und der angenehmen Frucht/Süsse toll. Ein sehr komplexes/vielseitiges Erlebnis.

Nase: Vanille, Caramel, leicht Torf

Gaumen: Torf, geräuchertes Fleisch, Rauch, fruchtige Süsse

Abgang: torfig

St. Etienne XO

Ein 8 Jahre gereifter Agricole Rum aus Martinique. Agricole Rum kannte ich bisher kaum, und wenn nur als Rum zum Mixen (Saint James Royal Ambre). St. Etienne ist für 125 CHF bei Glen Fahrn erhätlich.

Nase: dunkle Schokolade, Holz

Gaumen: dunkle, bittere Schokolade, Holz, frisches Zuckerrohr, würzig, süss

Abgang: würzig

Caol Ila 12y

Wie auch der Lagavulin ein Single Malt der Classic Malt Collection von Diageo. Und auch wieder Lagavulin ein Islay-Whisky, allerdings aus dem Norden der Insel. Da ich dem Islay-Charakter eher zugetan bin, musste ich diese Standardabfüllung natürlich verkosten. Caol Ila 12y ist in meinen Augen einges milder als z.b. Lagavulin oder Laphroaig. Kostenpunkt: ca. 60 CHF bei Glen Fahrn.

Caol Ila 12y Nase: Torf, Rauch

Gaumen: Torf, Rauch (aber eher mild), frische Birnen

weitere Erwähnungen

Käser bot einen interessanten Schokoladengeist an, der an eine bittere, dunkle Schokolade erinnerte. Sicherlich interessant zum mixen.

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Bartest in Winterthur: Cotton Corner Bar

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Als zweite Bar im Test war die Cotton Corner Bar, welche sich an der Ecke Museumsstrasse/Merkurstrasse  gleich beim Bahnhof befindet, an der Reihe.
Die Cotton Corner Bar (Baumwoll-Eck) gehört zu einem Unternehmen welches im internationalen Baumwollhandel tätig ist. Wie auch die Fahrenheit-Bar bietet die Cotton Corner Bar tagsüber verschiedene Menus (Grillspezialitäten) an.

Gleich beim betreten der Bar fällt auf, dass die Theke in einem oval angeordnet ist.  Der Arbeitsbereich der Barkeeper befindet sich innerhalb dieses Ovals, während rundherum Sitzgelegenheiten in Form von Barhockern vorhanden sind. Neben dieser Theke, welche eine Grossteil des Raums einnimmt,  befinden sich auch noch einige Sofas im Raum. Die gesamte Bar ist in schummriges, rötliches Licht getaucht. Störend empfand ich die etwas zu laute Musik (ausserdem gar nicht mein Geschmack ;) ).

Als wir spätabends die Bar besuchten, war diese etwa halbvoll. Im Gegensatz zur Fahrenheit-Bar war der Altersdurchschnitt hier etwas höher.
Wir setzten uns also an die Theke und ordeten einen Manhatten, was sogleich zur ersten Entäuschung führte. Manhatten steht nicht auf der Karte, ergo gibt’s ihn nicht. Nun gut, so warfen wir als einen Blick in die nicht gerade üppige und für mich etwas entäuschende Barkarte. Nach kurzem Durchblick ebendieser bestellte ich einen Gin Sour, welcher nach kurzer Zeit auch kam und mich erst einmal leer schlucken lies. Was da vor mir stand, ähnelte in keinster Weise dem was ich erwartet habe. Serviert in einem Old Fashioned Glas mit Crushed Ice gefüllt, schwappte eine gelblich-bräunliche Flüssigkeit umher (und ein Strohhalm). (Ich dachte immer, Gin, Zuckersirup und Limettensaft seien eigentlich nicht für ihre gelbe Farbe bekannt).
Nach dem ersten Schluck war auch klar, was die gelbe Frabe war: Orangensaft (zur bräunlichen Färbung komme ich später ;-) )
Jetzt kann man darüber streiten, ob Orangesaft in einen Sour darf oder nicht. Grundsätzlich sollte ein Cocktail schmecken und wenn also jemanden seinen Sour mit Orangensaft will, dann will er es halt so. Auch wenn ich es nicht verstehe, da ich denke, dass man mit grosszügiger Zugabe von Fruchtsäften eher schlechte Qualität der Zutaten kaschieren will, als irgendwas anderes. Desweiteren sollte ein Sour doch den Charakter der Grundspirituose wiedergeben. Fruchtsäfte sind für dieses unterfangen eher hinderlich.
Auf jeden Fall wandte ich mich etwas erstaunt an die Barkeeperin, warum den da Orangensaft drin sei, ich kenne das anders. Lapidare Anwort ihrerseits: “Das stehe ja auch so in der Karte”. Nun, da mag sie wohl recht haben, es stand wirklich in der Karte (und ich bin somit selber schuld), aber die Art und Weise, fand ich befremdlich. Es schien, als wäre gar kein Interesse am Gast vorhanden. “Was nicht auf der Karte steht, wird nicht gemacht und wenn es dir nicht passt wie es gemacht wird, dann hast du halt Pech gehabt. “. Guter Service geht anders.

Aber zurück zum Drink, bei dem ich zugeben muss, dass ich die Zubereitung total verpennt habe (deshalb auch ein zweiter Test, siehe weiter unten).
Viel zu sagen gibt es nicht. Er schmeckte nach Orangensaft mit Alkohol. Vielleicht war es Gin, vielleicht Wodka, vielleicht aber auch nur Neutralalkohol.
Ich trank aus, bezahlte die 16 (!) CHF und wir verliessen die Bar, etwas verärgert und entäuscht.
Trotzdem war ich entschlossen, der Bar noch einen weiteren Besuch abzustatten, was ich dann auch tat.

Nachdem letzten Erlebnis, war ich mir nicht sicher was ich mir diesmal bestellen sollte. Planter’s Punch? Ne, lieber nicht. Die eine Barkeeperin erkannte mich noch vom letzten Mal und meinte, dass ich jetzt ja wisse, dass sie einen Sour mit Orangensaft machen.
Also versuchte ich es erneut und bestellte wieder einen Gin Sour, diesmal mit dem Wunsch, keinen Orangensaft hinzuzugeben. Eigentlich hätte ich bereits bei der Reaktion (diesmal eine andere Barkeeperin) auf meinen Wunsch die Bestellung zurückziehen sollen und ein Bier bestellen. Die Reaktion? Erstaunen, durchsetzt mit leichtem Unglauben…
Auf jeden Fall machte sie sich dann daran, den Gin Sour zuzubereiten.
Ein wenig Gin (Gordon’s)
etwas doppelt soviel Zitronensaft aus der PET-Flasche (nicht frisch) und drei Teelöffel brauner Zucker (jetzt wissen wir auch, woher die bräunliche Farbe kommt).
Das Ganze mit Crushed Ice füllen, sachte schütteln. Fertig!

Es erinnerte mehr an eine “Bar”, welche sich in einer Disco o.ä. befindet, als an ein Betrieb, welcher sich selbst “Bar” nennt.  Während man in anderen Bars spürt, dass der Gast wichtig ist und der Barkeeper Spass hat, fehlt dies hier leider.

Während der erste Gin Sour einfach langweilig und belanglos war, war dieser schlicht und einfach ungeniessbar. Da passte gar nix, wenn man ihn mit dem Strohhalm trank, hatte man immer lecker Zuckerkörner im Mund und vom “Geschmack” möchte ich gar nicht reden. Auf ihre Frage, ob er schmecke, verneinte ich und meinte, dass ich Sours eigentlich im Verhältnis 5-2-1 (ungefäht) kenne und, dass man den Gin gar nicht richtig schmecke, worauf sie antwortete, dass hier sicherlich 4cl Gin drin seien. Meine Entgegnung, dass aber sicherlich doppelt soviel Zitronensaft drin sei, liess sie unkommentiert.
Ich liess den Cocktail stehen, bezahlte und ging, mit der Absicht diese “Bar” nicht mehr zu besuchen.

Fazit

keine EmpfehlungDefinitiv keine Empfehlung. Eigentlich hatte ich erwartet, dass diese Bar zu den Bessern in Winterthur gehört.
Die Cotton Corner Bar präsentiert sich zwar als Bar, aber die Cocktails werden lieblos zusammengeschüttet und man scheint kein wirkliches Interesse am Gast zu haben (geschweige denn an der Materie). Nur die für Winterthur sehr hohen Preise, sind auf dem Niveau einer guten Bar.

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  • Published: Mrz 1st, 2009
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Bartest in Winterthur: Fahrenheit Bar

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Wie versprochen gibt es heute den ersten Test zu einer Winterthurer Bar.

Die Premiere macht die Fahrenheit Bar, welche sich in der Winterthurer Altstadt, genauer an der Steinberggasse 65, in der Nähe des Kino Kiwi befindet.
Gegründet wurde die Bar im Jahr 2005 und bietet 50 Sitzplätze im innern, sowie 60 Gartensitzplätze an. Erwähnenswert ist, dass den Gästen gratis W-LAN zur Verfügung steht. Am Abend beim Cocktailtrinken zwar eher unwichtig, aber tagsüber wird aus der Fahrenheit Bar ein Café, dass über Mittag auch verschiedene Menues anbietet.
Auf der Website der Bar kann man sich die Barkarte anschauen, welche auf den ersten Blick einige angenehmen Überraschungen bietet, die man sonst nicht auf jeder (Winterthurer) Barkarte findet (z.b. Pisco Sour).

Nun, Freitag abend also, machte ich mich auf diese Bar zu testen. Als ich um kurz vor halb neun die Bar betrat, war sie schon ordentlich voll, vornehmlich mit eher jüngeren Leuten. Die meisten sassen an schwarzen Bistro-Tischen und was sofort auffiel: die meisten tranken Bier oder Wein, praktisch niemand genoss einen Cocktail.
Ich “kämpfte” mich also zur metallenen Bartheke, welche etwa 7-8 Leuten Platz bot durch und nahm Platz. Die Spirituosen, welche hinter der Theke auf den Regalen standen, entsprachen alle etwa dem Standard, den man sich in einer “normalen” Bar der Schweiz gewöhnt ist. Likör von Bols, Four Roses Bourbon etc. Daneben noch eine schöne Auswahl Single Malts.

Da wie bereits erwähnt, bereits einiges los war musste ich etwas warten, bis mich die Servicefachangestellte nach meinem Wunsch fragte. Als ich einen Manhatten, wenn möglich mit Bourbon bestellte, meinte sie, dass sie den Barkeeper (war grad unterwegs am kassieren) informieren werde. Der Barkeeper, ein Mann irgendwo zwischen 40 und 50 schätze ich, kam und begang sogleich einen Manhatten (auf der Karte mit Canadian Whisky) zuzubereiten. Die Information, dass ich den Manhatten gerne mit Bourbon gehabt hätte, schien nicht bis zu ihm durchgedrungen zu sein. Egal, ich lies ihn gewähren und war auf das Ergebnis gespannt.
Als erstes gleich mal ein positiver Eindruck, die Gläser werden mit Eiswürfel vorgekühlt.
Der weitere Verlauf war dann etwas weniger positiv. So wurde zwar ein Barmass benutzt, um die Zutaten abzumessen, aber insgesamt wirkte der Barkeeper etwas fahrig, nervös und unsicher. Es schien mir als hätte er das Rezept für den Manatten zuerst nachschlagen müssen (mein Eindruck, ob das den Tatsachen entspricht, kann ich nicht sagen). Auch die Handgriffe wirkten fahrig, gestresst. Dazu muss man fairerweise auch erwähnen, dass immer wieder Leute kamen, die jetzt unbedingt zahlen wollten auf irgendwie penentrante Art und Weise, obwohl sie sahen, dass der gute Mann gerade beschäftigt war. Der Barkeeper quittierte das Verhalten dann auch entsprechend mürrisch und genervt. Das ist zwar verständlich, über die Notwendigkeit lässt sich streiten.
Wie dem auch sei, nachdem Canadian Club und Punt e Mes hinzugefügt wurden, träufelte der Barkeeper noch zwei Tropfen Angostura in den Drink. Viel zu wenig in meinen Augen.
Nachdem der Drink gerührt wurde, nahm der Barkeeper das vorgekühlte Glas und kippte die Eiswürfel darin zurück in seinen Eisbehälter. Nicht so toll!
Dieses Verhalten, der sehr sparsame Einsatz von Eis (als wäre es Gold) zog sich durch den gesamtem Abend (mehr dazu unten)

Doch wie schmeckte denn jetzt der Manhatten?
Leider nicht besonders.
Der Drink schmeckte nicht rund. Der Canadian Club, der ja die Grundspirituose war, verrichtete seinen Job mehr Schlecht als Recht und schmeckte primär nach Alkohol und etwas Whisky. Der Punt e Mes schien den Whisky eher zu unterdrücken, als zu unterstützen und vom Angostura spürte man überhaupt nichts.

Erfreulich war, dass sich der Barkeeper trotz Stress etc. erkundigte, ob der Manhatten schmecke. Auf meine Antwort, dass ich ihn eher mit Bourbon mag, meinte er, dass ich ihm dies das nächste Mal sagen solle.

Als zweites bestellte ich einen Gin Sour (mit Bombay Sapphire 40%). Auch hier wurde das Glas vorgekühlt. Leider verzichtete man auf frischen Zitronensaft, andererseits verwendete man dafür scheinbar selbstgemachten Zuckersirup. Sicherlich kein Trost, aber in meinen Augen doch eine Erwähnung wert. Der Sour wurde dann geschüttelt und in das vorbereitete Glas, in dem sich keine Eiswürfel befanden (!), abgeseiht. Dies wurde bei allen Sours so gemacht, wie ich beobachten konnte. Auf die Frage, ob das so OK sei, verlangte ich nach ein paar Eiswürfel,  die mir auch ohne Probleme oder Diskussionen in den Drink gegeben wurden. Geholfen hat es leider nicht viel, mein Gin Sour war viel zu warm, mann schmeckte, dass hier kein richtiger Zitronensaft verwendet wurde und, dass der Drink einfach nicht stimmig war (was auch am verwendeten Gin liegen kann).

Nach diesen zwei Drinks und knapp 40min hatte ich dann genug gesehen, bezahlte 25 CHF (ein fairer Preis) und verliess die Bar etwas entäuscht.

Entäuscht vor allem auch, weil ich der Meinung bin, dass der Wille gute Cocktails zu kreeiren (und nicht einfach Zutaten zusammen zu schütten) seitens des Barkeepers eigentlich vorhanden ist und, dass er sich Mühe gab. Nur denke ich, dass ihm die Übung fehlt. Und wenn man sich den Klientel der Bar ansieht, weiss man auch warum, dies so ist. Wenn niemand Cocktails bestellt, was soll den ein Barkeeper tun?
(Ich weiss, eine vereinfachte Sicht der Dinge, aber ein “Problem”, auf dass ich sicherlich noch mehrmals zu sprechen komme)

Die nächsten beiden Bars, zu welchen hier Tests erscheinen, sind “das schmale Handtuch” sowie die “Cotton Corner Bar”, welche ich beide bereits am Freitag besucht habe.

Fazit

Nur eine beschränkte Empfehlung. Zwar gibt man sich Mühe, aber die Qualität der Cocktails stimmt leider  nicht. Preise sind Ok.
Vielleicht eher ein Bier (Leffe) oder einen Wein trinken (was eigentlich wiederum “schlecht” ist, siehe oben)

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