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Bartest in Winterthur: Fahrenheit Bar

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Wie versprochen gibt es heute den ersten Test zu einer Winterthurer Bar.

Die Premiere macht die Fahrenheit Bar, welche sich in der Winterthurer Altstadt, genauer an der Steinberggasse 65, in der Nähe des Kino Kiwi befindet.
Gegründet wurde die Bar im Jahr 2005 und bietet 50 Sitzplätze im innern, sowie 60 Gartensitzplätze an. Erwähnenswert ist, dass den Gästen gratis W-LAN zur Verfügung steht. Am Abend beim Cocktailtrinken zwar eher unwichtig, aber tagsüber wird aus der Fahrenheit Bar ein Café, dass über Mittag auch verschiedene Menues anbietet.
Auf der Website der Bar kann man sich die Barkarte anschauen, welche auf den ersten Blick einige angenehmen Überraschungen bietet, die man sonst nicht auf jeder (Winterthurer) Barkarte findet (z.b. Pisco Sour).

Nun, Freitag abend also, machte ich mich auf diese Bar zu testen. Als ich um kurz vor halb neun die Bar betrat, war sie schon ordentlich voll, vornehmlich mit eher jüngeren Leuten. Die meisten sassen an schwarzen Bistro-Tischen und was sofort auffiel: die meisten tranken Bier oder Wein, praktisch niemand genoss einen Cocktail.
Ich “kämpfte” mich also zur metallenen Bartheke, welche etwa 7-8 Leuten Platz bot durch und nahm Platz. Die Spirituosen, welche hinter der Theke auf den Regalen standen, entsprachen alle etwa dem Standard, den man sich in einer “normalen” Bar der Schweiz gewöhnt ist. Likör von Bols, Four Roses Bourbon etc. Daneben noch eine schöne Auswahl Single Malts.

Da wie bereits erwähnt, bereits einiges los war musste ich etwas warten, bis mich die Servicefachangestellte nach meinem Wunsch fragte. Als ich einen Manhatten, wenn möglich mit Bourbon bestellte, meinte sie, dass sie den Barkeeper (war grad unterwegs am kassieren) informieren werde. Der Barkeeper, ein Mann irgendwo zwischen 40 und 50 schätze ich, kam und begang sogleich einen Manhatten (auf der Karte mit Canadian Whisky) zuzubereiten. Die Information, dass ich den Manhatten gerne mit Bourbon gehabt hätte, schien nicht bis zu ihm durchgedrungen zu sein. Egal, ich lies ihn gewähren und war auf das Ergebnis gespannt.
Als erstes gleich mal ein positiver Eindruck, die Gläser werden mit Eiswürfel vorgekühlt.
Der weitere Verlauf war dann etwas weniger positiv. So wurde zwar ein Barmass benutzt, um die Zutaten abzumessen, aber insgesamt wirkte der Barkeeper etwas fahrig, nervös und unsicher. Es schien mir als hätte er das Rezept für den Manatten zuerst nachschlagen müssen (mein Eindruck, ob das den Tatsachen entspricht, kann ich nicht sagen). Auch die Handgriffe wirkten fahrig, gestresst. Dazu muss man fairerweise auch erwähnen, dass immer wieder Leute kamen, die jetzt unbedingt zahlen wollten auf irgendwie penentrante Art und Weise, obwohl sie sahen, dass der gute Mann gerade beschäftigt war. Der Barkeeper quittierte das Verhalten dann auch entsprechend mürrisch und genervt. Das ist zwar verständlich, über die Notwendigkeit lässt sich streiten.
Wie dem auch sei, nachdem Canadian Club und Punt e Mes hinzugefügt wurden, träufelte der Barkeeper noch zwei Tropfen Angostura in den Drink. Viel zu wenig in meinen Augen.
Nachdem der Drink gerührt wurde, nahm der Barkeeper das vorgekühlte Glas und kippte die Eiswürfel darin zurück in seinen Eisbehälter. Nicht so toll!
Dieses Verhalten, der sehr sparsame Einsatz von Eis (als wäre es Gold) zog sich durch den gesamtem Abend (mehr dazu unten)

Doch wie schmeckte denn jetzt der Manhatten?
Leider nicht besonders.
Der Drink schmeckte nicht rund. Der Canadian Club, der ja die Grundspirituose war, verrichtete seinen Job mehr Schlecht als Recht und schmeckte primär nach Alkohol und etwas Whisky. Der Punt e Mes schien den Whisky eher zu unterdrücken, als zu unterstützen und vom Angostura spürte man überhaupt nichts.

Erfreulich war, dass sich der Barkeeper trotz Stress etc. erkundigte, ob der Manhatten schmecke. Auf meine Antwort, dass ich ihn eher mit Bourbon mag, meinte er, dass ich ihm dies das nächste Mal sagen solle.

Als zweites bestellte ich einen Gin Sour (mit Bombay Sapphire 40%). Auch hier wurde das Glas vorgekühlt. Leider verzichtete man auf frischen Zitronensaft, andererseits verwendete man dafür scheinbar selbstgemachten Zuckersirup. Sicherlich kein Trost, aber in meinen Augen doch eine Erwähnung wert. Der Sour wurde dann geschüttelt und in das vorbereitete Glas, in dem sich keine Eiswürfel befanden (!), abgeseiht. Dies wurde bei allen Sours so gemacht, wie ich beobachten konnte. Auf die Frage, ob das so OK sei, verlangte ich nach ein paar Eiswürfel,  die mir auch ohne Probleme oder Diskussionen in den Drink gegeben wurden. Geholfen hat es leider nicht viel, mein Gin Sour war viel zu warm, mann schmeckte, dass hier kein richtiger Zitronensaft verwendet wurde und, dass der Drink einfach nicht stimmig war (was auch am verwendeten Gin liegen kann).

Nach diesen zwei Drinks und knapp 40min hatte ich dann genug gesehen, bezahlte 25 CHF (ein fairer Preis) und verliess die Bar etwas entäuscht.

Entäuscht vor allem auch, weil ich der Meinung bin, dass der Wille gute Cocktails zu kreeiren (und nicht einfach Zutaten zusammen zu schütten) seitens des Barkeepers eigentlich vorhanden ist und, dass er sich Mühe gab. Nur denke ich, dass ihm die Übung fehlt. Und wenn man sich den Klientel der Bar ansieht, weiss man auch warum, dies so ist. Wenn niemand Cocktails bestellt, was soll den ein Barkeeper tun?
(Ich weiss, eine vereinfachte Sicht der Dinge, aber ein “Problem”, auf dass ich sicherlich noch mehrmals zu sprechen komme)

Die nächsten beiden Bars, zu welchen hier Tests erscheinen, sind “das schmale Handtuch” sowie die “Cotton Corner Bar”, welche ich beide bereits am Freitag besucht habe.

Fazit

Nur eine beschränkte Empfehlung. Zwar gibt man sich Mühe, aber die Qualität der Cocktails stimmt leider  nicht. Preise sind Ok.
Vielleicht eher ein Bier (Leffe) oder einen Wein trinken (was eigentlich wiederum “schlecht” ist, siehe oben)

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