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Schottlandreise 2/8

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Wie versprochen, möchte ich euch heute zwei Speyside-Destillerien und deren Whisky vorstellen.

Bei der ersten Destillerie handelt es sich um Aberlour, welche sich im Städtchen Charleston-of-Aberlour mitten in der Speyside befindet. Aberlour ist vor allem in Frankreich eine sehr starke Marke.

Gegründet wurde Aberlour 1826 von James Gordon und Peter Weir gegründet. 1879 wurde die Destillerie durch ein Feuer zerstört und wieder aufgebaut (nicht an derselben Stelle). Bereits 1898 wurde ein Grossteil der Brennerei und der Whiskyvorräte durch ein weiteres Feuer, welches durch eine Explosion in der Mühle ausgelöst wurde, nochmals zerstört.

Aberlour mälzt, wie viele Destillieren, nicht selber, sondern kauft ihr Malz von industriellen Betrieben.

Neben der 10 jährigen Abfüllung, welche in Bourbon -und Sherryfässern reift, bietet Aberlour einen 15 jährigen Single Malt an, welcher zusätzlich ein Sherryfinish erhalten hat. Desweitern befindet sich mit a’bunadh ein Whisky im Portfolio welcher exklusiv in Sherryfässern reifte. Weitere Abfüllungen sind für den Duty Free oder exklusiv für Frankreich bestimmt.

Wir hatten Glück, den als wir bei der Destillerie ankamen, fuhr gerade ein Bus mit einer deutsch/schweizerischen Gruppe vor, der wir uns anschliessen durften. Kostenpunkt für die gesamte, beinahe 2 Stunden dauernde Führung: 10 Pfund. Inklusive ist dabei ein umfangreiches Tasting am Schluss der Führung.

Ich kann euch leider nicht viele Bilder der Destillerie bieten, da fotografieren aus Sicherheitsgründen verboten war. Naja…

Die Führung an und für sich war gut. Man merkte allerdings, dass sie eindeutig auf Touristen aufgelegt war, will heissen, in den anderen beiden Destillieren, welche wir besuchten, erfuhren wir mehr von der Materie und Technik. Unterhaltsam und spannend war es aber trotzdem, was nicht zuletzt an unserem Guide (einem gebürtigen Engländer) lag. Der mit viel Witz und Charme (klar war vieles einstudiert) durch die Destillerie führte.
Man konnte eine Blick in die Maischbottiche werfen, die Würze probieren, sowie eine Nase voll aus den Gärbottichen nehmen, was unser Guide wohl besonders witzig fand. Haltet die Nase nie zu tief rein, es ist zwar witzig zu beobachten, wie es andere tun, aber tut es selber nicht. Der Geruch ist so agressiv, man hatte für einen Moment das Gefühl, dass man sich jetzt jegliches Gewebe in der Nase weggeätzt hat.

Ein Foto von den Potstills konnte ich dann trotzdem noch knippsen (von aussen)

Nach der eigentlich Besichtung ging es dann zum wohlverdienten Tasting im Warehouse n1.
Dort erwarteten uns jeweils sechs bereitgestellte Gläser, gefüllt mit den verschiedenen Abfüllungen von Aberlour (plus eines mit dem Feinbrand).
Zum Glück war ich heute nicht der Fahrer :)

Ich muss leider gestehen, ich weiss nicht mehr bei allen Glästern, um welche Abfüllungen es sich jeweils gehandelt hat.

Den 10 jährigen kannte ich bereits und bisher empfand ich ihn als relativ langweiliges, harmloses Produkt. Dies änderte sich auch nicht mit diesem Tasting. Irgendwie ist mir dieser Whisky zu belanglos oder meine Nase ist einfach (noch) zu unausgebildet.

Ganz anders allerdings Aberlour a’bunadh: Beim Single Malt Tasting, welches im C&D Forum veranstaltet wurde, platzierte er sich in meiner Liste noch im Mittelfeld mit 6/10 Punkten. Nun, das wäre heute nicht mehr der Fall. Dieses Hammerprodukt hat mehr verdient. Eine richtig schöne Sherrybombe!

Es ist immer wieder interessant wie sich der Geschmack im Laufe der Zeit verändert, oder wie sich die Stimmung, die Umgebung etc., auf den Geschmack auswirkt. Der 15 jährige Aberlour schlug dann die Brücke zwischen dem zehnjährigen und dem a’bunadh. Nicht schlecht, aber keine Chance gegen a’bunadh.

Zum Schluss konnte man sich für 60 Pfund eine eigene Single Cask/Cask Strength Flasche abfüllen. Zur Wahl standen sowohl ein Bourbon, als auch ein Sherryfass. Diesen Whisky kann man gemäss unserem Guide nur hier kaufen und sonst nirgends auf der Welt. Meine Wahl fiel auf den Whisky aus dem Sherryfass.

Das Abfüllen hat auf jeden Fall Spass gemacht.

Obwohl man diesen Whisky so nicht kaufen kann, werde ich ihn im Laufe dieses Schottlandspecials vorstellen.
Denn wer weiss, vielleicht verschlägt es den einen oder anderen Leser auch mal in die Speyside.

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Schottlandreise 1/8

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Inhaltsverzeichnis:

So, hier auf mija.ch gehts endlich weiter mit dem Blog.

Und zwar mit einem sieben teiligen Bericht über meine Schottlandrundreise. Neben der eigentlichen Reise werden auch drei Destillerien sowie drei Single Malts vorgestellt.

Teil 1: Tag 1 -3

Tag 1

Da wir mit unserem Auto reisten, dauerte die Reise auch etwas länger. Schliesslich mussten wir zuerst bis nach Amsterdam fahren, was ca. 900 km sind und dann per Fähre nach Newcastle upon Tyne. Dummerweise liegt Newcastle relativ südlich (und noch in England), somit mussten wir auch hier noch eine Kilometer abstottern, bis wir endlich Schottland erreichten.

Gestartet waren wir mitten in der Nacht vom Sonntag auf den Montag in der Hoffnung zumindest den gröbsten Berufsverkehr zu umgehen. Hat auch wunderbar geklappt, bis wir die holländische Grenze erreichten. Von da an, ca. 150km gings nur sehr schleppend voran und wir benötigten drei Stunden bis nach Amsterdam. Sehr nett, nach beinahe 24 Stunden ohne Schlaf, auch noch Stau.

Aber irgendwann war auch das vorbei und wir erreichten Amsterdam IJmuiden, wo unser Schiff, die “Princess of Norway” bereits auf uns wartete, leider aber noch nicht betret- oder befahrbar.

Princess of Norway

Also vertrieben wir uns die Zeit in einem nahegelegenen Restaurant. Sehr witzig der Blick der Kellnerin, als wir sehr bestimmt erklärt hatten, dass wir sicherlich kein Heineken wollten. Also empfahl sie uns ein dunkles Bier. Naja, schlussendlich war dieses dunkle Bier, einfach Heineken mit Farbstoff und massig Zucker.

Das Schiff selber war ganz unterhaltsam. Es gab ein Casino, ein Nachtclub etc. Die Bars auf dem Schiff sind eigentlich nicht der Rede wert und es ist jeweils empfehlenswert Whisky oder Bier zu ordern.
Ziemlich früh und totmüde fielen wir dann auch mal in die Betten bzw. die Bretter mit Matrazen drauf.

Irgendwann war dann auch diese Nacht zu Ende und wir erreichten Newcastle, und wie könnte es anders sein: Es hatte geregnet. Die Passkontrollen, sowohl in Amsterdam, als auch in Newcastle, verstehe ich bis heute nicht. Ich dachte Schengen/Dublin sei überall umgesetzt.

Tag 2

Unsere Reise führte uns der Küste nach, über Edinbourgh in das kleine Städtchen Crieff, wo wir unsere ersten Bed & Breakfast Erfahrung sammeln konnte. Verlangt in der Touristeninfo einfach nach den entsprechenden Katalogen und organisiert euren Aufenthalt selber, denn falls das Touristikbüro die Buchung übernimmt, kostet dies 4 Euros plus 10% des eigentlichen Preises. Nachdem wir unsere Unterkunft (30 Euros pro Person) bezogen hatten, mussten wir, als die guten Touristen, die wir waren, unbedingt noch den nächstgelegenen See besuchen und Fotos machen ;)

Von Crieff selbst sahen wir wenig. Am Abend zogen wir zwar etwas durch die Pubs und waren dabei angenehm überrascht von den Preisen. Das schwache Pfund merkt man deutlich oder um es anders zu formulieren: Hätte das Pfund noch seinen ursprünglichen Wert, wäre Schottland unverschämt teuer und das Preis/Leistungsverhältnis jenseits von Gut und Böse.

Bereits hier an unserem ersten Ort lernten wir die vielbesungene schottische Gastfreundschaft kennen. Einmal gestartet, wollte unser Gastvater gar nicht mehr aufhören mit guten Tipps und sonstigen Geschichten.

Auf der anderen Seite lernten wir allerdings auch die schottische Interpretation von Gastfreundschaft in der Gastronomie kennen. Die meisten Angestellten in Pubs waren im besten Fall desinteressiert und im schlimmsten Fall völlg angepisst. Dies war nicht nur in Crieff so, sondern in sehr vielen Pubs und zum Teil auch in Restaurants.

Tag 3

Am dritten Tag ging es dann endlich ins Single Malt Mekka, die Speyside. Unser Gastvater empfahl uns die Route über die sogenannten Cairngorms (wonach übrigens auch eine Brauerei benannt ist, die vorzügliches Ale herstellt), was wir natürlich taten und es nicht bereuten. Die Route war zwar länger als die Reguläre, aber die Landschaft hat uns dafür mehr als entschädigt. Sogar Skilifte gab es hier, auch wenn man als Schweizer etwas über die Grösse schmunzeln musste.

Am späteren Nachmittag kamen wir dann endlich an unserem Ziel Grantown-on-Spey an. Endlich in der Speyside ;)
Grantown ist ein typisches Südschottisches Städtchen, mit all seinem Charme. Unbedingt empfehlenswert ist das Restaurant im Garth Hotel. Abgesehen von einer schönen Single Malt Auswahl schmeckt auch das Essen vorzüglich, auch wenn man selbst hier Gemüse nur als lästige Beilage ansieht. Sprich, einfach ins Wasser geknallt; Fertig. Dafür schmeckt das Haggis (unser erstes) umso besser. Lasst euch nicht von den Zutaten abschrecken oder noch besser, informiert euch gar nicht was drin ist ;)

Das wars fürs erste.

Morgen werde ich euch zwei Destillieren vorstellen.

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Ein Lebenszeichen

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Eigentlich hätte es heute mit neuen Beiträgen weitergehen sollen.
Allerdings hat mir mein übermässiger Sonnenkonsum von heute einen Strich durch die Rechnung gemacht…

Morgen startet dann ein siebenteiliger Bericht über meine Schottlandreise, inklusive Vorstellung dreier Whisky. Desweiteren werde ich euch noch eine tolle Bar in Winterthur vorstellen und vieles mehr :)

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