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Barrel Aged Cocktails

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Jeffrey Morgenthaler tat dies bereits zu Beginn dieses Jahres, aber vor kurzem hat die New York Times  das Thema Barrel Aged Cocktails oder zu deutsch fassgelagerte Cocktails aufgegriffen. Zeit also, euch dieses Thema nicht vorzuenthalten.

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Whiskyschiff 2010 in Zürich

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Auch im Jahr 2010 fand natürlich das Whiskyschiff in Zürich statt und auch dieses Jahr “musste” ich natürlich teilnehmen.
Dieses Jahr fand der Event auf vier Schiffen statt und auf jedem fand man unzählige Whiskysorten, sowie Ales, Weinbrand und Zigarren. Der Fokus lag aber erwartungsgemäss auf dem Whisky.
Bereits am Donnerstag öffneten sich die Tore des diesjährigen Whisky-Mekka und bereits nach einer Stunde um 17:00 waren die ersten Flaschen Lebenswasser gemäss Berichten aus dem Whiskyforum ausverkauft!
Irgendwie beängstigend.

Ich besuchte das Schiff wie jedesmal am Samstagabend, eine Entscheidung, welche ich nächstes Jahr bestimmt überdenken werde, denn die vier Schiffe waren so voll und laut, dass es schon ungemütlich war. Nur wer sich gekonnt durchzwängte und seine Ellbogen zu Hilfe nahm, kam bis zum Tresen. Natürlich war das nicht bei allen Anbietern so, aber im Grossen und Ganzen fand man ein Gedränge vor, welches, anders als im letzten Jahr, auch zu späterer Stunde nicht abnahm. Dass ein Anbieter noch unbedingt laute Rockmusik spielen musste, tat sein übriges… Bitte nicht wiederholen nächstes Jahr.

Aufgefallen ist mir, dass es, zumindest war das meine Empfindung, einiges mehr an doch schon ziemlich stark angetrunken Personen gab. Zum Glück konzentierten sich diese auf das Festzelt und störten die Nichtbetrunkenen nicht noch auf den Schiffen. Das Festzelt… Auch in diesem Jahr wurden dort wieder verschiedene Grilladen angeboten. Man scheint nichts aus dem letzten Jahr gelernt zu haben, denn die Wartezeiten waren immer noch sehr hoch und das Angebot reduziert, weil anscheinend einer der Lieferanten gepatzt hatte. Schade, dass dann aber auch die Qualität nicht richtig überzeugen konnte, das Fleisch war staubtrocken. Ich erwarte sicherlich keinen Gourmetservice, aber das Gebotene war leider nicht gerade toll. Ich hoffe hier verbessert man sich nächstes Jahr.

Trotz diesem Kritikpunkten hatte ich meinen Spass am diesjährigen Zürcher Whiskyschiff, allerdings etwas weniger als auch schon.

Natürlich gab es aber auch dieses Jahr wieder unheimlich viele Produkte zu probieren, viel zu viele Interessante, um alle an einem Abend zu sich zu nehmen, ohne, dass man sich eine Alkoholvergiftung geholt hätte. Wie gehabt möchte ich euch auch dieses Jahr wieder drei verschiedene Spirituosen vorstellen, auch wenn es mir dieses Jahr etwas schwerer viel als auch schon

Laphroaig 12y Sherry Refill Butt, world of whisky, Hotel Waldhaus
Laphroaig geht natürlich immer. Diese Abfüllung von Signatory Vintage wurde für das Hotel Waldhaus St. Moritz abgefüllt und besitzt die für Laphroaig typischen Rauch- und Torfnoten, gepaart mit sehr dezenten Sherrynoten, die sich als schwere Süsse bemerkt machen. Am interessantesten ist aber sicherlich die intensive kräuterige Note, welche dieser Whisky besitzt. Für 69 CHF absolut empfehlenswert, für jeden der Rauch und Torf nicht abgeneigt ist.

Old Pulteney 23y, Sherry Cask
Der 12 jährige Old Pulteney gehört zu meinen Lieblingsabfüllungen und so musste ich natürlich diesen 23 jährigen Whisky probieren. Intensive Bananennoten, gepaart mit dezenten (wirklich sehr dezent) Sherrynoten. Eine sehr leckere Abfüllung, für knapp 280 CHF allerdings zu teuer, wie ich finde.

Rum Bristol Classic Rum Enmore Still 1988
Nachdem ich die Bristol Classic Rum Reihe bisher immer links liegen gelassen habe, musste ich sie dieses Jahr, nach Diskussionen im cocktaildreams.de Forum, ausprobieren. Der Enmore 1988 besitzt intensive würzige, leicht kräuterige Holznote. Wer auf Rums à la Zacapa 23y steht, sollte wohl eher ein Bogen um dieses Schwergewicht machen. Für mich als Rumneuling eine sehr interessante, rum-untypische Erfahrung, die mit 205 CHF allerdings nicht ganz günstig ist.

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Schweizer Brennkunst in Stuttgart

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Am 14. Dezember leitet Lorenz Humbel, dessen Destillerie hier auf swisscocktaiblog.ch bereits vorgestellt wurde, im Tonstudio Stuttgart durch ein Schweizer Obstbrand Tasting. Wer also mal Schweizer Obstbrände näher kennenlernen will, was ich jedem empfehle, sollte dies nicht verpassen.
Weitere Informationen findet ihr im Facebook-Event

Mich würde auch eure Meinung zum Whisky interessieren (falls er diesen mitbringt). Postet diese doch einfach als Kommentar.

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Zu Besuch in der Destillerie Humbel

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Diesmal führte mich die Reise nach Stetten bei Baden im Aargau zur Destillerie Humbel.
Markantestes Detail dieser Destillerie ist sicherlich der Hochkamin,  nach welchem mich auch Passanten zur Destillerie wiesen als ich den Weg nicht auf Anhieb fand.  Heute wird der Kamin nur noch von Störchen benutzt. So auch am Tag meines Besuchs.

Umgeben von Obstbäumen verschiedenster Sorten, liegt der ursprünglich als Bauernhof genutzte Betrieb vor mir. Auffällig ist der moderne Anbau mit verglaster Front, welcher das Ladengeschäft beinhaltet und in welchem ich mich auch mit Stefan Müller traf, der mich durch den Betrieb führte.

Ein Betrieb mit Tradition

Eine der vier Destillen

Humbel ist ein Familienunternehmen, welches sich 1918 aus einem Bauernhof entwickelte. Ursprünglich war die Brennerei als Nebenerwerb um das Einkommen aufzubessern gedacht. 1961 teilte Max Humbel seinen Betrieb unter seinen beiden Söhnen auf, wobei einer die Landwirtschaft und der andere den Brennereibetrieb übernahm. Bereits zu dieser Zeit begann man, das Portfolio kontinuierlich auszubauen. 1991 fand der dritte und vorerst letzte Generationenwechsel statt, als Lorenz die Brennerei und Beat die Landwirtschaft von ihren Vätern übernahmen.

Mittlerweile hat sich das Unternehmen weg vom Bauernbetrieb hin zu einer Brennerei entwickelt und Humbel beschäftigt in Stetten acht permanente Mitarbeiter.
Im Zuge dieser Entwicklung hatte man auch die angebauten Obstsorten angepasst und so wird dieses heute primär zur Herstellung von Destillaten verwendet. Angebaut werden heute Holunder, Roter Williams, Mirabelle und Muscat-Bleu-Trauben. Andere Obstsorten bezieht Humbel von Drittproduzenten. Hierbei achtet die Brennerei darauf, dass sie diese von Betrieben aus der Schweiz beziehen kann.

Grosse Produktevielfalt

Ebenso sind Fairtrade und Bio Lorenz Humbel wichtige Anliegen.
Einerseits werden damit weitere Märkte eröffnet, nachdem Bio und Fairtrade sich im Lebensmittelbereich bereits etabliert haben, halten sie langsam auch Einzug in die Spirituosenherstellung. Andererseits wird damit Verantwortung für die hergestellten Produkte übernommen, ganz nach Humbels Credo:
„Genuss auf jeden Fall, aber nicht um jeden Preis“.
So finden sich zum Beispiel ein Bio-Cachaca im Portfolio, für welche Lorenz Humbel extra nach Brasilien reiste und einen geeigneten Produzenten suchte und mit César Collusi auch fand. Selbiger stellt auch den Rhume Agricole her welcher hier in Stetten in Eichenholzfässern gelagert wird. Andere Bioprodukte sind Grappa, Cognac, Gin und Wodka welche teils importiert aber auch selbst hergestellt werden.

Bekannt ist Humbel aber vor allem durch seine Kirschbrände, mit welchen die Brennerei anno dazumal auch startete. Mittlerweile findet sich mit dem sogenannten „Cuvée Lorenz Humbel Kirsch K160“ ein Produkt im Angebot welches aus 160 verschiedenen Kirschsorten besteht und es scheint nicht so, als wäre damit bereits das Ende erreicht. Das Ziel ist ein Brand, welcher alle in der Schweiz verfügbaren Kirschsorten in einem Brand vereint, was bei geschätzten 800 Sorten kein leichtes Unterfangen ist, selbst wenn längst nicht alle für die Destillation geeignet sind. Die Kirschen für dieses ambitionierte Projekt bezieht Humbel primär aus dem Fricktal/Baselbiet.

Führung durch den Betrieb

Die Besichtigung des Betriebs startete im Destilationsraum, welcher von den vier Kolonnendestillen dominiert wird. Diese werden mit Gas und Dampf geheizt und die Grössten fassen bis zu 500kg Brenngut. Neben den eigenen Produkten ist Humbel ebenfalls als Lohnbrennerei tätig, brennt also auch Früchte/Obst Dritter. Gerade brachte ein älterer Herr sein Obst, um es brennen zu lassen.
Während der Besichtigung wurde gerade neuer Kirsch gebrannt und Lorenz Humbels Cousin liess es sich nicht nehmen, mir die Destillation ausführlich zu erklären.

Holzfässer im Lager

Im Untergeschoss befindet sich der Lagerraum in welchem die verschiedenen Endprodukte in Holz, Ton oder Glasbehältern bis zur Vollendung reifen. Auch der in Brasilien hergestellte Rhume Agricole reift in diesem Gewölbe. Erwähnt sei hier an dieser Stelle der Ourbeer Whisky, welcher zu Abschluss ein paar Monate in Tokay-Fässern reift und den ich bereits an der SwissBarWorld verkosten durfte. Ein sehr schönes Produkt, dessen Fassausbau an in Sherryfässern ausgebaute Whiskies erinnert. Rund und würzig.
Wieder zurück im Verkaufsraum mit seinen hohen in der Wand eingelassenen Regalen voller verschiedenster Produkte, war es an der Zeit einige der Produkte zu begutachten und zu probieren. Der Produkterange ist hierbei sehr weit gefächert, angefangen bei Cognac, über Obstbrände und Gin bis hin zu Cachaca.
Aufgefallen ist mir hier als erstes der sogenannte Alpwhisk. Nein, hier fehlt kein -y, denn dieser Brand wird aus Kastanien hergestellt und darf somit nicht Whisky genannt werden.
Verkostet wurde als erstes ein roter Williamsbrand, der unheimlich intensiv nach Birne duftete und schmeckte. Sicherlich ein interessantes Produkt zur Verwendung in Cocktails wie z.B. Dem Dunkin Cocktail.
In einem Betrieb, der seit Jahrzenten Kirsch herstellt, muss natürlich auch ein Kirsch probiert werden. Mit dem sogenannten Hemmiker fand ein sehr schön fruchtiger Kirsch, mit Noten von Marzipan seinen Weg in mein Glas.

Wie gewohnt, findet ihr zum Schluss noch das per Email geführte Interview.

Interview

War für Sie schon immer klar, dass Sie den Brennereibetrieb übernehmen?

Nicht unbedingt. Aber als ich 25 Jahre alt war und meine Eltern eine Entscheidung wie es mit der Brennerei weiter gehen soll, habe ich mich dann doch relativ spontan entschieden es zu machen.

Was fasziniert Sie am Brennen?

¨Sie verwandeln x-beliebige zuckerhaltige Rohstoffe in eine klare Essenz. Das ganze Potenzial einer Frucht bringen sie so ins Glas, und was manchmal schön aussieht und beim Essen schmeichelt, ist banal als Schnaps und die manchmal etwas verschmähten Rohstoffe können dafür im Brand zeigen was an Charakter in Ihnen steckt

Was hat Sie dazu bewogen Bio und Fair Trade Produkte anzubieten?

Ich bin persönlich von Bio und Fair Trade angetan. Für mich ist Qualität nicht rein technisch messbar. Ich bin überzeugt, dass aus Rohstoffen, die nach ethischen, sozialen und ökologischen Grundsätzen hergestellt werden, sich auch auf die Qualität der Produkte bemerkbar macht.

Wie kamen Sie dazu für eine Obstbrennerei eher ungewöhnliche Produkte wie Rum und Cachaca aus Brasilien anzubieten?

Als wir mit Bio Obstbränden begonnen haben, sind vor allem von den Schokoladenverarbeitern die Anfragen für Rum gekommen. Darin haben wir die Nische gesehen und haben uns auf die Produktsuche begeben. Unsere Importe sind ausschliesslich Bio Produkte

Sine Sie der Meinung, dass lokale Produkte in der Schweiz die Aufmerksamkeit erfahren, welche sie verdient haben?

Ich glaube, da dürfen wir uns in der Schweiz nicht beklagen. Was eher schwierig ist, dass wir in der teueren Schweiz, mit sehr kleinen Landwirtschaftsbetrieben bald nur noch Luxus Produkte produzieren können.

Sie haben an verschiedenen Stellen kritisiert, dass der Staat die Obstbrenner zu wenig unterstützt. Was müsste denn konkret geändert werden?

Vor allem soll er sie nicht extra strafen gegenüber Bier und Wein. Im Gesetz steht zum Beispiel explizit, dass es für Spirituosen keine Absatzförderung geben darf, während vor allem die Weinbranche immer grosszügig davon profitiert. Ich erwarte einfach, dass der Staat unsere Leistung anerkennt, und realisiert dass die Schweiz eigentlich die Leaderrolle in Sachen Obstbränden in Europa führen müsste.

Was sind die Herausforderungen bei einem Brand wie dem K160, der aus sehr vielen Kirschsorten besteht?

An die vielen Kirschsorten heranzukommen und zu schauen, dass sie alle sofort und richtig eingemaischt werden. Des Weiteren machen die Kirschholzfässer zu schaffen die den Engeln doppelt soviel überlassen wie bei normalen Eichenfässern

Welches Produkt würden sie jemanden empfehlen, der keinerlei Erfahrung mit Obstbränden hat?

Für den Anfang eher etwas betont Fruchtiges wie einen Roten Williams oder Roten Gravensteiner, wo man die Früchte auch deutlich in der Nase spürt. Beim einem Kirsch wäre ein Schattenmorelle Sauerkirschenbrand ein guter Einstieg.

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Bordeaux für 300000 CHF versteigert

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Newsberichten zufolge wurde in Genf bei einer Weinauktion eine 6-Liter Flasche eines anscheinend seltenen Bordeaux von 1947 für umggerechnet 300000 CHF versteigert. Gerechnet hatte man mit einem Erlös von ca. der Hälfte bis zweidrittel des Preises.

Falls der Käufer der Flasche diesen Text liesst:  Ich kann Ihnen gerne meine Kontonummer angeben, wenn sie noch weiters sinnlos Geld ausgeben wollen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand und schon gar nicht die selbsternannten Weinkenner merkt, ob er jetzt einen Wein für 300000 oder für, in meinen Augen bereits völlig überrissene 3000 CHF, trinkt.
Wenigstens als Statussymbol taugt die Flasche, falls man so etwas benötigt.

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tagesanzeiger.ch präsentiert Top10 Bars in Zürich

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Der Tagesanzeiger präsentiert die 10 besten Cocktailbars der Stadt Zürich.
Auf dem Podest wie zu erwarten die Widderbar und die Kronenhalle.

Die Liste eignet sich allerdings nur gerade um einen Überblick zu bekommen, inhaltlich ist er leider eher flach und zeigt nicht auf, welche Bars qualitativ hochwertige Drinks anbieten.

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Ein Cocktailbuch geht um die Welt

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Björn vom wankiki-Blog hat sein ambitioniertes Buchprojekt “Bartenders & Connoisseurs – In 80 Days Around The World” fertiggestellt.
Dabei handelt es sich um eine Art gemeinschaftliches Cocktailbuch bei dem jeder, Bartender und Connoisseure mitwirken kann, in dem er sich und bis zu drei Cocktailrezepte vorstellt, welche dann im Buch veröffentlich werden. Das vorliegende Werk ist vorerst als PDF erhältlich, eine gebundene Ausgabe ist allerdings in Planung, ebenso wird das Buch laufend erweitert.
Wer also mitmachen will, kann sich mit Björn über wankiki.webblog@googlemail.com in Verbindung setzen.

Das PDF findet ihr auf dem neuen trinkwelten Blog

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Gérard Depardieu und sein Wein

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“Die Zeit” hat einen sehr unterhaltsamen und interessanten Bericht über den Schauspieler und Winzer Gérard Depardieu veröffentlicht. Sehr sympathisch

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Impressionen von der SwissBarWorld 2010

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Früchte im Eis

Früchte im Eis

Bereits beim Studieren der Infobroschüre zur SwissBarWorld wurde aufgrund des Hallenplans klar, dass die SwissBarWorld grösser sein wird als noch 2009. Während man letztes Jahr geschätzte 2/3 der Halle benutzte, schien es dieses Jahr gegen 100% zu gehen.  An der Aufteilung der Veranstaltungsplattformen “Showbühne”, “Flairtendingarea”, “Forum SwissBarWorld” und “Form Pernod-Ricard” hat man festgehalten, ebenso am Grundsatz, dass es sich um eine reine Fachmesse handelt. Geändert hat man aber die Durchführungszeit und verschob die Messe um einen Tag, so dass sie 2010 sonn- und montags stattfand. Für mich natürlich eine wunderbare Änderung von der ich hoffe, dass sie nächstes Jahr immer noch Gültigkeit besitzt.

Für eine Veranstaltung ist es natürlich immer wichtig, Besucher und Aussteller zu binden. Der SwissBarWorld scheint dies, betrachtet man sich die Aussteller, gelungen zu sein. Viele der Aussteller vom letzten Jahr fanden sich auch dieses Jahr wieder ein. Komplettiert wurde dieser Reigen durch eine Anzahl neuer Aussteller bei denen es sich erfreulicherweise nicht nur um grosse Konzern sondern auch um kleinere Institutionen handelte.

Sonntag

So stürzte ich am frühen Sonntagnachmittag ins Getümmel der SwissBarWorld 2010, wobei Getümmel etwas übertrieben ist. Die Messe war zu keiner Zeit überfüllt und man konnte sich sehr frei bewegen. Die negative Interpretation dieser Tatsache wäre natürlich, dass die Messe zu wenig Besucher anlockte.

Sensorik

Los ging es mit einem Vortrag über Sensorik durchgeführt von Patrik Zbinden, den einige vielleicht von DRS3 kennen. Hier wurde dann auch schnell mit der veralteten Annahme aufgeräumt, die Zunge besitze mehrere Geschmackszonen. Ein sehr interessanter Vortrag, gerade auch, weil Herr Zbinden nicht aus dem Barbereich kommt und so etwas unbefangener an die Sache heranging, was sich dann in, auf den ersten Blick vielleicht, ungewöhnlichen und vielleicht etwas sehr theoretischen Ideen und Vorstellungen niederschlug. Ein roter Faden des Vortrags war aber die Wichtigkeit des Gesamtpaketes. Was versteht man unter einem Gesamtpaket bei einem Cocktail?
Natürlich unter anderem das Zusammenspiel von Geschmack, Geruch, Aroma und Mundgefühl. Hinzukommt aber noch der visuelle Aspekt abgesehen von der Deko, insbesondere von Schaum ist Her Zbinden begeistert, aber auch die Präsentation des Getränkes, das rundherum wie z.b. Snacks etc. sind von Wichtigkeit. Selbst das Ohr wurde nicht vernachlässigt und als Beispiel diente z.b. das Geräusch beim Ausschenken von Flaschen. All dies sind Eindrücke, welche auf den Gast einen psychologischen Effekt haben (der Effekt von Farben ist ja schon länger bekannt) und den Gast in seinem Verhalten dementsprechend beeinflussen können, sowohl positiv als auch negativ. Marketingabteilungen machen sich diese Erkenntnis schon lange zu Nutze, in dem sie z.b. mit Düften versuchen Konsumenten im Kaufhaus zum Erwerb von Produkten zu bewegen.
Ein sehr interessanter Einstieg, der Lust auf Mehr machte, deshalb zog ich dann auch gleich weiter zum nächsten Event.

Tasting von Schweizer Whisky

Die Schweiz hat noch keine lange Tradition was das Brennen von Whisky anbelangt, dementsprechend kritisch beurteilen viele Leute das Schweizer Lebenswasser. Verkostet wurden 6 Produkte, welche unter der Leitung von Hansjörg Zehnder probiert wurden. Ohne grosse Erklärungen oder Einführung ging es dann auch gleich los und wir begannen uns Notizen zu den verschiedenen Kriterien zu machen. Zu jedem Produkt gab es 20 Punkte zu verteilen, so z.b. für den Geruch oder die Frucht, was ich etwas merkwürdige Bewertungskriterien fand.
Einige warten jetzt bestimmt schon hämisch grinsend auf die Testresultate, um sich in ihrer kritischen Meinung gegenüber Schweizer Whisky, bestätigt zu sehen. Nun was soll ich sagen? Leider scheint eure Meinung grösstenteils der Wahrheit zu entsprechen. Die meisten, nicht alle, der Whisky schmeckten unreif und grün und damit meine nicht vegetabile Noten à la Heide oder Heu, sondern grün, wie zum Teil Grappa. Herr Zehnder hat uns noch einen Aberlour 10y unter die Kandidaten untergejubelt, welcher von mir auch prompt die höchste Punktzahl erhielt. Allerdings musste sich dieser den ersten Platz mit dem “Ourbeer” Whisky teilen, einem soliden Schweizer Vertreter mit eine schönen würzigen nach Dörrfrüchten schmeckenden, schweren, Note.

Eine Kochshow sowie das Ende der Gin-Trockenheit in der Schweiz

Kochen und Klaumauk

Auf der Showbühne turnten dann die bereits vom letzten Jahr bekannten Köche Thomas Krebs und sein Kompagnon herum, welche Barfood präsentierten. Noch mehr Show und Gags, die nicht besonders lustig waren, wie letztes Jahr noch weniger Inhalt als letztes Jahr, aber den Zuschauern schien es zu gefallen. Ich verliess das Ganze nach 10 Minuten. An einer Fachmesse erwarte ich dann doch etwas mehr Fachliches und nicht nur Klamauk.

Ich nutze die Zeit, um mir mal die Messen und deren Aussteller etwas genauer anzuschauen.
Neu dabei dieses Jahr war die mobile Absinth-Bar, die ich natürlich, als absolut Absinth-Unerfahrener, aufsuchen musste. Die Bar befand sich in einem kleinen Bus, dessen Seite man wie einen Marktstand mit Markise öffnen konnte. Ich wusste, dass am Freitag in der Bar zu welcher dieses mobile Pendant gehörte, der beste Schweizer Absinth prämiert wurde. Also fix den Sieger mit etwas eiskaltem Wasser verkostet. Sehr empfehlenswertes Produkt!

Etwas weiterhinten stiess ich auf casa-del-tequila, welche bereits 2009 mit einem Stand anwesend waren. Wie der Name schon vermuten lässt, ist hier Tequila angesagt. Doch das interessierte mich nur am Rande, denn ich wusste, dass dieser Shop offizieller Importeur von Geranium Gin ist und so suchte ich kurz seine Produkte durch und mein Blick blieb an einem Regal hängen, welches voller Gin war und zwar nicht einfach Gordon’s oder Tanqueray. Martin Miller Westbourne Strength, Junipero, Monkey 47, Hayman Old Tom um mal einige zu nennen. Und das Beste, die sind ab sofort im Einzelhandel erhältlich. Leider mit einem Haken. Der Preis. Wie üblich ist der Preis natürlich höher als in Deutschland und man muss mit ca. 30% -100%(The Duke Munich Dry Gin) Aufschlag rechnen. 30% sind normal, 100% erscheinen mir doch arg viel. Als Vergleichsbasis diente barfish.de

Spannende Podiumsdiskussionen und ein leckeres Whisky-Tasting

Man hat sich entschieden, die 5 Kandidaten des SwissBarAwards, dem Publikum in Form einer Podiumsdiskussion vorzustellen. Sehr interessant mal die Menschen hinter dem Tresen bzw. Cocktail zu sehen und deren Meinungen und Philosophien zu hören.
Moderatorin Jennifer Ann Gerber hatte zwar keinerlei Ahnung von der Materie machte aber zumindest einen Teil wieder mit ihrer sympathischen Art wett. Bitte nächstes Jahr wiederholen, gerne auch in einer „extended Version“ mit längerer Dauer.

Kandidaten des "Barkeeper of the year" Award

Als Whiskyfreund konnte ich mir natürlich das Whisky & Food Matching Seminar nicht entgehen lassen. Geleitet von einer deutsch sprechenden Engländerin, die man nur schon wegen ihres Dialekts mögen muss. Da wir nur zu viert waren, konnte sie sich natürlich auch mehr Zeit nehmen und nutzte diese um gleich selbst am Tasting teil zu nehmen. Um was ging es überhaupt?
Es wurden verschiedene Glenlivets und dazu passende Schokolade und Früchte gereicht. Ziel war es zu erfahren, wie gewisse Früchte oder Schokolade mit dem Whisky harmonieren (oder auch nicht). Hervorheben muss ich hierbei die Kombination Glenlivet Nadurra und Himbeeren.
Ich hab zwar in diesem Seminar nicht viel gelernt (ausser mit was Glenlivet zusammenpasst), aber unheimlich Spass gehabt.
Dies war dann auch gleich der letzte Event vor den SwissBarAwards im Club Bolero.

Montag

Die Award-Nacht hat zwar ihren Tribut gefordert, doch das konnte mich natürlich nicht davon Abhalten der SwissBarWorld auch montags einen Besuch abzustatten.

Die Schweiz zeigt was sie zu bieten hat

Simon Schmidlin präsentiert Cocktails mit Seelandspirituosen

Als erstes gleich ein Event, der mich bereits im Vorfeld brennend interessierte. Cocktails mit Seeland-Spirituosen neu interpretiert. Präsentiert wurde dies vom SwissBarAward Kandidat Simon Schmidlin.
Den Anfang machte ein Negroni bei dem der Campari mit Gran Classico Bitter ersetzt wurde, weiter ging es mit einer Abwandlung des Sazeracs bei dem der Cognac/Rye durch Pflaumenbrand substituiert wurde. Dabei blieb es natürlich nicht und es folgten weitere Drinks mit Birnen bzw. Williamsbrand. Simon Schmidlin gestaltete dieses Referat sehr informativ und kurzweilig. Schade nur, dass so wenig Besucher anwesend waren. Ob das an der “frühen” Tageszeit lag?

Zucker in Edelbränden und ein Konsumententest

Auch der nächste Beitrag fand im sehr intimen Rahmen statt, nämlich mit drei Leuten (inklusive Referentin). Thema war Zucker in Edelbränden, sowie die Erkenntnis, dass der Alkoholgehalt einer Spirituose durchaus Einfluss auf den Geschmack hat. Diese Erkenntnisse wurden durch eine Studie bzw. einen Konsumententest gewonnen, welcher von der Agroscope in Wädenswil durchgeführt und von Sonia Petignat an der SwissBarWorld vorgestellt wurde.
Bei diesem Test wurden von einer Testgruppe von 84 Personen Kirsch mit verschiedenen Alkoholgraden blind verkosten. Beim Kirsch handelte es sich um ein extra für diesen Test hergestelltes Destillat. Es hat sich dabei herauskristallisiert, dass es erst zwischen 37.5%, dem Mindestalkoholgehalt eines Kirschs und 45% Alkohol einen signifikanten Unterschied im Geschmack gab, vorher nicht. Frauen bevorzugten die erste und Männer die zweite Variante. Diesen beiden Varianten, 37.5% und 45% wurde dann versteckt etwas Zucker (3g/l) hinzugegeben und die Kandidaten mussten erneut verkosten. Mit dem Ergebnis das der 45% Kirsch, entgegen dem was man bei Zugabe von Zucker erwarten würde, schärfer wurde.
Wir konnten dieses Experiment selber durchführen und der 45% Kirsch war in meinen Augen weitaus ausgewogener, dafür weniger frisch im Geschmack. Auch war der Alkohol diesem Kirsch weitaus weniger präsent als beim 37.5%. Spannend!

Weiter ging es mit einem Vortrag über die Totalrevision des Alkoholgesetzes, von welcher einige vielleicht bereits gehört haben. Hier möchte ich nicht viele Worte darüber verlieren, da ich dieses Thema in einem separaten Beitrag behandeln möchte.

Ein Erfolg

Die SwissBarWorld hat sich mit der zweiten Ausgabe definitiv weiterentwickelt, ohne sich grundlegend zu verändern. Die vorgenommenen Anpassungen und Weiterentwicklungen taten der diesjährigen Ausgabe sehr gut. Hervorheben möchte ich z.b., dass man sich entschieden hat 2010 mehr schweizspezifische Themen zu präsentieren, was ich als absolut gelungen bezeichnen will. Doch leider bleibt eine meiner Kritiken weiterhin bestehen: Der Umgang mit den neuen Medien lässt weiterhin zu wünschen übrig. So sind die Gewinner der SwissBarAwards weder auf der offiziellen Seite noch in Facebook zu finden. Ich wünschte mir, dass man dies nächstes Jahr ändert und die Möglichkeit des Internets besser nutzt.

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Prämierung von Schweizer Absinth

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Am Freitag wurde in der Solothurner Bar “die grüne Fee” zum ersten Mal Schweizer Absinth prämiert, wobei die meisten Produkte aus dem Val de Travers kamen.
Die fünf besten Absinths wurden im Blick am Abend vorgestellt.

An der SwissBarWorld konnte ich den Erstplatzierten verkosten und kann ihn nur weiterempfehlen. Sehr schön kräuterig (Anis, Fenchel, etwas Wermut), ohne, dass ein Aroma zu dominant ist. Ausgewogen und lecker.

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