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Schweizer Whisky: Stammheimer Single Malt

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swisscocktailblog bleibt der Schweiz treu und stellt ab sofort im Zweiwochen-Rythmus jeweils am Montag verschiedene Single Malts der Schweiz vor. Die Schweiz hat eine sehr junge Whisky-Tradition. Gerademal seit knapp 12 Jahren ist es in der Schweiz überhaupt erlaubt Alkohol aus Grundnahrungsmitteln, zu denen Getreide gehört, zu gewinnen. Im Vergleich zur Jahrhundertealten Tradition in Schottland ist etwas mehr als eine Dekade natürlich sehr wenig. Der älteste Whisky der Schweiz kann also maximal so alt sein wie eine Standardabfüllung in Schottland.
Viele der Schweizer Whiskys reifen auch nur gerade die gesetzlich vorgeschriebene Mindestlagerdauer von drei Jahren und sind verhältnismässig teuer.

Die Destillerie von Ernst Bader, welche 1999 den allerersten Whisky produzierte, habe ich bereits einmal vorgestellt.
Ihr findet alle vorgestellten Whiskys übersichtlich auf einer google-Karte unter der Kategorie Whisky.

Stammheimer Single Malt

Dieser Single Malt stammt aus dem Zürcher Weinland, genauer aus der Gemeinde Unterstammheim nahe zur Grenze des Kanton Thurgau. Gemeinsam mit den Gemeinden Waltalingen und Oberstammheim bildet Unterstammheim das sogenannte Stammertal, welches Schweizweit als eines der grössten Hopfenanbaugebiete bekannt ist. Auch der heute vorgestellte Whisky hat seine Wurzeln eigentlich im Hopfen.

Die Bauernfamilie Reutimann aus Unterstammheim, früher ein reiner Vieh- und Ackerbaubetrieb, aber seit langer Zeit auch mit dem Anbau von Hopfen vertraut, brachte vor einigen Jahren einen Likör auf Hopfenbasis heraus, den sogenannten “Hopfentropfen”. Dieses Produkt war als Digestif gedacht und legte den Grundstein für den immer noch anhaltenden Erfolg des Bauernhofs. Der “Hopfentropfen” ist mittlerweile weitum bekannt und beflügelt durch den Erfolg dieses Likörs zogen Reutimanns bald mit einem klaren Hopfenbrand und einem Bier nach. Gemäss eigener Aussage handelt es sich hierbei um die kleinste Bierbrauerei der Schweiz.
Neben den hopfenbasierenden Produkten kam natürlich im Laufe der Zeit der Whisky, um welchen es in diesem Beitrag hier geht, hinzu.
Der Stammheimer Single Malt wird in zwei Grössen angeboten 2dl und 5dl und kostet 24 CHF respektive 46 CHF. Beziehen kann man das Destillat entweder im Fachhandel oder direkt beim Hersteller.

Der wird aus eigener Braugerste hergestellt und reift drei Jahre in Bierfässern aus Eiche.

Der Whisky besitzt eine interessante Flasche

Der Whisky besitzt eine interessante Flasche

Tastingnotizen
Nase sehr süss, leicht Vanille, etwas Holz, leichte Würze. Ein wenig unspektakulär
Gaumen wiederum sehr süss, beinahe likörartig, würzig, leicht nussig, erinnert an Sherry, leicht zimtig, im Hintergrund etwas vegetabile Noten. Leider wird das Ganze durch die vorhandene Schärfe etwas gestört
Abgang leichtes brennen, Alkohol, unheimlich kurz

Die Nase ist doch etwas unspektakulär und erinnert an einen sehr milden Vertreter der Speyside.  Bereits in der Nase fällt die sehr prägnante Süsse auf, welche sich auch am Gaumen fortsetzt. Am Gaumen dann dreht der Whisky etwas auf und fällt mir einer leicht würzigen, sehr speziellen Süssen auf. Eventuell rührt diese von den Bierfässern her. Definitiv interessant. Weniger interessant ist der Abgang, welcher eigentlich nicht der Rede wert ist.

Im Anbetracht des für Schweizer Whisky doch eher günstigen Preises kann man diesen Whisky durchaus einmal ausprobieren. Mann macht hier sicherlich nichts falsch und als Digestif ist der Stammheimer Single Malt gut zu gebrauchen, wenn nichts Komplexes erwartet.

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Beobachtungen zur deutschsprachigen Bar-Blog-Welt

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Jörg Kalinke vom drinkmix-Blog hat sich einige Gedanken zur deutschsprachigen Bar-Blog-Szene gemacht und konstatiert eine gewisse Themen- und Innovationsflaute.
Leseempfehlung und sicherlich ein guter Ausgangspunkt für spannende Diskussionen in den Kommentaren des drinkmix-Blogs

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Neue Dinge zum neuen Jahr

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Seit wenigen Tagen schreiben wir das Jahr 2011. Zeit für einige Änderungen bei swisscocktailblog.ch und dessen Autor (also mir). Es handelt sich zumeist um Weiterentwicklungen und Anpassungen der bestehenden Website.

Beiträge auf barolino.ch

Die grösste Änderung betrifft sicherlich mich als Autor. Ich freue mich ankünden zu dürfen, dass ich ab sofort in regelmässigen Abständen auf der Schweizer Plattform barolino.ch schreiben werde.
Der erste Beitrag ist bereits online und beschäftigt sich mit der Totalrevision des Alkoholgesetzes.
In Zukunft werde ich euch über die Kurznachrichten (oben rechts) benachrichtigen, sobald ein neuer Beitrag auf barolino erschienen ist.

Neues Logo und Facebook

Euch ist sicherlich aufgefallen, dass swisscocktailblog.ch ab sofort ein eigenes Logo besitzt, welches ich sogar trotz meiner gestalterischen Defizite ganz alleine entworf und umsetze ;-)
Falls ihr dieses Logo irgendwo benutzen wollt, findet ihr verschiedene Logos unter “über diesen Blog/Hilfe“.

Im Zuge aller Änderungen, “musste” natürlich auch eine Facebook-Page erstellen, gehört ja mittlerweile fast zum guten Ton, nicht wahr?
Ihr findet die Seite unter “Swiss Cocktailblog” bei Facebook.

Erweiterungen auf der Seite

Ab sofort kann jeder der will eigene Events eintragen. Dazu müsst ihr einfach das Formular unter “Events” ausfüllen (möglichst genau). Ich werde den eingetragenen Event überprüfen und dann aufschalten. Diese Vorgehensweise ist bewusst so gewählt, da swisscocktailblog.ch nicht zu einer Werbeplattform werden soll.

Ein kleines Experiment ist der Newsletter, wer entweder kein RSS/Facebook/Twitter o.ä. benutzen will oder kann, der kann den Newsletter abonnieren und alle Beiträge bzw. einen Auszug per Email erhalten. Ich bin gespannt ob dieser genutzt wird. Einfach oben rechts auf das Email/Brief Symbol klicken, Email-Adresse ins Textfeld eingeben und auf “Subscribe” klicken.

Wer will kann mich neuerdings auch mich über das Kontaktformular kontaktieren, falls ihr Anregungen oder Kritik habt, oder einfach nur Mitteilungsbedürftig seid.

Zum Schluss gabs noch kleinere kosmetische Änderungen am Design. So ist z.b. neuerdings der Hintergrund weiss (anstatt grau)

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Barrel Aged Cocktails

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Jeffrey Morgenthaler tat dies bereits zu Beginn dieses Jahres, aber vor kurzem hat die New York Times  das Thema Barrel Aged Cocktails oder zu deutsch fassgelagerte Cocktails aufgegriffen. Zeit also, euch dieses Thema nicht vorzuenthalten.

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Whiskyschiff 2010 in Zürich

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Auch im Jahr 2010 fand natürlich das Whiskyschiff in Zürich statt und auch dieses Jahr “musste” ich natürlich teilnehmen.
Dieses Jahr fand der Event auf vier Schiffen statt und auf jedem fand man unzählige Whiskysorten, sowie Ales, Weinbrand und Zigarren. Der Fokus lag aber erwartungsgemäss auf dem Whisky.
Bereits am Donnerstag öffneten sich die Tore des diesjährigen Whisky-Mekka und bereits nach einer Stunde um 17:00 waren die ersten Flaschen Lebenswasser gemäss Berichten aus dem Whiskyforum ausverkauft!
Irgendwie beängstigend.

Ich besuchte das Schiff wie jedesmal am Samstagabend, eine Entscheidung, welche ich nächstes Jahr bestimmt überdenken werde, denn die vier Schiffe waren so voll und laut, dass es schon ungemütlich war. Nur wer sich gekonnt durchzwängte und seine Ellbogen zu Hilfe nahm, kam bis zum Tresen. Natürlich war das nicht bei allen Anbietern so, aber im Grossen und Ganzen fand man ein Gedränge vor, welches, anders als im letzten Jahr, auch zu späterer Stunde nicht abnahm. Dass ein Anbieter noch unbedingt laute Rockmusik spielen musste, tat sein übriges… Bitte nicht wiederholen nächstes Jahr.

Aufgefallen ist mir, dass es, zumindest war das meine Empfindung, einiges mehr an doch schon ziemlich stark angetrunken Personen gab. Zum Glück konzentierten sich diese auf das Festzelt und störten die Nichtbetrunkenen nicht noch auf den Schiffen. Das Festzelt… Auch in diesem Jahr wurden dort wieder verschiedene Grilladen angeboten. Man scheint nichts aus dem letzten Jahr gelernt zu haben, denn die Wartezeiten waren immer noch sehr hoch und das Angebot reduziert, weil anscheinend einer der Lieferanten gepatzt hatte. Schade, dass dann aber auch die Qualität nicht richtig überzeugen konnte, das Fleisch war staubtrocken. Ich erwarte sicherlich keinen Gourmetservice, aber das Gebotene war leider nicht gerade toll. Ich hoffe hier verbessert man sich nächstes Jahr.

Trotz diesem Kritikpunkten hatte ich meinen Spass am diesjährigen Zürcher Whiskyschiff, allerdings etwas weniger als auch schon.

Natürlich gab es aber auch dieses Jahr wieder unheimlich viele Produkte zu probieren, viel zu viele Interessante, um alle an einem Abend zu sich zu nehmen, ohne, dass man sich eine Alkoholvergiftung geholt hätte. Wie gehabt möchte ich euch auch dieses Jahr wieder drei verschiedene Spirituosen vorstellen, auch wenn es mir dieses Jahr etwas schwerer viel als auch schon

Laphroaig 12y Sherry Refill Butt, world of whisky, Hotel Waldhaus
Laphroaig geht natürlich immer. Diese Abfüllung von Signatory Vintage wurde für das Hotel Waldhaus St. Moritz abgefüllt und besitzt die für Laphroaig typischen Rauch- und Torfnoten, gepaart mit sehr dezenten Sherrynoten, die sich als schwere Süsse bemerkt machen. Am interessantesten ist aber sicherlich die intensive kräuterige Note, welche dieser Whisky besitzt. Für 69 CHF absolut empfehlenswert, für jeden der Rauch und Torf nicht abgeneigt ist.

Old Pulteney 23y, Sherry Cask
Der 12 jährige Old Pulteney gehört zu meinen Lieblingsabfüllungen und so musste ich natürlich diesen 23 jährigen Whisky probieren. Intensive Bananennoten, gepaart mit dezenten (wirklich sehr dezent) Sherrynoten. Eine sehr leckere Abfüllung, für knapp 280 CHF allerdings zu teuer, wie ich finde.

Rum Bristol Classic Rum Enmore Still 1988
Nachdem ich die Bristol Classic Rum Reihe bisher immer links liegen gelassen habe, musste ich sie dieses Jahr, nach Diskussionen im cocktaildreams.de Forum, ausprobieren. Der Enmore 1988 besitzt intensive würzige, leicht kräuterige Holznote. Wer auf Rums à la Zacapa 23y steht, sollte wohl eher ein Bogen um dieses Schwergewicht machen. Für mich als Rumneuling eine sehr interessante, rum-untypische Erfahrung, die mit 205 CHF allerdings nicht ganz günstig ist.

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Schweizer Brennkunst in Stuttgart

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Am 14. Dezember leitet Lorenz Humbel, dessen Destillerie hier auf swisscocktaiblog.ch bereits vorgestellt wurde, im Tonstudio Stuttgart durch ein Schweizer Obstbrand Tasting. Wer also mal Schweizer Obstbrände näher kennenlernen will, was ich jedem empfehle, sollte dies nicht verpassen.
Weitere Informationen findet ihr im Facebook-Event

Mich würde auch eure Meinung zum Whisky interessieren (falls er diesen mitbringt). Postet diese doch einfach als Kommentar.

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Zu Besuch in der Destillerie Humbel

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Diesmal führte mich die Reise nach Stetten bei Baden im Aargau zur Destillerie Humbel.
Markantestes Detail dieser Destillerie ist sicherlich der Hochkamin,  nach welchem mich auch Passanten zur Destillerie wiesen als ich den Weg nicht auf Anhieb fand.  Heute wird der Kamin nur noch von Störchen benutzt. So auch am Tag meines Besuchs.

Umgeben von Obstbäumen verschiedenster Sorten, liegt der ursprünglich als Bauernhof genutzte Betrieb vor mir. Auffällig ist der moderne Anbau mit verglaster Front, welcher das Ladengeschäft beinhaltet und in welchem ich mich auch mit Stefan Müller traf, der mich durch den Betrieb führte.

Ein Betrieb mit Tradition

Eine der vier Destillen

Humbel ist ein Familienunternehmen, welches sich 1918 aus einem Bauernhof entwickelte. Ursprünglich war die Brennerei als Nebenerwerb um das Einkommen aufzubessern gedacht. 1961 teilte Max Humbel seinen Betrieb unter seinen beiden Söhnen auf, wobei einer die Landwirtschaft und der andere den Brennereibetrieb übernahm. Bereits zu dieser Zeit begann man, das Portfolio kontinuierlich auszubauen. 1991 fand der dritte und vorerst letzte Generationenwechsel statt, als Lorenz die Brennerei und Beat die Landwirtschaft von ihren Vätern übernahmen.

Mittlerweile hat sich das Unternehmen weg vom Bauernbetrieb hin zu einer Brennerei entwickelt und Humbel beschäftigt in Stetten acht permanente Mitarbeiter.
Im Zuge dieser Entwicklung hatte man auch die angebauten Obstsorten angepasst und so wird dieses heute primär zur Herstellung von Destillaten verwendet. Angebaut werden heute Holunder, Roter Williams, Mirabelle und Muscat-Bleu-Trauben. Andere Obstsorten bezieht Humbel von Drittproduzenten. Hierbei achtet die Brennerei darauf, dass sie diese von Betrieben aus der Schweiz beziehen kann.

Grosse Produktevielfalt

Ebenso sind Fairtrade und Bio Lorenz Humbel wichtige Anliegen.
Einerseits werden damit weitere Märkte eröffnet, nachdem Bio und Fairtrade sich im Lebensmittelbereich bereits etabliert haben, halten sie langsam auch Einzug in die Spirituosenherstellung. Andererseits wird damit Verantwortung für die hergestellten Produkte übernommen, ganz nach Humbels Credo:
„Genuss auf jeden Fall, aber nicht um jeden Preis“.
So finden sich zum Beispiel ein Bio-Cachaca im Portfolio, für welche Lorenz Humbel extra nach Brasilien reiste und einen geeigneten Produzenten suchte und mit César Collusi auch fand. Selbiger stellt auch den Rhume Agricole her welcher hier in Stetten in Eichenholzfässern gelagert wird. Andere Bioprodukte sind Grappa, Cognac, Gin und Wodka welche teils importiert aber auch selbst hergestellt werden.

Bekannt ist Humbel aber vor allem durch seine Kirschbrände, mit welchen die Brennerei anno dazumal auch startete. Mittlerweile findet sich mit dem sogenannten „Cuvée Lorenz Humbel Kirsch K160“ ein Produkt im Angebot welches aus 160 verschiedenen Kirschsorten besteht und es scheint nicht so, als wäre damit bereits das Ende erreicht. Das Ziel ist ein Brand, welcher alle in der Schweiz verfügbaren Kirschsorten in einem Brand vereint, was bei geschätzten 800 Sorten kein leichtes Unterfangen ist, selbst wenn längst nicht alle für die Destillation geeignet sind. Die Kirschen für dieses ambitionierte Projekt bezieht Humbel primär aus dem Fricktal/Baselbiet.

Führung durch den Betrieb

Die Besichtigung des Betriebs startete im Destilationsraum, welcher von den vier Kolonnendestillen dominiert wird. Diese werden mit Gas und Dampf geheizt und die Grössten fassen bis zu 500kg Brenngut. Neben den eigenen Produkten ist Humbel ebenfalls als Lohnbrennerei tätig, brennt also auch Früchte/Obst Dritter. Gerade brachte ein älterer Herr sein Obst, um es brennen zu lassen.
Während der Besichtigung wurde gerade neuer Kirsch gebrannt und Lorenz Humbels Cousin liess es sich nicht nehmen, mir die Destillation ausführlich zu erklären.

Holzfässer im Lager

Im Untergeschoss befindet sich der Lagerraum in welchem die verschiedenen Endprodukte in Holz, Ton oder Glasbehältern bis zur Vollendung reifen. Auch der in Brasilien hergestellte Rhume Agricole reift in diesem Gewölbe. Erwähnt sei hier an dieser Stelle der Ourbeer Whisky, welcher zu Abschluss ein paar Monate in Tokay-Fässern reift und den ich bereits an der SwissBarWorld verkosten durfte. Ein sehr schönes Produkt, dessen Fassausbau an in Sherryfässern ausgebaute Whiskies erinnert. Rund und würzig.
Wieder zurück im Verkaufsraum mit seinen hohen in der Wand eingelassenen Regalen voller verschiedenster Produkte, war es an der Zeit einige der Produkte zu begutachten und zu probieren. Der Produkterange ist hierbei sehr weit gefächert, angefangen bei Cognac, über Obstbrände und Gin bis hin zu Cachaca.
Aufgefallen ist mir hier als erstes der sogenannte Alpwhisk. Nein, hier fehlt kein -y, denn dieser Brand wird aus Kastanien hergestellt und darf somit nicht Whisky genannt werden.
Verkostet wurde als erstes ein roter Williamsbrand, der unheimlich intensiv nach Birne duftete und schmeckte. Sicherlich ein interessantes Produkt zur Verwendung in Cocktails wie z.B. Dem Dunkin Cocktail.
In einem Betrieb, der seit Jahrzenten Kirsch herstellt, muss natürlich auch ein Kirsch probiert werden. Mit dem sogenannten Hemmiker fand ein sehr schön fruchtiger Kirsch, mit Noten von Marzipan seinen Weg in mein Glas.

Wie gewohnt, findet ihr zum Schluss noch das per Email geführte Interview.

Interview

War für Sie schon immer klar, dass Sie den Brennereibetrieb übernehmen?

Nicht unbedingt. Aber als ich 25 Jahre alt war und meine Eltern eine Entscheidung wie es mit der Brennerei weiter gehen soll, habe ich mich dann doch relativ spontan entschieden es zu machen.

Was fasziniert Sie am Brennen?

¨Sie verwandeln x-beliebige zuckerhaltige Rohstoffe in eine klare Essenz. Das ganze Potenzial einer Frucht bringen sie so ins Glas, und was manchmal schön aussieht und beim Essen schmeichelt, ist banal als Schnaps und die manchmal etwas verschmähten Rohstoffe können dafür im Brand zeigen was an Charakter in Ihnen steckt

Was hat Sie dazu bewogen Bio und Fair Trade Produkte anzubieten?

Ich bin persönlich von Bio und Fair Trade angetan. Für mich ist Qualität nicht rein technisch messbar. Ich bin überzeugt, dass aus Rohstoffen, die nach ethischen, sozialen und ökologischen Grundsätzen hergestellt werden, sich auch auf die Qualität der Produkte bemerkbar macht.

Wie kamen Sie dazu für eine Obstbrennerei eher ungewöhnliche Produkte wie Rum und Cachaca aus Brasilien anzubieten?

Als wir mit Bio Obstbränden begonnen haben, sind vor allem von den Schokoladenverarbeitern die Anfragen für Rum gekommen. Darin haben wir die Nische gesehen und haben uns auf die Produktsuche begeben. Unsere Importe sind ausschliesslich Bio Produkte

Sine Sie der Meinung, dass lokale Produkte in der Schweiz die Aufmerksamkeit erfahren, welche sie verdient haben?

Ich glaube, da dürfen wir uns in der Schweiz nicht beklagen. Was eher schwierig ist, dass wir in der teueren Schweiz, mit sehr kleinen Landwirtschaftsbetrieben bald nur noch Luxus Produkte produzieren können.

Sie haben an verschiedenen Stellen kritisiert, dass der Staat die Obstbrenner zu wenig unterstützt. Was müsste denn konkret geändert werden?

Vor allem soll er sie nicht extra strafen gegenüber Bier und Wein. Im Gesetz steht zum Beispiel explizit, dass es für Spirituosen keine Absatzförderung geben darf, während vor allem die Weinbranche immer grosszügig davon profitiert. Ich erwarte einfach, dass der Staat unsere Leistung anerkennt, und realisiert dass die Schweiz eigentlich die Leaderrolle in Sachen Obstbränden in Europa führen müsste.

Was sind die Herausforderungen bei einem Brand wie dem K160, der aus sehr vielen Kirschsorten besteht?

An die vielen Kirschsorten heranzukommen und zu schauen, dass sie alle sofort und richtig eingemaischt werden. Des Weiteren machen die Kirschholzfässer zu schaffen die den Engeln doppelt soviel überlassen wie bei normalen Eichenfässern

Welches Produkt würden sie jemanden empfehlen, der keinerlei Erfahrung mit Obstbränden hat?

Für den Anfang eher etwas betont Fruchtiges wie einen Roten Williams oder Roten Gravensteiner, wo man die Früchte auch deutlich in der Nase spürt. Beim einem Kirsch wäre ein Schattenmorelle Sauerkirschenbrand ein guter Einstieg.

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Bordeaux für 300000 CHF versteigert

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Newsberichten zufolge wurde in Genf bei einer Weinauktion eine 6-Liter Flasche eines anscheinend seltenen Bordeaux von 1947 für umggerechnet 300000 CHF versteigert. Gerechnet hatte man mit einem Erlös von ca. der Hälfte bis zweidrittel des Preises.

Falls der Käufer der Flasche diesen Text liesst:  Ich kann Ihnen gerne meine Kontonummer angeben, wenn sie noch weiters sinnlos Geld ausgeben wollen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand und schon gar nicht die selbsternannten Weinkenner merkt, ob er jetzt einen Wein für 300000 oder für, in meinen Augen bereits völlig überrissene 3000 CHF, trinkt.
Wenigstens als Statussymbol taugt die Flasche, falls man so etwas benötigt.

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tagesanzeiger.ch präsentiert Top10 Bars in Zürich

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Der Tagesanzeiger präsentiert die 10 besten Cocktailbars der Stadt Zürich.
Auf dem Podest wie zu erwarten die Widderbar und die Kronenhalle.

Die Liste eignet sich allerdings nur gerade um einen Überblick zu bekommen, inhaltlich ist er leider eher flach und zeigt nicht auf, welche Bars qualitativ hochwertige Drinks anbieten.

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Ein Cocktailbuch geht um die Welt

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Björn vom wankiki-Blog hat sein ambitioniertes Buchprojekt “Bartenders & Connoisseurs – In 80 Days Around The World” fertiggestellt.
Dabei handelt es sich um eine Art gemeinschaftliches Cocktailbuch bei dem jeder, Bartender und Connoisseure mitwirken kann, in dem er sich und bis zu drei Cocktailrezepte vorstellt, welche dann im Buch veröffentlich werden. Das vorliegende Werk ist vorerst als PDF erhältlich, eine gebundene Ausgabe ist allerdings in Planung, ebenso wird das Buch laufend erweitert.
Wer also mitmachen will, kann sich mit Björn über wankiki.webblog@googlemail.com in Verbindung setzen.

Das PDF findet ihr auf dem neuen trinkwelten Blog

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