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Champagner

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In der Bar braucht man immer wieder mal Champagner. Nicht nur für Cocktails, sondern auch für einen galanten Einstieg in den Abend.

Die Vielfalt ist so gross, wie die Preise hoch sind. Den Überblick zu behalten, verursacht oft Schwierigkeiten. Denner führt einen schönen Champagner mit einem unschlagbaren Preis-Leistungsverhältnis. Es handelt sich hierbei um den „Colligny Brut“.

Ein spritziger Wein voller Geist, so lässt sich ein Abend beginnen! Mittlere Perlage, angenehme Säure und Erinnerungen an exotische Früchte, alles in allem ein schöner Allrounder, der überdies bereits mit einer Silbermedaille ausgezeichnet wurde. Für rund zwanzig Franken, da kann man nichts sagen..

Glücklich, wer noch eine Flasche des Grand Cru mit der schwarzen Etikette kriegt, Denner führte diesen offenbar nur eine kurze Zeit im letzten Spätjahr.

 

 

 

 

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Gents Swiss Roots Tonic Water

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Ein neues Tonic bereichert seit dem 1. Juni den Markt. Und: Die Schweizer haben es erfunden, genauer: Hans Georg Hildebrandt. Offenbar an der Entwicklung mitbeteiligt sind Markus Blattner (Widder-Bar), Patrick Zbinden (Sensoriker) und Ralph Schelling (Spitzenkoch).

Klassisch enthält das Tonic natürlich Chinin. Zusätzlich findet sich darin aber auch ein Extrakt aus den Wurzeln des Gelbem Enzian’s aus dem Jura. Für den Zucker verwendet man Schweizer Rübenzucker und die Zitronen importiert man aus Sizilien.

Am „Gents Swiss Roots Tonic Water“ gefällt Blatter insbesondere die ausgebaute Bitterkeit. Damit „kommt die herbe Raffinesse der Pflanzenauszüge im Gin auf ganz neue Art zur Geltung. Die intensive Perlage der Kohlensäure und das erfrischende Zitronenaroma machen aus jedem Gin & Tonic eine Offenbarung.”

Ob ich mich diesem Urteil anschliessen kann, beweist –wie immer– der Selbstversuch:

Die Flasche wirkt schlicht und klassisch. Auf dem Etikett sehe ich ein mächtiges Schiff, dass offenbar in einem Raum der Sonne entgegenfliegt. Es handelt sich um die “Albatros” aus Jules Vernes Roman “Robur der Eroberer”.

Ich rieche selbstverständlich die herbe Bitterkeit des Chinins und die typische, damit einhergehende Stumpfheit. Pur trinkt es sich gar angenehm. Die Ingredienzien verbinden sich schön und harmonisch miteinander-vielleicht fast zu harmonisch? Weniger begeistert mich die eher sparsam eingesetzte Kohlensäure. Daher mag sich bei mir auch kein Frischegefühl einstellen, das ich allerdings bei einem Gin&Tonic erwarte.

Meine Vorahnung bestätigt sich, als ich das Tonic mit Tanqueray 47 probiere. Wenig prickelt da auf der Zunge und es fehlt an einem entsprechenden Mundgefühl. Allerdings verbinden sich die Aromen von Wacholder, Chinin und Zitronen wirklich schön miteinander. Mir fehlt allerdings das typische Prickel, das -gerade im Sommer- auch mein Bedürfnis nach einem Frischegefühl stillt.

Fazit: Ein schönes Tonic, mit zurückhaltender Süsse und angenehmer Bitterkeit. Harmonisch, floral und leicht würzig. Wenn die Hersteller etwas mehr Kohlensäure verwenden würden, könnte ich mich vollends dafür begeistern.

Quellen:
http://www.gents.ch/
http://www.gents.ch/downloads/medienmitteilung_gents_16052012.pdf

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Cocktails lernen: Das Vorgehen

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Um Dinge abzugrenzen, ist es nötig, deren Kern auszumachen.  Etwas also, das einer Vielzahl von Kategorien ähnlich ist, quasi eine gewisse Basis, auf der wir weiter aufbauen können. Als Beispiel für die Kategorie „Shortdrink“ wähle ich einen Sour, der auf wunderbare Weise die Grundlage für so viele Drinks darstellt.

Ein Sour besteht aus einer Spirituose, Säure und Süsse. Wichtig ist, dass die saure Komponente die süsse im richtigen Verhältnis kontert und so ein „tieferes“ Geschmackserlebnis begünstigt. Wie in einem früheren Teil gezeigt, existiert ein optimales Säure-Süsse-Verhältnis. Ich gehe folgend von einem optimalen Mischverhältnis von 5 Teilen Spirituose und 3 Teilen Zitronensaft auf 2 Teile Zuckersirup aus.

Kreieren wir anhand dieses Basisrezeptes einen Rum-Sour:

Beispiel 1:

Rum-Sour

5 Teile Rum
3 Teile Zitronensaft
2 Teile Zuckersirup

Damit das ganze anschaulicher wird, hier die visuelle Hilfe:

Wir haben jetzt den Kern des Shortdrinks definiert. Er heisst in unserem Beispiel „Sour“. Es ist das einzige Rezept, das wir zu lernen brauchen.

Mit diesem Wissen können wir nun spielen. Wir kreieren Varianten und schauen, was passiert. In unserem Beispiel könnte man den Rum vielleicht durch eine andere Spirituose ersetzen. Beispielsweise durch Gin oder Whisky. Die Systematik ändert sich dadurch nicht, denn Spirituose bleibt Spirituose. Wir hätten dann statt eines Rum-Sours einen Whisky-Sour, Gin-Sour etc. Doch nehmen wir statt der Spirituose einen Likör, kriegen wir einen völlig neuen Drink. Einen Likör-Sour; Das Geschmacksbild zeigt, dass Likör bereits sehr süss ist. Deshalb lassen wir den Zuckersirup weg und ersetzen ihn durch eine neutrale oder herbere Zutat.

Beispiel 2

Pfirsich-Sour

5 Teile Pfirisch-Likör
3 Teile Zitronensaft
2 Teile Orangensaft

Liköre sind also sehr süss. Warum im Grundrezept nicht den Zuckersirup durch einen Likör ersetzen? Wir haben einen International Sour.

Eine wichtige Art des International Sours ist der New-Orleans Sour. Diesen erhalten wir, wenn wir den Zuckersirup durch einen Orangenlikör, beispielsweise Cointreau, ersetzen.

Gehen wir vom Grundrezept aus, und mischen wenig Sodawasser hinzu, erhalten wir im Grundsatz einen Fizz. Mit viel Sodawasser erhalten wir einen Collins.

Selbstverständlich beinhaltet die Kategorie „Shortdrink“ noch weitere Unterarten. Einige davon füge ich noch an, dann sollte unser Ziel langsam in sichtbarer Nähe sein.

Für einzelne Verbindungen haben sich sogar Namen herausgebildet:
Ein Rum Sour mit weissem Rum und Limettensaft ist ein Daiquiri.
Ein New-Orleans Sour mit Gin ist eine White Lady.
Ein New-Orleans Sour mit Tequila ist eine Margarita.
Ein Collins mit Gin ist ein Tom Collins.
Ein New-Orleans Sour mit Sour ist ein Sidecar.
und so weiter…

Was bringt nun diese Aufstellung? Für das eigene Verständnis relativ viel-wenn man sie zu nutzen weiss. Anhand des Schemas und der Basis (5-3-2) ist es möglich, eine Vielzahl von Cocktails herzustellen. Alleine mit einer Spirituose, einem Likör, Zitrusfrüchten und Zuckersirup kriegen wir über ein halbes Dutzend klassische Cocktails zusammen. Und dass alles ohne mühseliges auswendiglernen von Rezepten.  

Der spannende Teil fängt erst da an, wo man sich selber auf die Reise begibt und sein ganz eigenes Lern-Schema kreeirt. Dabei spielt die rein dogmatische Eintteilung der Kategorien erstmal nur eine geringe Rolle. Wir wollen möglichst viele Cocktails begreifen und uns nicht den Kopf über Abgrenzungen beispielsweise eines Fizzes oder Collinses zerbrechen. Je weiter man jedoch in die Tiefe dringt und je mehr man Zusammenhänge und Abgrenzungen erkennt, desto wichtiger werden diese Fragen.

Wer wagt sich an die Longdrinks?

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Cocktails lernen: Wie geht’s?

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Lernen ist schwierig. Das Gelernte zu verstehen und anzuwenden, jedoch angenehm. Wissen ist Macht, Cocktails bilden da keine Ausnahme. Ich spreche bewusst von Verstehen, denn der Unterschied zum nur gelernten Wissen ist enorm.

Verstehen heisst wissen, wie, was und warum etwas passiert. Dieses Verständnis ist ein lohnendes Ziel, der Weg dazu ein steiniger und langer. In einem ersten Schritt muss die Vorgehensweise durchdacht sein, wir setzen also –im metaphorischen Sinne- langsam einen Fuss vor den anderen. Konkret heisst dies: nicht unnützerweise und grob hastend ellenlange Listen von Cocktail-Rezepten auswendig lernen, sondern sich erst einmal ruhig hinsetzen. Denn Auswendiglernen von Drinks nützt erst einmal wenig, um das Ziel zu erreichen. Gehen wir’s also locker an, fangen wir von vorne an!

Zuerst verschaffen wir uns einen Überblick. So stecken wir das Feld des bereits vorhandenen schon einmal ab und definieren, wo sich unser Ziel genau befindet. Eine geeignete Grundlage, um uns einen Überblick zu erleichtern, verschafft uns die Literatur. Ein kurzer Blick in den ersten Band des „Cocktailian“ offenbart folgendes:

In diesem hervorragenden Buch sind die Drinks systematisch nach Arten geordnet. So finden sich etwa „Batida“, „Fizz, Collins“, „Flips Eggnogs“ und sogar der „Sour“ bekam eine eigene Rubrik. Zu Beginn des jeweiligen Kapitels findet sich die Formel, die die Kategorie treffend zusammenfasst. Bei Batida etwa „Spirituose, frische Früchte und Zuckerquelle“. Daraus erhellt bereits; Die Kategorie mit der Formel ist wichtig, nicht die einzelnen Rezepte!

Selbstverständlich sind auch andere Systematiken denkbar, wie beispielsweise die Untergliederung des Berufsverbandes der Bartender, die etwa die Gruppen Pre-Dinner, After-Dinner, Long Drink Style, Popular Cocktails und Special Cocktail vorsieht. Diese Gliederung halte ich für problematisch, weil sie den Verwendungszweck in den Vordergrund stellt, und nicht die Zubereitung. Für unser Ziel ist diese Gliederung darum nicht geeignet.

Eine weitere Gliederung könnte man nach Spirituosen vornehmen. Uns hilft diese für unser Unterfangen nicht weiter: Wir wollen nicht einzelne für eine bestimme Spirituose bestimme Drinks mixen, sondern mehr Verständnis erlangen.

Ich möchte hier jedoch nicht den Sinn von Einteilungen diskutieren, sondern in erster Linie Hilfestellungen zu einem Überblick und zu einem erleichterten Lernen bieten.

Wir wissen jetzt also zumindest, dass es eine Vielzahl von Kategorien gibt, um Drinks gegeneinander abgrenzen. Dabei haben wir erkannt, dass eine systematische Gliederung nach Arten des Cocktails ein Lernen vereinfacht. Das Ziel ist damit definiert. Wir versuchen nun herauszufinden, WIE sich die einzelnen Arten voneinander abgrenzen lassen.

Weiter dann im zweiten Teil.

Literatur:
ADAM/HASNEBEIN/HEUSER (Hrsg.), Cocktailian: Das Handbuch zur Bar, Plattenburg 2010

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Rezension: Widderbar, Zürich

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Die Widderbar hat eine neue Karte. Das heisst, so neu ist sie nicht, jedenfalls besteht sie seit August 2011.

Es hat sich einiges geändert. Die Karte präsentiert sich modern, ohne den Spagat zu den Klassikern zu verlieren. So findet sich beispielsweise neben dem Dark&Stormy auch der Gin Basil Smash. Ganz dem Zeitgeschmack entsprechend hält sie auch eine eigene Rubrik für klassische und Vintage Drinks bereit. Ganz besonders stechen allerdings die Eigenkreationen hervor, die sich neben den mächtigen Klassikern nicht verstecken müssen.

Während ich mich für den „Blood&Sand“ entscheide, wählt meine Begleitung die Eigenkreation „La Sirena“. Ein Cocktail mit Vanille-flavoured Rum, Limettensaft, Zuckersirup und -was aufhorchen lässt- Feigen-Veilchen Marmelade. Die Bestellungen werden schnell abgearbeitet. Das Tempo in der Widder-Bar scheint auch sonst sehr zügig zu sein. Dies bezeugt auch der aufmerksame Service, der ständig neue Knabbereien serviert. Die Vanille macht sich exquisit im Cocktail, ohne aufdringlich zu wirken. Die Marmelade mögen wir nur ganz dezent herauszuschmecken, für mich hätte es hier mehr sein dürfen. Ein gelungener, harmonischer Cocktail, dessen Potential das Team von Markus Blattner sehr gut aufgeschlossen hat. Diese Eigenkreation vermag uns zu begeistern und auch der Blood&Sand mit Famous Grouse, frischem Orangensaft, Cherry Heering und Carpano Antica Formula schmeckt uns.

Wir haben Hunger und bestellen den Fjordlachs und die Avocadocrème. Der Lachs ist nicht zu kalt und die dazu gereichte Meerretich-Mousse passt mit ihrem scharfen Kontrast köstlich zum Fisch. Dazu werden warme Toastscheiben gereicht, die allerdings etwas trocken sind. Frisch und vollmundig isst sich hingegen die grosszügige Portion Avocadocrème. Die bald leere Schale mit Nachos wechselt der Service unaufgefordert gegen eine neue aus.

Die Widderbar ist ein Ort, wo man sich gerne aufhält. Die dezente Live-Musik und gedämpfte Beleuchtung lassen eine Atmosphäre aufkommen, die für klassische Bars typisch ist. Da die Bar zum Hotel gehört, erstaunt es nicht, dass sich dort Gäste aus aller Welt einfinden; Am Nebentisch spricht man Tschechisch und weiter vorne unterhält sich ein amerikanisches Paar. Die Widderbar bietet hohe Qualität, und gehört deswegen wohl mit zu den besten Bars in Zürich. Die Preise sind selbst für dortige Verhältnisse gut platziert, was aber dank des hervorragenden Services nicht weiter auffällt. Wir kommen wieder!

Widderbar

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5 Decades

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Heute möchte ich euch wieder mal einen Cocktail vorstellen. Diesmal eine kleine Eigenkreation, welche ich zum Geburtstag meiner Mutter kreierte.

Das Ziel war ein leichter nur wenig alkoholischer Aperitif, der aber trotzdem aromatisch schmeckt. Da ich vor kurzem Cocktails mit Schaumwein für mich entdeckte (obwohl ich sonst kein grosser Freund, dieser Prickelbrause bin ;) ), war mir klar, dass ich diesmal was mit Prosecco versuchen wollte. Sofort kam mir auch der bekannte Aperitif Cynar in den Sinn, welchen ich pur sehr gerne mag und schon lange mal in einem Drink vermixen wollte. Um die Frucht des Schaumweins zu unterstützen, griff ich zum Lantenhammer Williamslikör, einem, meiner Meinung nach, fantastischem Produkt, welches ein geniales Fruchtaroma transportiert. So entstand folgender Cocktail

5 Decades

  • 3cl Lantenhammer Williamslikör
  • 1.6cl Cynar
  • 0.6cl Zitronensaft
  • 1 Dash Angostura Bitters
  • Prosecco

Das ganze auf Eis rühren, in ein Champagnerglas geben und mit Prosecco auffüllen. Als Prosecco verwendete ich einen Extra Dry von Raphael Dalbo (gibt es im Coop für 13.90 CHF). Zum Schluss noch 1 bis 2 Tropfen Angostura über den Drink träufeln. Das gibt ihm eine wunderbare, aromatische Duftnote. Ingesamt ist der Cocktail eher auf der herben, aromatischen Seite. Mehr Cynar oder Angostura Bitters würde ich nicht verwenden, da sonst sowohl Williams als auch der Prosecco völlig untergehen. Da der Williamslikör selbst eine sehr ausgeprägte Süsse mit sich bringt, brachte ich den Zitronensaft ein, um diese Süsse etwas zu korrigieren. Natürlich hätte ich einen Williamsbrand verwenden können, der weitaus weniger Süss ist, als ein Likör. Aber ich wollte, dass der Cocktail nicht zuviel Alkohol besitzt.

Viel Spass beim Nachmixen.

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Padovani

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Es gibt Drinks, welche zutatenmässig, im Vergleich zu anderen Cocktails, geradzu bestechend simpel sind. Das heisst nicht, dass sie einfach herzustellen sind oder, dass sie einfach/eindimensional schmecken. Richtig gemacht, ist das Gegenteil der Fall, den gerade die Beschränkung auf wenige Zutaten lässt der Grundspirituose besonders viel Platz zur Entfaltung und erlaubt es dem Gaumen Unterschiede zwischen den verschiedenen Produkten einfacher zu unterscheiden
Der Gin-Tonic ist ein bekannter Vertreter dieser Gattung und wird von vielen Leuten verwenden, um verschiedene Gins im Cocktail kennenzulernnen.
Die Zutaten dafür: Gin und Tonic Water.

Kommen wir nun aber zum Kern dieses Beitrags: Der Padovani.
Den Padovani entdeckte ich das erste Mal im Diffords Guide #7. Benannt ist dieser Drink nach Xavier Padovani, einem der Traveling Mixologists und Brand Ambassador von Hendrik’s Gin.

Padovani

Padovani

Im Originalrezept wird nach gleichen Teilen Scotch Whisky und St. Germain Elderflower Liquor. Als Garnitur wird eine Zitronenzeste vorgeschlagen.
Wie bei fast allen Rezepten, welche Scotch Whisky verlangen, wird nicht spezifiert welche Art man damit meint. Passt ein fruchtiger Malt, ein süsser oder gar ein Rauchiger? Im Difford’s Guide wurden alle Scotch Rezepte mit Famous Grouse Blend gemacht.

Das Rezept liest sich zwar sehr interessant, aber das Verhältnis 1:1 lässt dem Whisky in den meisten Fällen fast keine Chance. Ich persönlich finde, dass ein Verhältnis von 4:1 (Whisky:Likör) ein sehr geeignetes Grundrezept ist. Je nach Whisky kann man den Liköranteil erhöhen oder veringern.
Eine Garnitur würde ich weglassen.

Ebenso ersetze ich den Blended Scotch durch Single Malt, was einige Puristen jetzt wahrscheinlich gequält aufstöhnen lassen wird. Aber es muss ja nicht der Nonplusultra Malt für 300 CHF sein.
Es funktioniert auch nicht mit jedem Whisky. Gerade filigrane Whiskys würde ich nicht vermixen, da man hier den Liköranteil so weit reduzieren muss, bis man den Whisky auch pur trinken könnte.

Sehr gut funktioniert der Old Pulteney 12y, für wenig Geld bekommt man hier einen wunderschönen Malt, den ich bereits einmal vorgestellt habe. Im Padovani glänzt er vor allem mit einer schönen Bananennote.  Allgemein gilt: fruchtige Whiskys funktionieren relativ gut.
Auch sherrybetonte Whisky wie ein Mortlach 16 oder ein Bowmore 15 darkest, der auch noch schöne Rauchnoten mit sich bringt, funktionieren hier und ergeben ein eher spezielles Gesamtergebnis. Man sollte sich aber bewusst sein, dass der Sherry bei weitem nicht so präsent sein wird, wie beim Purgenuss. Ich hatte das Gefühl, dass die Sherrynoten besonders empfindlich sind.

Wer jetzt glaubt, dass rauchige Whiskys hier nicht funktionieren (wie ich es zu Beginn tat), täuscht sich gewaltig. Ein Smokehead (was der genau drin hat, weiss ja niemand so genau) macht einen wunderbar rauchigen Padovani, der vom Holunderblütenlikör unterstützt wird. Aber auch ein Laphroaig oder ein Ardbeg werden funktionieren. Laphroaig 10y gehört für mich zu den besten Standardabfüllung.

Wer gerne etwas schweizerisch bleibt, greift zu einem Säntis Single Malt. Hier ist aber Vorsicht mit dem Holunderblütenlikör geboten, da der Whisky (in Bierfässern ausgebaut) selbst schon sehr süss daherkommt.

Obige Whiskys sind natürlich nur Vorschläge, testet einfach selbst.

Hier das Rezept wie ich einen Padovani mache.

  • 4cl Whisky
  • 1cl St. Germain Elderflower Liquor

Im Tumbler aufbauen und verrühren. Prost!

P.S.
St Germain Likör gibt es bei ullrich.ch oder bei Jelmoli

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Liquid Christmas

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Eigentlich sollte dieser Post schon zur Weihnacht raus. (insert your favourite excuse here) Aber wie es halt so ist: Weihnachtstress und nach den Weihnachten für fast 4 Tage krank. Somit kommt der Cocktail mit diesem Namen etwas zu spät, aber Weihnachten ist ja alle Jahre wieder.

Eigentlich bin ich über einen Tee, genauer einen Orangen-Zimt-Tee, welchen ich mal auf der Arbeit entdeckte, auf die Idee dieses Cocktails gekommen. Im Vordergrund standen als zuerst starke Orangen- und Zimtaromen, welche aber im Laufe der Entwicklung zugunsten anderer Aromen und der Basisspirituose zurückgeschraubt wurden. Mit dem Ergebnis, dass der Cocktail so doch besser harmonierte.
Wie der Name “Liquid Christmas” bereits verrät, wollte ich neben den oben angesprochenen Aromen eine Art flüssige Weihnachten kreieren, also einen Cocktail, der einem an die Gerüche von Weihnachten erinnert. Natürlich ist es kaum möglich alle weihnachtlichen Gerüche in einen Cocktail unterzubringen, deshalb musste ich mich für ein paar wenige entscheiden: Nelken, Orangen, Zimt und Anis. Und natürlich Gin, aber Gin geht immer, nicht nur zu Weihnachten ;)

Da ich mir keinen Zimtsirup kaufen wollte, habe ich ihn selbst aufgesetzt: 4 Zimtstangen mit Wasser und Zucker (1:1) aufkochen und auf mittlerer Stufe etwas kochen lassen, in eine Flasche füllen und ca. 3-4 Tage ziehen lassen, was einen kräftigen, mit ganz leichten Holztönen, Sirup ergibt.

Meine ersten Versuche waren alle pappsüss und der Gin war völlig im Hintergrund. Nach und nach reduzierte ich die Zutaten bis ich ein akzeptables Ergebnis hatte. Akzeptabel ist allerdings nicht genug, also machte ich mich daran, den Gin und die Nelken bei meinen Versuchen wegzulassen, um zuerst das richtige Verhältnis der anderen Zutaten zu finden. Erst als mir dies gelungen war, vermixte ich das Ganze im richtigen Verhältnis und musste es nur noch im Kleinen anpassen.

Nun aber zum eigentlichen Rezept

Liquid Christmas

  • 3cl Gin (Tanquery 10)
  • 4 Nelken
  • 0.8cl Grand Marnier CR
  • 0.2cl Orangensaft (frisch)
  • 0.4cl Zimtsirup
  • 1/2BL Absinth

Nelken zerstossen oder zebrechen und ca. 10 Minuten mit dem Gin ziehen lassen.
Die anderen Zutaten hinzugeben, auf Eis schütteln und in einen Cocktailspitz abseihen.

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Guten Rutsch ins Jahr 2010

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mija.ch wünscht euch einen guten Rutsch ins neue Jahr und ein erfolgreiches 2010!

Passend dazu ein schöner Cocktail, welcher in einem kleinen Experiment entstanden ist.

Genesis

  • 4cl Orangensaft
  • 3cl Aperol
  • 0.8cl Bols Genever

Im Glas aufbauen und mit Orangenzeste garnieren (leider gerade kein Foto zur Hand)

Ein erfrischender Aperitif, der durch den Genever eine schöne, malzige Süsse beinhaltet.
Inspiriert hat mich dazu mein Grossvater, der jeweils einfach Orangensaft, Aperol und einen Schuss Gin serviert (ungekühlt). Sozusagen, war dies meine erste Berührung mit Cocktails. Deshalb auch der Name, Genesis.

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  • Published: Apr 19th, 2009
  • Category: Cocktails
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Rubi Cass

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Eigentlich handelt es sich bei diesem Cocktail um eine Variante des Parisian Cocktail (oder Parisian Martini bei Difford).  Der Parisian Cocktail wurde in den 20er Jahren erschaffen, um Crème de Cassis bekannter zu machen.

Diese ursprüngliche Version verlangt zu gleichen Teilen nach Gin, trockenem Wermut und Crème de Cassis. Der Rubi Cass, so gefunden auf einer Flasche von Simon Ainée Creme de Cassis besteht zwar aus denselben Zutaten, besitzt aber eine  grösseren Anteil trockenen Wermuts, was mir persönlich besser schmeckt als die Formel 1/1/1.

Rubi Cass

  • 3cl Noilly Prat Dry
  • 1cl Crème de Cassis
  • 1cl Gin

Rubi Cass (das ist kein Longdrinkglas)

Auf Eis schütteln und in ein geeignetes Glas (Parisian Cocktail nutzt ein Cocktailglas) abseihen.

Die Mengen kann man natürlich anpassen (bzw. erhöhen), wichtig ist ja das Verhältnis. Ich mag allerdings einerseits diese kleinen Gläser (oben im Bild) und andererseits serviere ich den Rubi Cass gerne als Aperitif und da nicht alle Leute einen Cocktail vom Kaliber eines Negroni trinken wollen/können, passt das wunderbar.

Meistens benutze ich Tanqueray als Gin für diesen Cocktail. Wer es eher etwas milder mag, kann z.b. auch Whitley Neill verwenden, was auch zu einem runden, schönen Ergebnis führt.

Auch sehr schön funktioniert Bols Genever mit seiner kräften, malzigen Note.

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