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Musik in der Bar: Vienna Teng

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Es ist August!
Und wie ich im März dieses Jahres angekündigt habe, ist swisscocktailblog somit wieder aktiv.  Es war eine intensive und ereignisreiche Zeit (die letzten paar Monate des Jahres dürfen gerne etwas ruhiger sein ;) ) während derer ich mich kaum um Cocktails oder Spirituosen gekümmert habe. Das soll sich nun natürlich wieder ändern, schliesslich benötige ich ja Material mit welchem ich diesen Blog füllen kann.

Ich denke die Postfrequenz wird in etwa gleich bleiben, da ich neben dem Blog auch noch weitere Projekte plane und durchführe, welche nicht unbedingt mit den Themen dieses Blogs verwandt sind und mir ebenfalls am Herzen liegen. Zu gegebener Zeit gibt es dazu sicherlich den einen oder anderen Post hier :)

Aber zurück zum heutigen Post für welchen wir das Thema Cocktails kurz verlassen, um über Musik dann wieder in beziehungsweise an der Bar zu landen. Denn heute geht es um eine Dame, deren Musik sehr gut als Untermalung einer schönen Bar passt (natürlich nicht nur dort, dafür ist Vienna Teng zu talentiert, aber irgendwie muss das Ganze ja noch einen Bezug zu den Kernthemen des Blogs haben).

Vienna Teng

Vienna Teng wurde im Jahre 1978 in Kalifornien als Kind taiwanesischer Einwanderer geboren. Ihr richtiger Name lautet Cynthia Yih Shih, Vienna Teng, ihr Künstlername, bezieht sich auf die klassische Musik der gleichnamigen österreichischen Hauptstadt Wien (Vienna/Wien).

Sie gilt gemeinhin als Singer/Songwriterin (was auch bedeutet, dass sie ihre Musik und Text grösstenteils selber schreibt) und ihre zumeist ruhige Musik beinhaltet Einflüsse aus dem Jazz, Pop, Folk aber auch A-Cappella. Typisch für ihre Musik ist auch das ruhige Piano, dass sie selbst spielt, welches sehr viele ihrer Lieder begleitet. In meinen Augen sind es gerade diese ruhigen, klavierlastigen Stücke, welche, unterstützt durch ihre tolle Stimme, die Musik so grossartig machen. Auf ihren neuren Alben finden sich dann aber auch Stücke mit E-Gitarre.

Vienna Teng begeisterte sich seit frühester Kindheit für Musik und lernte früh Klavierspielen und nahm für kurze Zeit Gesangsunterricht, bis sie zur Einsicht kam, dass sie keine Lust verspürte, Geld auszugeben, um sich dann von einem Lehrer sagen zu lassen, was sie alles falsch machte. So blieb sie Autodidaktin und brachte sich das Singen ganz nach dem Motto Learning-By-Doing bei. Vor allem die Live-Auftritte lernten Vienna Tang ihre Stimme als Instrument zu nutzen.

Die Karriere

Bevor Vienna Teng sich vollends der Musik verschrieb, mache sie im Jahr 2000 an der Stanford Unversity ihren Abschluss in Computerwissenschaften, gemäss eigener Aussage, mehr aus einem Versprechen gegenüber ihren Eltern, wenigstens einen richtigen Beruf auszuprobieren. Sie wusste schon damals, dass sie keine Karriere in dieser Berufssparte machen wollte. Nach dem erfolgreichen Abschluss ihres Studiums arbeitete Teng zwei Jahre lang als Programmiererin bei Cisco Systems in Sillicon Valley bis sie 2002 diesen Job hinschmiss um sich ganz der Musik zu widmen. Im selben Jahr unterschrieb sie einen Vertrag bei Virt Records und veröffentlichte mit Waking Hours ihr erstes Album, welches viele Songs enthielt, die sie noch während ihrer Studienzeit schrieb. Mittlerweile nahm Vienna Teng bereits 4 Alben auf tourte unter anderem mit Joan Baez oder Marc Cohn. Sie ist öfters in Deutschland unterwegs und ich empfehle jedem ein Konzert von ihr zu besuchen. In der Schweiz ist sie leider selten unterwegs :(
Seit diesem Jahr (2011) ist Vienna Teng nicht mehr als Vollzeitmusikern tätig sondern besucht die Unversity of Michigan in Ann Arbor bzw. das dortige Erb Institute for Sustainable Enterprise, was soviel bedeutet, wie (um es in Vienna Tengs Worten auszudrücken)

I’m going to study “green” business—joining the effort to tackle environmental and social issues through for-profit companies

Von Unternehmen ausgelöste ökologische und soziale Probleme lösen (korrigiert mich, falls ich falsch liege)

Als Musikern wird sie uns aber trotzdem erhalten bleiben und das ist auch gut so!
Von melancholisch, nachdenklich bis fröhlich, von sehr “jazzig” bis ruhiges Klavier, Vienna Teng ist vielseitig und ihre Musik ist meiner Meinung einfach toll (für eine Bar aber auch für entspannte, ruhige Momente)

Anspieltipps: Gravity, City Hall, The Tower, Harbor, Anna Rose, Transcontinental 1:30am

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Kinder an der Bar

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Mike Meinke, Inhaber der Triobar, hat im Zuge eines Projektes (Kinder besuchen Eltern am Arbeitsplatz) eine Gruppe Kinder in seine Bar eingeladen, um ihnen seinen Arbeitsplatz zu zeigen. Selbstverständlich ohne Alkohol.

Den sehr unterhaltsamen Bericht könnt ihr in seinem Blog Das-Gastronom nachlesen.

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Deutscher Wein in der Schweiz

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Nadja Öhrlein vom Informationsbüro deutsche Weine erzählt in einem Interview mit dem zueritipp über Vorurteile gegenüber deutsche Weine.

Ich kenn zwar keine deutschen Rotweine, aber gegen ein breiteres Angebot an deutschem Riesling hätte ich absolut nichts. Coop bietet z.b. gerade mal zwei verschiedene Abfüllungen desselben Herstellers an und in Restaurants ist es ebenfalls schwierig Riesling zu finden.
Ich will mehr Riesling!

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Beobachtungen zur deutschsprachigen Bar-Blog-Welt

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Jörg Kalinke vom drinkmix-Blog hat sich einige Gedanken zur deutschsprachigen Bar-Blog-Szene gemacht und konstatiert eine gewisse Themen- und Innovationsflaute.
Leseempfehlung und sicherlich ein guter Ausgangspunkt für spannende Diskussionen in den Kommentaren des drinkmix-Blogs

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Barrel Aged Cocktails

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Jeffrey Morgenthaler tat dies bereits zu Beginn dieses Jahres, aber vor kurzem hat die New York Times  das Thema Barrel Aged Cocktails oder zu deutsch fassgelagerte Cocktails aufgegriffen. Zeit also, euch dieses Thema nicht vorzuenthalten.

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Schweizer Brennkunst in Stuttgart

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Am 14. Dezember leitet Lorenz Humbel, dessen Destillerie hier auf swisscocktaiblog.ch bereits vorgestellt wurde, im Tonstudio Stuttgart durch ein Schweizer Obstbrand Tasting. Wer also mal Schweizer Obstbrände näher kennenlernen will, was ich jedem empfehle, sollte dies nicht verpassen.
Weitere Informationen findet ihr im Facebook-Event

Mich würde auch eure Meinung zum Whisky interessieren (falls er diesen mitbringt). Postet diese doch einfach als Kommentar.

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Impressionen von der SwissBarWorld 2010

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Früchte im Eis

Früchte im Eis

Bereits beim Studieren der Infobroschüre zur SwissBarWorld wurde aufgrund des Hallenplans klar, dass die SwissBarWorld grösser sein wird als noch 2009. Während man letztes Jahr geschätzte 2/3 der Halle benutzte, schien es dieses Jahr gegen 100% zu gehen.  An der Aufteilung der Veranstaltungsplattformen “Showbühne”, “Flairtendingarea”, “Forum SwissBarWorld” und “Form Pernod-Ricard” hat man festgehalten, ebenso am Grundsatz, dass es sich um eine reine Fachmesse handelt. Geändert hat man aber die Durchführungszeit und verschob die Messe um einen Tag, so dass sie 2010 sonn- und montags stattfand. Für mich natürlich eine wunderbare Änderung von der ich hoffe, dass sie nächstes Jahr immer noch Gültigkeit besitzt.

Für eine Veranstaltung ist es natürlich immer wichtig, Besucher und Aussteller zu binden. Der SwissBarWorld scheint dies, betrachtet man sich die Aussteller, gelungen zu sein. Viele der Aussteller vom letzten Jahr fanden sich auch dieses Jahr wieder ein. Komplettiert wurde dieser Reigen durch eine Anzahl neuer Aussteller bei denen es sich erfreulicherweise nicht nur um grosse Konzern sondern auch um kleinere Institutionen handelte.

Sonntag

So stürzte ich am frühen Sonntagnachmittag ins Getümmel der SwissBarWorld 2010, wobei Getümmel etwas übertrieben ist. Die Messe war zu keiner Zeit überfüllt und man konnte sich sehr frei bewegen. Die negative Interpretation dieser Tatsache wäre natürlich, dass die Messe zu wenig Besucher anlockte.

Sensorik

Los ging es mit einem Vortrag über Sensorik durchgeführt von Patrik Zbinden, den einige vielleicht von DRS3 kennen. Hier wurde dann auch schnell mit der veralteten Annahme aufgeräumt, die Zunge besitze mehrere Geschmackszonen. Ein sehr interessanter Vortrag, gerade auch, weil Herr Zbinden nicht aus dem Barbereich kommt und so etwas unbefangener an die Sache heranging, was sich dann in, auf den ersten Blick vielleicht, ungewöhnlichen und vielleicht etwas sehr theoretischen Ideen und Vorstellungen niederschlug. Ein roter Faden des Vortrags war aber die Wichtigkeit des Gesamtpaketes. Was versteht man unter einem Gesamtpaket bei einem Cocktail?
Natürlich unter anderem das Zusammenspiel von Geschmack, Geruch, Aroma und Mundgefühl. Hinzukommt aber noch der visuelle Aspekt abgesehen von der Deko, insbesondere von Schaum ist Her Zbinden begeistert, aber auch die Präsentation des Getränkes, das rundherum wie z.b. Snacks etc. sind von Wichtigkeit. Selbst das Ohr wurde nicht vernachlässigt und als Beispiel diente z.b. das Geräusch beim Ausschenken von Flaschen. All dies sind Eindrücke, welche auf den Gast einen psychologischen Effekt haben (der Effekt von Farben ist ja schon länger bekannt) und den Gast in seinem Verhalten dementsprechend beeinflussen können, sowohl positiv als auch negativ. Marketingabteilungen machen sich diese Erkenntnis schon lange zu Nutze, in dem sie z.b. mit Düften versuchen Konsumenten im Kaufhaus zum Erwerb von Produkten zu bewegen.
Ein sehr interessanter Einstieg, der Lust auf Mehr machte, deshalb zog ich dann auch gleich weiter zum nächsten Event.

Tasting von Schweizer Whisky

Die Schweiz hat noch keine lange Tradition was das Brennen von Whisky anbelangt, dementsprechend kritisch beurteilen viele Leute das Schweizer Lebenswasser. Verkostet wurden 6 Produkte, welche unter der Leitung von Hansjörg Zehnder probiert wurden. Ohne grosse Erklärungen oder Einführung ging es dann auch gleich los und wir begannen uns Notizen zu den verschiedenen Kriterien zu machen. Zu jedem Produkt gab es 20 Punkte zu verteilen, so z.b. für den Geruch oder die Frucht, was ich etwas merkwürdige Bewertungskriterien fand.
Einige warten jetzt bestimmt schon hämisch grinsend auf die Testresultate, um sich in ihrer kritischen Meinung gegenüber Schweizer Whisky, bestätigt zu sehen. Nun was soll ich sagen? Leider scheint eure Meinung grösstenteils der Wahrheit zu entsprechen. Die meisten, nicht alle, der Whisky schmeckten unreif und grün und damit meine nicht vegetabile Noten à la Heide oder Heu, sondern grün, wie zum Teil Grappa. Herr Zehnder hat uns noch einen Aberlour 10y unter die Kandidaten untergejubelt, welcher von mir auch prompt die höchste Punktzahl erhielt. Allerdings musste sich dieser den ersten Platz mit dem “Ourbeer” Whisky teilen, einem soliden Schweizer Vertreter mit eine schönen würzigen nach Dörrfrüchten schmeckenden, schweren, Note.

Eine Kochshow sowie das Ende der Gin-Trockenheit in der Schweiz

Kochen und Klaumauk

Auf der Showbühne turnten dann die bereits vom letzten Jahr bekannten Köche Thomas Krebs und sein Kompagnon herum, welche Barfood präsentierten. Noch mehr Show und Gags, die nicht besonders lustig waren, wie letztes Jahr noch weniger Inhalt als letztes Jahr, aber den Zuschauern schien es zu gefallen. Ich verliess das Ganze nach 10 Minuten. An einer Fachmesse erwarte ich dann doch etwas mehr Fachliches und nicht nur Klamauk.

Ich nutze die Zeit, um mir mal die Messen und deren Aussteller etwas genauer anzuschauen.
Neu dabei dieses Jahr war die mobile Absinth-Bar, die ich natürlich, als absolut Absinth-Unerfahrener, aufsuchen musste. Die Bar befand sich in einem kleinen Bus, dessen Seite man wie einen Marktstand mit Markise öffnen konnte. Ich wusste, dass am Freitag in der Bar zu welcher dieses mobile Pendant gehörte, der beste Schweizer Absinth prämiert wurde. Also fix den Sieger mit etwas eiskaltem Wasser verkostet. Sehr empfehlenswertes Produkt!

Etwas weiterhinten stiess ich auf casa-del-tequila, welche bereits 2009 mit einem Stand anwesend waren. Wie der Name schon vermuten lässt, ist hier Tequila angesagt. Doch das interessierte mich nur am Rande, denn ich wusste, dass dieser Shop offizieller Importeur von Geranium Gin ist und so suchte ich kurz seine Produkte durch und mein Blick blieb an einem Regal hängen, welches voller Gin war und zwar nicht einfach Gordon’s oder Tanqueray. Martin Miller Westbourne Strength, Junipero, Monkey 47, Hayman Old Tom um mal einige zu nennen. Und das Beste, die sind ab sofort im Einzelhandel erhältlich. Leider mit einem Haken. Der Preis. Wie üblich ist der Preis natürlich höher als in Deutschland und man muss mit ca. 30% -100%(The Duke Munich Dry Gin) Aufschlag rechnen. 30% sind normal, 100% erscheinen mir doch arg viel. Als Vergleichsbasis diente barfish.de

Spannende Podiumsdiskussionen und ein leckeres Whisky-Tasting

Man hat sich entschieden, die 5 Kandidaten des SwissBarAwards, dem Publikum in Form einer Podiumsdiskussion vorzustellen. Sehr interessant mal die Menschen hinter dem Tresen bzw. Cocktail zu sehen und deren Meinungen und Philosophien zu hören.
Moderatorin Jennifer Ann Gerber hatte zwar keinerlei Ahnung von der Materie machte aber zumindest einen Teil wieder mit ihrer sympathischen Art wett. Bitte nächstes Jahr wiederholen, gerne auch in einer „extended Version“ mit längerer Dauer.

Kandidaten des "Barkeeper of the year" Award

Als Whiskyfreund konnte ich mir natürlich das Whisky & Food Matching Seminar nicht entgehen lassen. Geleitet von einer deutsch sprechenden Engländerin, die man nur schon wegen ihres Dialekts mögen muss. Da wir nur zu viert waren, konnte sie sich natürlich auch mehr Zeit nehmen und nutzte diese um gleich selbst am Tasting teil zu nehmen. Um was ging es überhaupt?
Es wurden verschiedene Glenlivets und dazu passende Schokolade und Früchte gereicht. Ziel war es zu erfahren, wie gewisse Früchte oder Schokolade mit dem Whisky harmonieren (oder auch nicht). Hervorheben muss ich hierbei die Kombination Glenlivet Nadurra und Himbeeren.
Ich hab zwar in diesem Seminar nicht viel gelernt (ausser mit was Glenlivet zusammenpasst), aber unheimlich Spass gehabt.
Dies war dann auch gleich der letzte Event vor den SwissBarAwards im Club Bolero.

Montag

Die Award-Nacht hat zwar ihren Tribut gefordert, doch das konnte mich natürlich nicht davon Abhalten der SwissBarWorld auch montags einen Besuch abzustatten.

Die Schweiz zeigt was sie zu bieten hat

Simon Schmidlin präsentiert Cocktails mit Seelandspirituosen

Als erstes gleich ein Event, der mich bereits im Vorfeld brennend interessierte. Cocktails mit Seeland-Spirituosen neu interpretiert. Präsentiert wurde dies vom SwissBarAward Kandidat Simon Schmidlin.
Den Anfang machte ein Negroni bei dem der Campari mit Gran Classico Bitter ersetzt wurde, weiter ging es mit einer Abwandlung des Sazeracs bei dem der Cognac/Rye durch Pflaumenbrand substituiert wurde. Dabei blieb es natürlich nicht und es folgten weitere Drinks mit Birnen bzw. Williamsbrand. Simon Schmidlin gestaltete dieses Referat sehr informativ und kurzweilig. Schade nur, dass so wenig Besucher anwesend waren. Ob das an der “frühen” Tageszeit lag?

Zucker in Edelbränden und ein Konsumententest

Auch der nächste Beitrag fand im sehr intimen Rahmen statt, nämlich mit drei Leuten (inklusive Referentin). Thema war Zucker in Edelbränden, sowie die Erkenntnis, dass der Alkoholgehalt einer Spirituose durchaus Einfluss auf den Geschmack hat. Diese Erkenntnisse wurden durch eine Studie bzw. einen Konsumententest gewonnen, welcher von der Agroscope in Wädenswil durchgeführt und von Sonia Petignat an der SwissBarWorld vorgestellt wurde.
Bei diesem Test wurden von einer Testgruppe von 84 Personen Kirsch mit verschiedenen Alkoholgraden blind verkosten. Beim Kirsch handelte es sich um ein extra für diesen Test hergestelltes Destillat. Es hat sich dabei herauskristallisiert, dass es erst zwischen 37.5%, dem Mindestalkoholgehalt eines Kirschs und 45% Alkohol einen signifikanten Unterschied im Geschmack gab, vorher nicht. Frauen bevorzugten die erste und Männer die zweite Variante. Diesen beiden Varianten, 37.5% und 45% wurde dann versteckt etwas Zucker (3g/l) hinzugegeben und die Kandidaten mussten erneut verkosten. Mit dem Ergebnis das der 45% Kirsch, entgegen dem was man bei Zugabe von Zucker erwarten würde, schärfer wurde.
Wir konnten dieses Experiment selber durchführen und der 45% Kirsch war in meinen Augen weitaus ausgewogener, dafür weniger frisch im Geschmack. Auch war der Alkohol diesem Kirsch weitaus weniger präsent als beim 37.5%. Spannend!

Weiter ging es mit einem Vortrag über die Totalrevision des Alkoholgesetzes, von welcher einige vielleicht bereits gehört haben. Hier möchte ich nicht viele Worte darüber verlieren, da ich dieses Thema in einem separaten Beitrag behandeln möchte.

Ein Erfolg

Die SwissBarWorld hat sich mit der zweiten Ausgabe definitiv weiterentwickelt, ohne sich grundlegend zu verändern. Die vorgenommenen Anpassungen und Weiterentwicklungen taten der diesjährigen Ausgabe sehr gut. Hervorheben möchte ich z.b., dass man sich entschieden hat 2010 mehr schweizspezifische Themen zu präsentieren, was ich als absolut gelungen bezeichnen will. Doch leider bleibt eine meiner Kritiken weiterhin bestehen: Der Umgang mit den neuen Medien lässt weiterhin zu wünschen übrig. So sind die Gewinner der SwissBarAwards weder auf der offiziellen Seite noch in Facebook zu finden. Ich wünschte mir, dass man dies nächstes Jahr ändert und die Möglichkeit des Internets besser nutzt.

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Warum ein Copyright auf Cocktails sinnlos ist

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Die meisten von euch haben sicherlich schon davon gehört, dass an der diesjährigen “Tales of the cocktails” die Idee von urheberrechtlich geschützten Cocktails diskutiert wurde. Einer der glühendsten Verfechter dieser Idee war Eben Freeman, Pionier des sogenannten Fat-Washing sowie Bartender im Tailor’s in Manhatten.

Anscheinend ist Eben Freeman frustriert, dass andere Bartender und Bars seine Techniken und Rezepte benutzen und ihm dabei selbst nicht als Urheber nennen. Seinen zweiten Punkt verstehe ich voll und ganz, während ich beim Ersten eine ganz andere Meinung vertrete. Natürlich, mögt ihr jetzt sagen, swisscocktailblog muss ja auch nicht davon leben. Lasst mich deshalb erklären, warum es sowohl für Konsumenten als auch für die Wirtschaft absolut keinen Sinn macht ein Copyright für Cocktails bzw. Rezepte einzuführen.

Bildquelle: ReeseCLoyd (flickr)

Rechtliches

Kommen wir zuerst zum rechtlichen. Rezepte können nicht urheberrechtlich geschützt werden. Auch nicht in den USA. Was natürlich nicht heisst, dass Rezeptebücher nicht geschützt sind, wobei hierbei das Buch, die Bilder, kurz das Gesamtwerk geschützt ist. Das Rezept, als simple Auflistung aller Zutaten ist dabei weiterhin nicht geschützt. (Was allerdings nicht heisst, dass ich Seiten aus dem Buch kopieren und verbreiten darf)

“Auch Rezepte, wie z.B. Kochrezepte, sind grundsätzlich nicht urheberrechtsschutzfähig, da sie vorwiegend Handlungsanweisungen tatsächlicher Art enthalten. Etwas anderes gilt jedoch für Kochbücher, da hier ein wesentlich weiterer Gestaltungsspielraum, schon im Hinblick auf die Auswahl, Anordnung und Präsentation der verschiedenen Rezepte vorliegt.

Quelle: http://www.kochmeister.com/rezept_eintragen/urheberrecht.php

Weiteres kritisiert Freeman, dass sein Prozess des Fat-Washings nicht geschützt ist. Wie an anderer Stelle1 bereits angemerkt, hätte er dafür ein Patent beantragen können, was er aber anscheinend nicht getan hat.

Aber Dark n’ Stormy ist doch zum Beispiel geschützt!
Richtig, aber nicht das Rezept an sich, sondern der Name Dark n’ Stormy in Verbindung mit einem Cocktail. Dieser ist allerdings nicht urheberrechtlich, sondern markenrechtlich geschützt. Ich darf jederzeit einen Cocktail anbieten, der z.b. Bright & Sunny heisst und dasselbe Rezept wie der Dark n’ Stormy verwendet. Umgekehrt darf ich aber nicht einen Drink Dark n’ Stormy nennen, wenn er keinen Goslings Black Seal verwendet oder es sich um einen gänzlich anderen Cocktail handelt.

unsinnig

Eben Freemans grösstes Problem scheint zu sein, dass andere Leute einerseits seine Rezepte verwenden ohne ihn als Ureber zu nennen oder, was doch sehr dreist wäre, gleich sich selbst als Urheber bezeichnen. Diese beiden Probleme lassen sich aber weder mit dem Patent- noch mit dem Urheberrecht lösen. Vielmehr lassen hier gewisse Leute fundamentalen Anstand vermissen, indem sie getane Arbeit nicht mit einer Namensnennung honorieren. In meinen Augen absolut inakzeptabel. Ich bin der Meinung, wenn man einen Cocktail anbietet, welcher in einer anderen Bar oder auch von einem Connoisseur entwickelt wurde, soll auch der Urheber entsprechend gewürdigt werden. Wie gesagt, über Gesetze lässt sich fehlender Anstand allerdings nicht beheben.

Nehmen wir aber mal kurz an, dass sich Rezepte patentieren liessen. Nehmen wir weiters mal an, dass hierbei ähnliche Regeln wie bei der Musik gelten. Hierbei ergeben sich mehrere Probleme.

Sollte der Schutz von Rezepten gesetzlich verankert sein, müsste eine Instanz geschaffen werden, welche die Gesetze bzw. die Ansprüche von Rechteinhaber durchsetzt und regelt. Doch was sind die Ansprüche?

Geht es bei den Ansprüchen nur um Namensnennung, wie oben diskutiert?
Falls ja, wären solche Gesetze absolut unnötig, eine Verschwendung von Steuergeldern und ein unsinniger Moloch. Darum gehen wir jetzt mal davon aus, das der Sinn eines Urheberrechts auf Rezepte monetärer Natur ist. Ein Bartender entwickelt als einen neuen Drink, nennen wir ihn mal Gin Basil Smash. Fortan steht dieser Cocktail unter Schutz und darf nicht einfach so auf einer Barkarte verwendet werden. Stattdessen werden Lizenzgebühren fällig. Vielleicht einmalig, vielleicht jährlich.
Wer treibt diese Lizenzgebühren ein?
Der einzelne Barkeeper?
Wohl kaum, ich hoffe dieser hat Besseres zu tun, als durch die Welt zu reisen, um Bars zu kontrollieren.

Nein, eine Institution müsste her. Wir müssten also ein Monstrum à la RIAA/GEMA/SUISA erschaffen bzw. diese bereits existierenden Monstren verwenden. Diese Firmen müssen natürlich auch leben und zwacken noch etwas zusätzliches Geld von den Beteiligten ab. Wer also den Gin Basil Smash anbieten will, muss zahlen. Für eine etablierte Bar mag das funktionieren, aber neue Bars, welche einen geschützten Cocktail anbieten wollen, werden wohl noch andere hohe Ausgaben haben und ausserdem wollen sie ja nicht nur den einen Cocktail anbieten, sondern vielleicht zehn Geschützte, welche alle kosten.

Ein solcher “Schutz” ist absolut innovations-, wirtschafts und konsumentenfeindlich. Innovation beruht auch immer bis zu einem gewissen Grad auf dem kopieren und dem adaptieren von existierenden “Gütern”, selbst den Gin Basil Smash könnte man als Adaption ansehen.
Der Konsument wird leiden, weil es den Bars aus finanziellen Gründen nicht möglich ist, ein breites Angebot an geschützten Cocktails anzubieten und irgendwann ist es der Konsument auch Leid nur ein beschränktes Angebot dargeboten zu bekommen und besucht die betroffene Bar nicht wieder mit dem Ergebnis, dass diese schliessen muss.
Der Urheber, in diesem Falle ein Bartender profitiert nicht im gleichen Masse wie ein Musiker von einem Urheberrecht. Während der Musiker nämlich durch das Internet und Tourneen in kürzester Zeit weltweit operiert, bleibt eine Bar ein relativ lokales Geschäft. Eine Bar in New York wird keinen Cent weniger Umsatz erwirtschaften, wenn eine Bar in Zürich einen Cocktail der New Yorker Bar übernimmt. Natürlich gibt es auch in New York Bars, welche diesen Drink übernehmen können. Doch ich bezweifle ernsthaft, dass dadurch Umsatzeinbussen hingenommen werden müssen. Ich denke der Konsument möchte doch gerade die Geburtstätte eines Cocktails besuchen, natürlich in der Hoffnung das da der Drink am besten schmeckt. Sollte dies nicht der Fall und der Gast enttäuscht sein, hilft auch kein Urheberrecht.
Eine unentgeltliche Verbreitung eines Cocktails kommt dem Urheber doch zugute. Er und seine Bar werden bekannter, der Cocktails wird unweigerlich mit der Bar in Verbindung gebracht (siehe Gin Basil Smash)

Vielleicht sind einige immer noch nicht überzeugt, dass ein Urheberrecht mehr schadet als nützt. Stellt euch folgendes vor: Das Urheberrecht auf Rezept wurde bereits Anfangs 20. Jahrhundert installiert. Der Schutz auf ein urheberrechtlich geschütztes Gut erlischt erst 70 Jahre nach dem Tod des Rechteinhabers bzw. des letzten Miturhebers. Ich glaube wir können uns alle vorstellen, was für Auswirkungen dies auf die im Moment florierende Barkultur gehabt hätte. Sie wäre ganz bestimmt nicht so weit wie heute und es gäbe weitaus weniger interessante, hochstehende Bars wie es sie im Moment gibt.

Selbst Bartender sollten aus Eigeninteresse diese Idee von geschützten Cocktails, welcher ich äusserst geringe Erfolgschancen zugestehe, nicht unterstützen und vielmehr darauf pochen und achten, dass Urheber genügend gewürdigt werden.

Quellen:

  1. techdirt.com
  2. theantlantic.com
  3. Bild: ReeseCLoyd auf flickr
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Der tagesanzeiger im “Whisky-Castle”

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Der tagesanzeiger hat Ruedi Käser und seine Whiskys in Elfingen besucht und einen Bericht verfasst.
Herr Käser hat hierbei eine ziemlich klare Meinung bezüglich dem “Affentanz um den Jahrgang”.
In meinen Augen durchaus berechtigte Kritik an dieser Aussage und dem Bericht findet sich im thewhiskyforum.ch.

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neue Version der BarMix Software

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Viele von euch kennen sicherlich die freie Software “Barmix” von Mario Trefz. Barmix ist eine umfangreiche Software, welche zur Rezepte und Spirituosenverwaltung verwendet kann.

Eigentlich ist die Entwicklung von Barmix abgeschlossen, aber bisher war es nicht möglich, konkrete Produkte zu verrechnen, wenn man bei einem Rezept eine Spirituosenkategorie als Zutat verwendet. Als Beispiel soll der Negroni dienen, welcher Gin, roten Wermut und Campari beinhaltet. Die meisten von euch, werden in diesem Rezept keinen konkreten Gin angeben, sondern die Spirituosenkategorie “Gin”.  In diesem Fall wurde jeweils der Durchschnittspreis der Kategorie Gin zur Berechnung des Warenwerts verwendet.
Mit der Frage, ob es möglich sei, konkrete Produkte zu verrechnen, trat ich an Mario Trefz heran, der aufgrund meiner Frage eine neue Version von Barmix erstellte, in welcher man beim Hinzufügen eines Cocktails zu einer Rechnung wie beim abziehen vom Vorrat, ein konkretes Produkt verrechnen kann. Das heisst: ich kann beim Rezept z.b. Gin im Rezept angeben, aber beim Verrechnen ein konkretes Produkt wie z.b. Tanqueray verwenden.

Als kleines Schmankerl können neu auch andere Währungen als Euro für Rechnungen verwendet werden. Um von diesem Feature zu profitieren, muss die jeweilige Rechnung dafür präpariert werden (Rechnung auswählen -> Einstellungen)

Beträge von Rechnungspositionen werden normalerweise einmalig, bei ihrer Erstellung ermittelt. Dabei wird bei Mixgetränken mit abstrakten Zutaten wie z.B. Gin immer nach der konkret verwendeten Sorte gefragt, um deren individuellen Preis zu verrechnen.
Das Kontrollkästchen aktiviert die dynamische Berechnung aus den aktuellen Preisen des Artikels oder Mixgetränkes. Für abstrakte Zutaten von Mixgetränken wird dann ein durchschnittlicher Preis aller im Ordner enthaltenen Artikel verwendet. Außerdem können sich Rechnungsbeträge bei aktualisierten Artikelpreisen nachträglich ändern!

Die Einstellung gilt zunächst als Vorgabe für alle Rechnungspositionen, die später eingefügt werden. Wird die Option geändert, können die bereits enthaltenen Rechnungspositionen angepasst werden, obwohl dies nicht zwingend erfoderlich ist, denn jeder Rechnungsposition verfügt über eine individuelle Einstellung. Eine Mischung beider Varianten in einer Rechnung ist also möglich.

Quelle: Barmix Hilfe

Für weitere Infos schaut euch Barmix’ Changelog oder die Hilfe (F1) an.
Ich empfehle jedem zu einem Update.

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