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Schweizer Whisky: Hollen Single Malt (Weisswein)

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Die Destillerie Hollen brannte 1999, kurz nachdem das Brennen von Getreide legalisiert wurde, als erste Brennerei der Schweiz Single Malt. Ernst Bader und seine Familie konnten dabei von einer grossen Erfahrung als Brenner von Obstbränden profitieren. Allerdings hatte Ernst Bader bis zu dieser Zeit nur theoretisches Wissen über Whisky. Seinen ersten Single Malt, einen Glenfiddich 12y, bekam er am selben Tag geschenkt, als er das erste Mal seinen eigenen Whisky brannte. Wie die meisten Whiskys der Schweiz wird der Hollen Single Malt in einer Kolonen-Destille gebrannt. Im Falle von Hollen gleich dreimal (schottische Whiskys werden, bis auf ganz wenige Ausnahmen, nur zweimal destilliert). Mittlerweile werkelt der Pionier Bader bereits seit über 10 Jahren an seinem Whisky und hat mit seiner 10 Jahre alten Jubiläumsabfüllung sicherlich einen der ältesten Whiskys der Schweiz im Portfolio.

Als Fässer kommen französische Weiss (Chardonnay)- und Rotweinfässer zum Einsatz, wobei man seit kurzem dabei ist, mit amerikanischer Eiche zu experimentieren. Wer mehr über die Destillerie Hollen erfahren will, liest sich am besten den ausführlichen Bericht über die Brennerei durch.

Der heutige Whisky ist im Weissweinfass ausgebaut und mit 51.5% in Fassstärke abgefüllt. Der Whisky reifte 7 Jahre (auf der Website ist jeweils von 3 oder 7 Jahre die Rede, gemäss meinem Besuch sollte es sich hier aber um eine 7 Jahre alte Abfüllung handeln). Kostenpunkt: hohe 95 CHF inklusive Versand.

Tastingfläschchen mit Hollen Single Malt

Tastingfläschchen mit Hollen Single Malt

Tastingnotizen
Nase trockenes Holz, Tabak, Leder, etwas Pflaume, leichte Würze, z.t. leichte Noten wie Noilly Prat
Gaumen wieder trockenes Holz, Cerealien, leichte Schärfe, ölig, leicht Tabak, Trockenfrüchte
Abgang wärmend, dann lange nichts, am Schluss wieder Tabak

Diesem Whisky muss man unbedingt Zeit lassen!
Trinkt man ihn kurz nach dem Einschenken, schmeckt er eher eindimensional und vor allem scharf. Mit der Zeit legt sich aber die Schärfe und man bekommt ein interessantes Produkt geboten.

Die Nase war von Beginn weg sehr interessant, aber auch ziemlich schwierig einzuordnen. Was sofort auffällt ist die sehr trockene Holznote. Aber auch Gerüche die an Noilly Prat und Lillet Blanc erinnern, kommen zum Vorschein. Steht der Whisky dann etwas länger, dominieren die Holz- und würzigen Tabaknoten. Im Gaumen macht sich ebenfalls zuerst das Holz, gepart mit einer Getreidenote, bemerkbar. Trinkt man ihn zu früh, zerstört die Schärfe leider den Trinkgenuss, deshalb nochmals: Etwas stehen lassen. Dann wird man nämlich wiederum einer interessanten Tabaknote, einer schweren Süsse und Trockenfrüchten belohnt.

Auch der Abgang ist speziell. Zuerst eine nicht unangenehme, wärmende Schärfe. Dann sehr lange gar nichts, es macht sich bereits Enttäuschung breit über den kurzen Abgang. Aber der Brand meldet sich mit einer tollen Tabaknote zurück, die auch einige Zeit anhält.

Mir gefällt der Hollen Single Malt, ein interessanter Vertreter des “Lebenswasser”, welcher meiner Meinung nach auch mit seinen schottischen Brüdern mithalten kann.
Einziger Wermutstropfen ist der relativ hohe Preis.

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Schweizer Whisky: Stammheimer Single Malt

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swisscocktailblog bleibt der Schweiz treu und stellt ab sofort im Zweiwochen-Rythmus jeweils am Montag verschiedene Single Malts der Schweiz vor. Die Schweiz hat eine sehr junge Whisky-Tradition. Gerademal seit knapp 12 Jahren ist es in der Schweiz überhaupt erlaubt Alkohol aus Grundnahrungsmitteln, zu denen Getreide gehört, zu gewinnen. Im Vergleich zur Jahrhundertealten Tradition in Schottland ist etwas mehr als eine Dekade natürlich sehr wenig. Der älteste Whisky der Schweiz kann also maximal so alt sein wie eine Standardabfüllung in Schottland.
Viele der Schweizer Whiskys reifen auch nur gerade die gesetzlich vorgeschriebene Mindestlagerdauer von drei Jahren und sind verhältnismässig teuer.

Die Destillerie von Ernst Bader, welche 1999 den allerersten Whisky produzierte, habe ich bereits einmal vorgestellt.
Ihr findet alle vorgestellten Whiskys übersichtlich auf einer google-Karte unter der Kategorie Whisky.

Stammheimer Single Malt

Dieser Single Malt stammt aus dem Zürcher Weinland, genauer aus der Gemeinde Unterstammheim nahe zur Grenze des Kanton Thurgau. Gemeinsam mit den Gemeinden Waltalingen und Oberstammheim bildet Unterstammheim das sogenannte Stammertal, welches Schweizweit als eines der grössten Hopfenanbaugebiete bekannt ist. Auch der heute vorgestellte Whisky hat seine Wurzeln eigentlich im Hopfen.

Die Bauernfamilie Reutimann aus Unterstammheim, früher ein reiner Vieh- und Ackerbaubetrieb, aber seit langer Zeit auch mit dem Anbau von Hopfen vertraut, brachte vor einigen Jahren einen Likör auf Hopfenbasis heraus, den sogenannten “Hopfentropfen”. Dieses Produkt war als Digestif gedacht und legte den Grundstein für den immer noch anhaltenden Erfolg des Bauernhofs. Der “Hopfentropfen” ist mittlerweile weitum bekannt und beflügelt durch den Erfolg dieses Likörs zogen Reutimanns bald mit einem klaren Hopfenbrand und einem Bier nach. Gemäss eigener Aussage handelt es sich hierbei um die kleinste Bierbrauerei der Schweiz.
Neben den hopfenbasierenden Produkten kam natürlich im Laufe der Zeit der Whisky, um welchen es in diesem Beitrag hier geht, hinzu.
Der Stammheimer Single Malt wird in zwei Grössen angeboten 2dl und 5dl und kostet 24 CHF respektive 46 CHF. Beziehen kann man das Destillat entweder im Fachhandel oder direkt beim Hersteller.

Der wird aus eigener Braugerste hergestellt und reift drei Jahre in Bierfässern aus Eiche.

Der Whisky besitzt eine interessante Flasche

Der Whisky besitzt eine interessante Flasche

Tastingnotizen
Nase sehr süss, leicht Vanille, etwas Holz, leichte Würze. Ein wenig unspektakulär
Gaumen wiederum sehr süss, beinahe likörartig, würzig, leicht nussig, erinnert an Sherry, leicht zimtig, im Hintergrund etwas vegetabile Noten. Leider wird das Ganze durch die vorhandene Schärfe etwas gestört
Abgang leichtes brennen, Alkohol, unheimlich kurz

Die Nase ist doch etwas unspektakulär und erinnert an einen sehr milden Vertreter der Speyside.  Bereits in der Nase fällt die sehr prägnante Süsse auf, welche sich auch am Gaumen fortsetzt. Am Gaumen dann dreht der Whisky etwas auf und fällt mir einer leicht würzigen, sehr speziellen Süssen auf. Eventuell rührt diese von den Bierfässern her. Definitiv interessant. Weniger interessant ist der Abgang, welcher eigentlich nicht der Rede wert ist.

Im Anbetracht des für Schweizer Whisky doch eher günstigen Preises kann man diesen Whisky durchaus einmal ausprobieren. Mann macht hier sicherlich nichts falsch und als Digestif ist der Stammheimer Single Malt gut zu gebrauchen, wenn nichts Komplexes erwartet.

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Whiskyschiff 2010 in Zürich

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Auch im Jahr 2010 fand natürlich das Whiskyschiff in Zürich statt und auch dieses Jahr “musste” ich natürlich teilnehmen.
Dieses Jahr fand der Event auf vier Schiffen statt und auf jedem fand man unzählige Whiskysorten, sowie Ales, Weinbrand und Zigarren. Der Fokus lag aber erwartungsgemäss auf dem Whisky.
Bereits am Donnerstag öffneten sich die Tore des diesjährigen Whisky-Mekka und bereits nach einer Stunde um 17:00 waren die ersten Flaschen Lebenswasser gemäss Berichten aus dem Whiskyforum ausverkauft!
Irgendwie beängstigend.

Ich besuchte das Schiff wie jedesmal am Samstagabend, eine Entscheidung, welche ich nächstes Jahr bestimmt überdenken werde, denn die vier Schiffe waren so voll und laut, dass es schon ungemütlich war. Nur wer sich gekonnt durchzwängte und seine Ellbogen zu Hilfe nahm, kam bis zum Tresen. Natürlich war das nicht bei allen Anbietern so, aber im Grossen und Ganzen fand man ein Gedränge vor, welches, anders als im letzten Jahr, auch zu späterer Stunde nicht abnahm. Dass ein Anbieter noch unbedingt laute Rockmusik spielen musste, tat sein übriges… Bitte nicht wiederholen nächstes Jahr.

Aufgefallen ist mir, dass es, zumindest war das meine Empfindung, einiges mehr an doch schon ziemlich stark angetrunken Personen gab. Zum Glück konzentierten sich diese auf das Festzelt und störten die Nichtbetrunkenen nicht noch auf den Schiffen. Das Festzelt… Auch in diesem Jahr wurden dort wieder verschiedene Grilladen angeboten. Man scheint nichts aus dem letzten Jahr gelernt zu haben, denn die Wartezeiten waren immer noch sehr hoch und das Angebot reduziert, weil anscheinend einer der Lieferanten gepatzt hatte. Schade, dass dann aber auch die Qualität nicht richtig überzeugen konnte, das Fleisch war staubtrocken. Ich erwarte sicherlich keinen Gourmetservice, aber das Gebotene war leider nicht gerade toll. Ich hoffe hier verbessert man sich nächstes Jahr.

Trotz diesem Kritikpunkten hatte ich meinen Spass am diesjährigen Zürcher Whiskyschiff, allerdings etwas weniger als auch schon.

Natürlich gab es aber auch dieses Jahr wieder unheimlich viele Produkte zu probieren, viel zu viele Interessante, um alle an einem Abend zu sich zu nehmen, ohne, dass man sich eine Alkoholvergiftung geholt hätte. Wie gehabt möchte ich euch auch dieses Jahr wieder drei verschiedene Spirituosen vorstellen, auch wenn es mir dieses Jahr etwas schwerer viel als auch schon

Laphroaig 12y Sherry Refill Butt, world of whisky, Hotel Waldhaus
Laphroaig geht natürlich immer. Diese Abfüllung von Signatory Vintage wurde für das Hotel Waldhaus St. Moritz abgefüllt und besitzt die für Laphroaig typischen Rauch- und Torfnoten, gepaart mit sehr dezenten Sherrynoten, die sich als schwere Süsse bemerkt machen. Am interessantesten ist aber sicherlich die intensive kräuterige Note, welche dieser Whisky besitzt. Für 69 CHF absolut empfehlenswert, für jeden der Rauch und Torf nicht abgeneigt ist.

Old Pulteney 23y, Sherry Cask
Der 12 jährige Old Pulteney gehört zu meinen Lieblingsabfüllungen und so musste ich natürlich diesen 23 jährigen Whisky probieren. Intensive Bananennoten, gepaart mit dezenten (wirklich sehr dezent) Sherrynoten. Eine sehr leckere Abfüllung, für knapp 280 CHF allerdings zu teuer, wie ich finde.

Rum Bristol Classic Rum Enmore Still 1988
Nachdem ich die Bristol Classic Rum Reihe bisher immer links liegen gelassen habe, musste ich sie dieses Jahr, nach Diskussionen im cocktaildreams.de Forum, ausprobieren. Der Enmore 1988 besitzt intensive würzige, leicht kräuterige Holznote. Wer auf Rums à la Zacapa 23y steht, sollte wohl eher ein Bogen um dieses Schwergewicht machen. Für mich als Rumneuling eine sehr interessante, rum-untypische Erfahrung, die mit 205 CHF allerdings nicht ganz günstig ist.

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Prämierung von Schweizer Absinth

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Am Freitag wurde in der Solothurner Bar “die grüne Fee” zum ersten Mal Schweizer Absinth prämiert, wobei die meisten Produkte aus dem Val de Travers kamen.
Die fünf besten Absinths wurden im Blick am Abend vorgestellt.

An der SwissBarWorld konnte ich den Erstplatzierten verkosten und kann ihn nur weiterempfehlen. Sehr schön kräuterig (Anis, Fenchel, etwas Wermut), ohne, dass ein Aroma zu dominant ist. Ausgewogen und lecker.

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Bringt Laphroaig eine Sherrycask Abfüllung?

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ardblog spekuliert, ob es, aufgrund einer Ankündigung auf der Laphroaig-Seite, bald einen Laphroaig aus dem Sherryfass oder zumindest einem Sherryfinish gibt.
Bereites der grossartige Triple Wood genoss ein finish im Oloroso-Fass. Ich bin gespannt und würde mich natürlich freuen, wenn sich dieses Spekulation bewahrheiten würde.

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Interview auf newsexperte.ch, Apricot Brandy Tasting

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Vor einiger Zeit startete newsexperte.com eine Interviewreihe in welcher Autoren von verschiedenen Blogs zur Sprache kommen. Das Interview mit mir findet ihr unter folgendem Link.

Wie ihr aus dem Interview rauslesen könnt, stehen im Monat Mai einige Änderungen bei mija.ch an. Diese werden sowohl inhaltlicher als auch stylistischer/technischer Natur sein. Mein Blog und die Idee dahinter haben sich im Laufe der Zeit geändert und im Mai folgenden Updates, sollen diese Weiterentwicklungen reflektieren.
Die Berichte sollen fokusierter sein und die Schweiz soll im Blog etwas mehr zur Sprache kommen. Dazu werde ich interessante Beitragsreihen erfassen.

Nach der anfänglichen Flaute im Jahr 2010 wird es also bei mija.ch wieder aktiver. Seid gespannt!

Apricot Brandy Tasting

Zu diesem Tasting gibt es eine erfreuliche Nachricht: Der Testsieger “Etter Royal Luizet” kommt aus der Schweiz, genauer aus Zug. Zu beziehen ist er zum Beispiel direkt bei Etter für knapp 22CHF/35cl. Mein persönlicher Favorit, Giffard Apricot du Roussillon, ist wie alle Produkte von Giffard, gar nicht oder nur sehr schwer in der Schweiz erhältlich.
Mit google sties ich auf bieremyst.ch. In dessen Preisliste taucht das Produkt auf, allerdings nur im 6er-Gebinde.

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Old Pulteney 12y

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Geschichte

Die Old Pulteney Distillerie befindet sich in Wick, einem kleinem Städtchen ganz im Nordosten Schottlands, nahe von John o’ Groat’s, einem bekannten Touristenziel. Old Pulteney ist die nördlichste Destillerie auf dem schottischen Festland.

Wicks Einwohnerzahl beträgt etwas über 7000 (2004) und die Geschichte von Wick lässt sich bis zur norwegischen Herrschaftzeit zurückverfolgen. Im Jahr 1266 ging Wick in den Besitz Schottlands über. Der Name “Wick” rührt wahrscheinlich vom norwegischen Wort für Bucht (vik) her und wie man aufgrund des Namens vermuten kann, liegt Wick am Meer und war einst ein wichtiger Umschlagsplatz für die Heringsfischerei im 19. Jahrhundert.  Den Höhepunkt der Heringsfischerei wurde Anfangs des 20. Jahrhundert erreicht, als über tausend Fangschiffe jeweils von Wick ausliefen.

Viel Arbeit, bedeutete auch viele durstige Arbeiter, die bis zu 3000 Liter Whisky pro Woche konsumierten.
So errichtete James Henderson 1826 die Destilliere in Pulteneytown, was damals eigenständig war und erst 1902 in Wick eingegliedert wurde.
Als die Destillerie gebaut wurde, war die Destillerie nur schwer über den Landweg erreichbar, deshalb wurde sowohl das Getreide als auch das Endprodukt, der Whisky, jeweils per Schiff transportiert.

Gemäss zeitgenössen Quellen zufolge, war der ursprüngliche Old Pulteney ein wahres Torfmonster. Mangels alternative Brennstoffe wurden z.b. selbst die Brennblasen mit Torf befeuert.

Die florierende Wirtschaft, welche primär auf dem Heringfang aufbaute, erlebte im 20. Jahrhundert zwei grosse Rückschläge. Erstens wurden im ersten Weltkrieg die Fangschiffe von der Marine beschlagnahmt und zweitens spürte auch Wick den Rückgang der Heringsfischerei und so macht die Heringsfischerei heute nur noch einen kleinen Teil von Wicks Wirtschaft aus.
1922 wurde wie an vielen Orten der Welt der Verkauf von Alkohol verboten, 1930 musste die Destillerie schliessen und das Verbot bestand noch bis Anfangs des zweiten Weltkriegs 1939.
Erst 1947 wurde die Produktion unter einem neuen Besitzer wieder aufgenommen und bereits 1959 übernahm Hiram Walker, heute Allied-Domecq, die Destilliere. Hiram Walker steigerte die Produktion und Old Pulteney wurde primär für Blends verwendet. Doch irgendwann stagnierte der Markt für Blends und 1997 erlebte Old Pulteney nach einer schwierigen Zeit eine Renessaince: Inver House übernahm die Destillerie und begann den Whisky als Single Malt zu vermarkten.

Der Whisky

Neben dem hier vorgestellten 12 jährigen Whisky, bietet Old Pulteney auch 17, 21 und 30 jährige Abfüllungen, sowie einen Whiskylikör, welcher auf der 12 jährigen Abfüllung basiert, an.

Gleich zu Beginn fällt einem die aussergewöhnliche Flasche auf, welche  am unteren Hals eine Ausbuchung besitzt.
Der  zwölfjährige Old Pulteney besitzt eine goldig-rötliche Farbe.

Tastingnotizen
Nase etwas Schokolade, Vanille, Eiche, leicht Salz
Gaumen Leder, Getreide, ölig, Blumen, Butterkekse, ganz, leicht pfeffrig, wieder Salz, etwas Bananen
Abgang Vanille, etwas kurz

Mir gefällt Old Pulteney ausgesprochen gut. Der, nur leicht vorhandene, Geruch nach Leder und Salz machen diesen Whisky zu einem sehr interessanten Vertreter schottischen Whiskys, der bei mir seinen festen Platz hat und zu meinen Lieblingen gehört.

Old Pulteney macht sich auch sehr gut in einem Padovani, im Verhältnis 4:1. Im Blood & Sand ergibt er ebenso eine sehr interessante Kombination. Insbesondere die Frucht/Banane kommen hier schön zur Geltung.

Padovani

4cl Old Pulteney
1cl St. Germain Elderflower Liqour

Blood & Sand

2cl Old Pulteney
2cl Carpano Antica Formula
2cl Boudier Guignolet de Djion
2cl Orangensaft

Weitere Impressionen aus Wick findet Ihr  im Schottland Bericht 5/8, die Destillerie haben wir dabei leider nicht besucht.

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Spiritissima 2010

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Diese Jahr fand im Papiersaal von Sihlcity die dritte Spiritissima statt. Wieder gab es verschiedenste Spirituosen, Liköre und diesmal sogar Bier (an einem Stand) zu verkosten. Neben Glen Fahrn, welche sicher am präsentesten waren und den Anlass organisierten, fanden sich auch andere Aussteller/Hersteller ein, wie z.b. Diageo, Lateltin oder Davidoff. Wie bereits letztes Jahr machten Whisk(e)ys den Hauptanteil der angebotenen Spirituosen aus. Doch auch Cognac wurde, nachdem letztes Jahr am Abend ein Cognac-Tasting stattfand, präsentiert. Auch Grappa, Spumante/Prosecco und Wodka wurde dieses Jahr mehr Platz zugesprochen.

Ganz neu und in meinen Augen eine sehr gute Idee: Eine “Bar” an der man nichtalkohlische Getränke und kleine Häppchen kaufen konnte. Viele der Aussteller bzw. Mitarbeiter welche die Spirituosen ausschenkten kannte man bereits vom letzten Jahr oder von den Whiskyschiffen Luzern/Zürich.

Das Preisniveau schien mir ungefähr gleich wie letztes mal. Standardabfüllungen kosteten ca. 1-3 CHF pro cl. Schön fand ich, dass mit dem fast gesamten The Bitter Truth Sortiment und weiteren Produkten wie z.b. Antica Formula auch der Barbereich nicht zu kurz kam.

Am Abend fand dann ein Soiréé im Zeichen des Davidoff Cognacs und Grand Khaan Vodka statt. Etwas schade, dass man sich hier auf zwei Marken festlegte (Sponsoring). Da hätte mich das letztjährige Tasting definitiv mehr interessiert.

Fazit: Die entspannte Atmosphäre, der relativ kleine Rahmen der Veranstaltung und natürlich die verkosteten Spiritiuosen machten die Spiritissima auch dieses Jahr zu einem schönen Erlebnis. Verändert hat sich insgesamt wenig, abgsehen von Foodcorner. Es waren mehr Hersteller dabei, welche eigene Stände hatten und einzelne Produkte wurden mehr ins Zentrum gerückt. Als Beispiel sei hier der Grand Khaan Vodka genannt, welcher auch auf den Werbeplakate der Spirtissima zu finden war. Es gab aber auch weitere Produkte, die so auffielen: Davidoff, Bepin de Eto (Spumante). Ob man das jetzt gut findet oder nicht, muss man selber entscheiden.

Zum Schluss möchte ich euch drei tolle Produkte kurz vorstellen:

Banff 21y (Rare Malts)

Auf diesen Speyside Malt bin ich per Zufall gestossen, als ich beim Raritätenstand herumstöberte und überrascht war von dieser Flasche, da ich bisher noch nie was von dieser Destillerie gehörte habe. Das liegt vielleicht, dass die Destillerie seit über 20 Jahren geschlossen ist. Schade, denn der Malt hat mich überzeugt. Ausprägte Zitrusnoten machen diesen Malt zu etwas sehr Interessanten. Daneben finden sich auch Ideen von Butterkeksen und Vanille, sowie Getreide.

Willet Rye 24y

Auch das ist ein Produkt, welches nur noch sehr schwer und teuer (360-395 CHF, das letzte Fass) zu erstehen ist. Der Rye kommt mit unglaublichen 69.4% daher, welche man aber überhaupt nicht merkt. Absolut toller Rye Whisky, aber leider unglaublich teuer.

St. Etienne Blanc Agricole Vintage 2000

Den St. Etienne XO habe ich euch bereits das letzte Jahr kurz vorgestellt. Dieses Jahr ist nun der weisse Rum dieses Herstellers aus Martinique an der Reihe. Das Produkt reift vier Jahre und kommt mit 50% daher. Wem Blue Bay zu “kompostig” ist, der findet hier meiner Meinung nach ein interessantes Produkt, welches man zwar definitiv als Agricole Rhum erkennt, aber, welches nicht in die, zumindest für mich, beinahe schon unangenehmen Geschmacksgefilde von Blue Bay Rum vorstösst.

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Tastings und weitere News

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Hier mal ein kleines Update zu verschiedenen Themen

Tastings

Mittlerweile sind unter tastings-blog.de einige Tastings abgeschlossen. Bei vier davon nahm ich ebenso teil und ich möchte euch kurz zeigen, wo ihr die Siegerprodukte herbekommt.

Beim Vermouth Dry Tasting waren es nur 5 Produkte und tollerweise ist der Sieger, Noilly Prat Dry in jedem Supermarkt erhältlich. Der zweitplatzierte Dolin Vermouth findet man bei silverspirits.ch

Auch beim Vermouth Sweet Tasting gewann ein altbekannter: Carpano Antica Formula, mittlerweile gut erhätlich in der Schweiz. Ihr könnt ihn beispielsweise über den Produktefinder finden. Alle anderen Produkte vielen doch relativ deutlich zurück.

Etwas anders sieht es beim Falernum aus:  Den Testsieger Forgotten Flavours Falernum gibt es nur in Deutschland zu kaufen. Wer dies nicht tun will, findet bei Cocktails Old Fashioned, um selber Falernum anzusetzen.

Ebensowenig erhätlich in der Schweiz ist der Testsieger des Crème de Cassis Tasting, Merlet. Dafür findet man Boudier Crème de Cassis z.b. bei ullrich.ch für ca. 30CHF.  Giffard Cassis Impérial ist wie eigentliche Produkte von Giffard nicht erhältlich in der Schweiz.

Bartenders & Connoisseurs – In 80 Days Around The World

Björn vom wankiki-Blog hat ein ambitioniertes Projekt gestartet: Ein Cocktailbuch geht um die Welt. Jeder, Bartender oder Connoisseur ist eingeladen einen Beitrag zu diesem speziellen Buch zu leisten, welches nicht einfach ein Rezeptebuch ist, sondern verschiedene Menschen, Geschichten und Rezepte vorstellt.

Also verbreitet die Info oder macht selbst mit.

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Blamage für schottischen Whisky

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So oder ähnlich klang es heute in vielen Zeitungen bzw. deren Onlineportalen.
Doch worum geht es dabei überhaupt?

In Schottland wurde kürzlich ein Blindtasting mit 4 schottischen/englischen und einem taiwanesischen Whisky durchgeführt und wie der zugegebenermassen sehr reisserische Titel vermuten lässt, schnitt der taiwanesische Whisky mit dem Namen “Kavalan” am Besten ab.  Soweit, so gut, in meinen Augen ist das Ergebnis nämlich nur halb so wild wie von den meisten Medien kolportiert wird. Einige gingen sogar soweit, den Kavalan kurz zum besten Whisky zu küren.

Wer jetzt im Testfeld irgendwelche grosse Single Malts oder bekannte Blends vermutet, wird wahrscheinlich enttäuscht werden (ich zumindest war es):

  • Langs Supreme 5y (Blend)
  • King Robert 3y (Blend)
  • St George’s English malt (Single Malt)
  • Bruichladdich 4x+3 3y (Single Malt*)
  • Kalavan 2y

* mit vierfacher Destillation (bis auf 90%), kein typischer Vertreter schottischer Whiskys.

Dieser Vergleich und das daraus von den Medien gezogene Fazit finde ich aufgrund mehrer Tatsachen etwas problematisch.

1. Single Malts/Blends

Man sollte sich schon fragen, ob es tatsächlich Sinn macht Blends und Single Malts in einer Verkostung zu vergleichen.
In meinen Augen tut es das nicht.  Erstens enthält ein Blend Whiskys aus verschiedenen Destillieren (plus evtl. Grain Whisky). Durch dieses Mischen sind Blends wohl auch etwas zugänglicher als Single Malts (als extreme Beispiele seien verschiedene Vertreter Islays genannt)

2. 3 Jahre sind nicht gleich 3 Jahre

Wie bereits die Times bemerkt (übrigens ein schöner Bericht) entspricht ein 3 jährige Whisky aus wärmeren Gefilden, wozu Taiwan sicherlich gehört keineswegs dem gleichaltrigen Pendant aus Schottland. In Schottland reift Whisky klimabedingt langsamer als in Taiwan. Das heisst der zweijährige Whisky aus Taiwan ist reifer als ein dreijähriger Whisky aus Schottland, was sich natürlich auch im Geschmack niederschlägt.

3. Das Testfeld

Die Medien haben sich grösstenteils nicht die Mühe gemacht, das ganze Tasting mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen, ansonsten hätten sie wohl gemerkt, dass die getesteten schottischen Whiskies keineswegs Schottland repräsentieren. Vielmehr wurden ähnlich alte, bzw. in diesem Fall sehr junge, Whiskies verkostet. Hier von einer Blamage für schottische Whiskies zu sprechen, ist doch mehr als tendenziös und zeigt, dass man sich überhaupt nicht mit dem Thema auseinandergesetzt und einfach eine toll klingende Schlagzeile übernommen hat.

4. Subjektivität

Genuss von Whisky ist immer höchst subjektiv. Für einige ist Torf die Offenbahrung, für andere ein Brechmittel. Einige mögen fruchtige Whiskies, andere nicht und so weiter.

Kurz, hier wurde ein eigentlich relativ unspektakuläres Tasting aufgebauscht, hauptsache es klingt toll.
Was nicht heissen soll, dass der taiwanesische Whisky schlecht ist (ich kenne ihn nicht), nur dass es eben nicht die gross herausposaunte Blamage für Schottland ist.

Zum Schluss noch der Bericht der taz http://www.taz.de/1/wahrheit/artikel/1/schottischer-whisky/ (da sich der Beitrag im Satireteil befindet, gehe ich davon aus, dass es sich auch um solche handelt)

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