swisscocktailblog.ch



grosses Likörtasting und eine Top-10 Platzierung

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Cocktail&Dreams Leser werden von diesem Mammutprojekt sicherlich schon gehört haben. Tim Reuber hat ein Tasting (Likör + Wermut) mit Sage und Schreibe 21 Kategorien auf die Beine gestellt. Das klingt im ersten Moment vielleicht etwas wenig, wenn man sich aber vor Augen führt, dass dabei sehr viele Leute mitmachen und dabei über 4000 Flässchen à 4cl abgefüllt werden mussten, dann erscheint das ganze Projekt doch in einem etwas anderen Licht. Diejenigen, die sich diese Menge nicht vorstellen können, rate ich den extra eingerichteten Blog unter tastings-blog.de zu besuchen und sich die imposanten Bilder anzuschauen.

Die Ergebnisse der Tastings werden jeweils auf tastings-blog.de veröffentlicht und ich werde euch hier auf mija.ch die jeweils beste Bezugsquelle für die Schweiz zeigen (sofern überhaupt erhältlich und primär bei den Tastings, an welchen ich teilnehme)

Von mir hier nochmals ein grosses Dankeschön!

mija.ch unter den Top-10 Gourmet- und Kochblogs

Die schweizer Full-Service-Marketing xeit.ch hat die zehn besten schweiter Gourmet- und Kochblogs gekürt und mija.ch hat es auf den 7. Rang geschafft. Das freut mich natürlich :) , und ich hoffe, dass der Blog dadurch etwas bekannter wird und ich damit einen Teil zur Barkultur der Schweiz beitragen kann.

Unter den weiteren Top-10 Platzierungen befinden sich interessante Blogs, welche ich bisher noch gar nicht kannte.

Hier noch die Top-10 (und Backlinks ;) )

1. http://kochenmitshibby.ch
2. http://www.latabledhote.ch
3. http://harrysding.ch
4. http://blogs.waskochen.ch
5. http://www.weinheiten.ch
6. http://kaffischopp.wordpress.com
7. http://www.mija.ch
8. http://ramseiermarc.blogspot.com
9. http://boccafino.blogspot.com
10. http://gourmoer.swissblog.ch

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The Glenrothes Select Reserve

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Die Geschichte

Die Glenrothes Destillerie befindet sich in der sogenannten Speyside in der Ortschaft Rothes. Als zweite Destillerie, nach Glen Grant, wurde die Destillerie 1878 von James Stuart & Co. erbaut. Am 28. Dezember 1879 wurde der erste Whisky produziert, genau am selben Tag, an welchem Tay Bridge Disaster passiert, bei dem eine Zugbrücke einstürzte und dabei alle 75 Passagiere eines Zuges in den Tod riss.
Als man 1897 dabei war zwei weitere Pot-Stills zu installieren, brach ein Feuer aus, welches die Destillerie schwer beschädigte. Leider blieb  es nicht bei diesem einen Zwischenfall, den 1922 zerstörte ein weiteres Feuer 900000 Liter Whisky im Lagerhaus Nr1. Der grösste Teil dieses Whisky floss in den Burn of Rothes, welcher direkt durch die Ortschaft fliesst. 1923 wurde der Blend Cutty Sark von Berry Brothers, den Besitzern von Glenrothes auf den Markt gebracht. Abgesehen von Cutty Sark findet Glenrothes auch Verwendung in Famous Grouse, J&B, Dewars und Chivas Regal.
Im Laufe der Jahre stieg die Nachfrage nach Glenrothes immer weiter, so dass man immer mehr Potstills hinzufügte. Heute finden sich in der Destillerie ganze 10 dieser Potstills.

Erst 1989 wurde mit der 12 jährigen Abfüllung ein eigner Single Malt produziert und das von Glenrothes bekannte Vintage-Konzept (siehe unten) kam sogar erst 1994 auf den Markt.

Die Produktion

Glenrothes verkauft seine Produkte primär als Vintage-Produkte. Das heisst, man wählt die besten Fässer eines Jahrgangs aus und füllt diese ab. Im Unterschied dazu füllen viele andere Destillieren ihre Whisky’s nach Alter und nicht nach Jahrgang aus.
Der Whisky reift sowohl in Bourbon- als auch in Sherryfässern (Oloroso Sherry), was ihm neben fruchtigen Noten auch eine gewisse Würze gibt.
Das Malz stammt grösstenteils aus der Tamdhu Destillerie, welches nur wenige Kilometer südwestlich von Rothes befindet.
Glenrothes verwendet hohe Potstills und destilliert sehr langsam, schlussendlich resultiert daraus ein ca. 70%iger Brand, der in die Fässer abgefüllt wird.

Der Whisky

Ich stelle euch heute den sogenannte Select Reserve vor, ebenfalls ohne Jahrgangsangabe, aber kein Vintage-Whisky. Auch dieser Whisky wurde in Bourbon- sowie Sherryfässern gereift und kommt in der Glenrothes-typischen Flasche daher.

Glenrothes Select Reserve

Tastingnotizen
Nase Butterkekse, leicht holzig, Vanille, Frucht (Birne), Stroh
Gaumen wieder Kekse, fruchtig, leichte Würze, Getreide, leichte Schärfe
Abgang Orangen, Nuss, leicht bitter

Ein sehr solider Vertreter der Speyside. Insbesondere die vom Sherryfass herrührende Würze hat es mir angetan, da sie wunderbar mit der Frucht und dem Keks bzw. dem Getreideähnlichem Geschmack harmonieren. Der Preis ist mit ca. 75 CHF aber nicht ganz günstig. Wer hier Rauch oder Torf sucht, ist definitiv am falschen Ort (wie fast überall in der Speyside). Wer aber nach einem Vertreter der Speyside sucht, kann hier zuschlagen.

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Angebote: Diageo Classic Malts und Ron Zapatera

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Ron Zapatera

Vor kurzem war ich mal, ausnahmsweise, im Denner. Eigentlich nicht gerade ein Laden, welchen ich oft besuche. Aber ich wusste, dass man hier inmitten einer sonst unspektakulären Spirituosenauswahl immer wieder mal Schnäppchen findet (z.b. gab es mal den Laphroaig 10y für 40 CHF).

Angenehm überrascht war ich, als ich den Ron Zapatera Vintage 1996 hier für 39.90 CHF fand. Zuerst hätte ich hin fast nicht beachtet, das Ettiket ist so hässlich, aber dann erinnerte ich mich an ein Review welches im C&D Forum vor einiger Zeit mal gepostet wurde (einfach etwas runterscrollen).

Da ich im moment alokohlfreie Zeit habe, konnte ich den Rum leider noch nicht vermixen und nur wenig verkosten. Aber ich wage zu behaupten, dass sich dieser Rum für 39.90 lohnt. Und dem Review von crackone vertraue ich eigentlich ;)

Diageo Classic Malts

Wie ich bei Glen Fahrn erfahren durfte, wurden die Single Malts aus der sogenannten Classic Malts Reihe zum Teil massiv im Preis gesenkt. Während dies bei den “normalen” Abfüllungen noch nicht so ins Auge sticht, wurden die Distillers Edition im Durschnitt um ca. 20CHF gesenkt (Preisrange ist zwischen 79 und 89 CHF). Das hat zur Folge, dass die Abfüllungen im Moment bis fast 30% günstiger sind als anderorts. Interessanterweise sind selbst die Preise auf z.t malts.com noch höher.
Ob und wann andere Shops nachziehen, kann ich nicht sagen. Aber ich werde mir wohl eine Talisker Distiller’s Edition kaufen. Da kann ich nicht widerstehen.

In eigener Sache

Da ich im Moment einen alkoholfreien Monat einlege, werden bis Ende Oktober keine Cocktails oder Spirituosen vorgestellt. Ich habe mir auch etwas Gedanken gemacht über dieses Blogprojekt und dessen Konzept/Umsetzung etc. Ab Ende Oktober/Anfangs November wird es auf mija.ch deshalb ein paar Änderungen geben.

Einen kleinen Vorgeschmack auf Beiträge nach meiner Pause:

  • die lang versprochene Vorstellung zweier Single Malts
  • Vorstellung meines ersten, selbstkreeirten Cocktails (sobald er dann auch wirklich fertig ist ;) )
  • Bericht über meinen Lavendellikör
  • Vergleich von verschiedenen, in der Schweiz erhältlichen, Tonic Water im Gin Tonic.

Stay tuned!

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Galliano Balsamico

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Das erste Mal habe ich beim C&D Forumstreffen 2009 vom Galliano Balsamico gehört als der Galliano Authentico vorgestellt wurde.
Als ich vor einigen Wochen dann Helsinki besuchte, fiel mir die dunkle Flasche im Galliano-Design sofort auf und ich musste sie einfach kaufen. Gekostet hat der Spass ca. 35 CHF.

Galliano Balsamico

Pur

Wie jede neue Spirituose verkostete ich den Galliano Balsamico zuerst einmal pur.

Der Geruch erinnert natürlich an Balsamico. Allerdings mit einer doch vorhandenen Süsse, wie ich sie beim Balsamico nicht kenne. Zusammen ergab das für meine Nase eine unschöne Mischung als Essig und Lösungsmittel. Erster Gedanke: Scheusslich!

Beim ersten Schluck dann die Überraschung: Viel süsser als man es dem Geruch nach vermuten würde. Der Balsamico ist ebenfalls dezenter als noch in der Nase. Sowie ich die Galliano-Homepage verstehe, basiert der Galliano Balsamico aus einer Vermählung von normalen Galliano und Balsamicoessig. Das merkt man, ich meine neben leichten Vanilletönen auch eine kräuterige Note auszumachen. Der Balsamico Anteil lässt sich nicht verleugnen und so ist das Produkt relativ sauer und in meinen Augen nur beschränkt für den puren Genuss geeignet (für meinen zumindest nicht)

Viel interessanter ist natürlich die Frage: Wie macht sich der Galliano Balsamico in Cocktails?

Als erstes dachte ich daran, einen Strawberry Daiquiri mit Galliano Balsamico anstatt Crema di Balsamico zu machen. Interessanterweise ist das Ergebnis mit Galliano saurer als mit Crema di Balsamico. Aber dies nur am Rande.

Die Homepage von Galliano listet einige Cocktails, welche explizit für den Galliano Balsamico kreeirt wurden.

Balsamic Manhatten

Als erstes mixte ich den Balsamic Manhatten

1.5cl Galliano Balsamico
3cl Rye Whisky (Wild Turkey)
1.5cl Barolo Chinato
oder Wermut mit Angostura
Stir, strain in Cocktailschale

Aus Mangel an Barolo Chinato habe ich mich für die Wermut/Angostura Variante entschieden. Da die Homepage nicht spezifiziert was für Wermut, habe ich mich für 1.5cl roten Wermut mit einem dash Angostura entschieden. Das Ergebnis ist sehr interessant. Der Rye Whisky harmoniert wunderbar mit dem Galliano Balsamico, auch wenn mir die Säure des Gallianos hier etwas zu präsent war.

Zweiter Kandidat: Der Native

Native

Native
1cl Galliano Balsamico
4cl Gin (Plymouth Gin)
1.5cl fresh blood grape juice (?)
3 Himbeeren
1 dash Granatapfelsirup

shake, strain in Cocktailglas

Ich habe keine Ahnung was blood grape juice ist (evtl. Grapefruit?), deshalb nahm ich einfach normalen roten Traubensaft. Der Plymouth Gin war meiner Meinung nach nicht die richtige Entscheidung. Hier sollte ein kräftiger Gin her, um dem Galliano Balsamico Paroli bieten zu können. Ansonsten interessant, haute mich jetzt nicht vom Hocker.

Last but not least: Delizia

Delizia

Delizia
4cl Galliano Balsamico
2 Erdbeeren
10 Blätter Basilikum

Alles in einem Tumbler muddeln und mit Crushed Ice auffüllen. Mit Erdbeere garnieren

4cl Galliano?
Da musste ich zuerst einmal leer schlucken. Doch die Komposition funktioniert. Ich finde, dass noch mehr Basilikum mit rein darf. Ein sehr gewöhnungsbedürftiger Cocktail.

Ich finde Galliano Balsamico ist ein sehr interessantes Produkt, mit dem sich sicherlich leckere Cocktails zu bereiten lassen. Galliano Balsamico findet sicherlich seine Freunde. Mich kann das Produkt allerdings nicht unbedingt dazu zählen, zumindest nicht zu den engsten Freunden ;)
Irgendwie werde ich mit Galliano Balsamico nicht warm, aber ich bin gespannt was andere Leute dazu meinen.
Womit wir auch gleich beim nächsten Thema sind.

Wann und Wo?

Wie es aussieht wird in Europa in Moment der skandinavische Raum bedient. Dies zumindest meine Interpretation der Google-Ergebnisse.

Auf Nachfrage bestätigte mir Dettling & Marmot, der offizielle Galliano Importeur für die Schweiz, dass es in nächster nicht geplant ist, Galliano Balsamico ins Sortiment aufzunehmen. Schade, wie es ausschaut, muss man hier entweder ins Ausland ausweichen oder einen Grauimporteur finden.

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Lavendellikör selbstgemacht

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Dieses Wochenende war bei mir Sirup und Likör herstellen angesagt.

Neben Ingwersirup, bei welchem ich mich an folgendes Rezept hielt und Chilisirup, welchen ich ziemlich simpel herstellte, indem ich 5 frische Chilischoten und 3 kleine getrocknete Chilischotten in 3dl Wasser 15 Minuten köcheln lies und dann ca. 100g Zucker beifügte (mir schweben hier auch schon Cocktailrezepte vor ;) ), versuchte ich mich auch an einem Lavendellikör.

Eigentlich war die Entstehung eher Zufall.
Als ich heute meinen Kräutergarten pflegte und erweiterte, fiel mir auf, dass mein Lavendelbusch sehr unschön auf meinen Sitzplatz wuchs, also fix weggeschnitten und während ich noch schnitt, kam mir die Idee einen Lavendellikör anzusetzen. Im Internet finden sich doch einige Rezepte dazu, von denen ich mich etwas inspirieren liess.

Beim Lavendel habe ich nur die Blüten und einen kleinen Teil des Stiels verwendet (einfach den Teil an dem die Blüten festgemacht sind)

Links Variante 1/Rechts Variante 2

Ich habe zwei verschiedene Varianten angesetzt, beide jeweils mit ca. 2dl Flüssigkeit und 8 Gramm Lavendelblüten (etwa eine Hand voll; meine Hände sind klein):

Variante 1:

Bei dieser Variante handelt es sich um den Versuch einen Likör auf Basis von Weinbrand und anderen Spirituosen herzustellen.

  • 12cl Asbach Uralt
    Ich habe es zuerst mit Brandy Soberano und Frapin V.S.O.P (Cognac) versucht. Ich fand allerdings, dass der Soberano sehr künstlich schmeckte und der Frapin wohl zu dominant sei. Deshalb viel meine Wahl auf den Asbach Uralt. Schliesslich sollten die Spirituosen den Lavendel unterstützen und nicht erdrücken.
  • 5cl Forgotten Realms Falernum
    Gibt eine schöne Frische.
  • 1.5cl Bénédictine
    Bénédictine war sehr schnell zu dominat, deshalb nur diese kleine Menge, welche aber eine interessante, etwas Würzige Note reinbringt.
  • 5cl Wodka (Wyborowa)
    Der Wodka diente hier eigentlich nur als Filler/Verdünner.
  • 4 Gewürznelken, im Mörser gestösselt
  • 8 Gram Lavendelblüten, leicht gestösselt.
  • 1/2 Vanilleschotte

Als irgendwie kann ich mir Weinbrand, Falernum und Bénédictine gut in einem Cocktail vorstellen: Notiz an mich-> Weiterverfolgen!

Variante 2

Variante 2 ist der Versuch, den Likör mit nur einer Basisspirituose (Wodka). Die Aromen sollen von Früchten und Kräutern kommen.

  • 20cl Wodka (Wyborowa)
  • 2cl Limettensaft (frisch gepresst)
  • 3cl Orangensaft (frisch gepresst)
  • Limettenzeste (ca. 2x5cm)
  • Orangenzeste (ca. 2x5cm)
  • 5 Nelken (ganz)
  • 2 Zweige Thymian (beide ca. 10cm)
  • 1/2 Vanilleschotte

NACHTRAG: Variante 3:

Nachdem ich nochmals etwas nachgedacht hatte, musste ich unbedingt noch folgendes versuchen.

  • 10cl Cognac Frapin V.S.O.P
  • 5 Gramm Lavendelblüten
  • kleiner Zweig Schokoladenminze
  • halbe Limettenscheibe
  • 4 Nelken (ganz)
  • 1 Zweig Thymian
  • 1 Blatt Salbei
  • 3 Prisen Koriander
  • 1/2 Vanilleschotte

Bin mal gespannt wie das wird (vor allem auch ob man den Koriander überhaupt spürt). Ich glaube ich werd nächste Woche mal versuchen, frischen Koriander aufzutreiben. Ich finde Koriander ein sehr interessantes Gewürz/Kraut

Den Zucker habe ich bei allen Varianten vorerst weggelassen und werde ihn dann am Schluss beifügen. Ich denke, so habe ich etwas mehr Kontrolle über den Geschmack. Ebenfalls werde ich das Gemisch immer wieder prüfen, um vielleicht Zutaten herauszunehmen (Nelken, Vanilleschotten)

Den Likör könnte man sicherlich noch mit vielen anderen Kräuter bereichern. Z.b. Anis, Zitronenmelisse oder Minze.
Was sicherlich auch interessant wäre, ist Zitronengras.

Ich bin mal gespannt wie sich die beiden Ansätze entwickeln und werde darüber berichten, sobald sie “reif” sind.

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Schottlandreise 4/8 (Whisky Vorstellung)

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Heute möchte ich euch den Aberlour Sherry Matured Single Cask vorstellen. Diesen Whisky kann nur direkt in der Aberlour Distellerie im Warehouse n1 gekauft beziehungsweise selber abgefüllt werden. Das heisst vom abfüllen in die Flasche bis zum Etikettieren kann alles selbst erledigt werden. Der  ganze Spass kostet aber auch genug, genauer 60 Pfund, was mit Kartengebühren 102 CHF beträgt.

Die Destillerie habe ich ja bereits in Teil 2 des Schottlandspecials vorgestellt, kommen wir also direkt zum Whisky (daher auch ein relativ kurzer Post)

Der Aberlour reifte 15 Jahre im Sherryfass und wurde mit 56.3%  vom Fass 6041 abgefüllt. Er kommt in einer schicken Holzverpackung daher.

Die Farbe ist ein dunkles rot-braun.
Bereits in der Nase macht sich ein intensiver Duft nach Sherry-Fass bemerkbar, begleitet von leichten, trockenen Holztönen. Auch etwas Karamel ist dabei.
Am Gaumen merkt man die 56.3% definitiv, der Whisky ist unverdünnt relativ scharf und ein paar Tropfen Wasser wirken hier Wunder und runden den Geschmack schön ab. Auch hier macht sich eine gewisse Trockenheit bemerkbar, ebenso eine leichte Frucht, sowie (wieder) der intensive Sherry-Geschmack. Gegen Ende ganz leichter Rauch.
Der Abgang ist sehr lang, irgendwie leicht bitter, wiederum trocken und leicht nach Getreide schmeckend. Sehr schön!

Insgesamt ein schönes Produkt von Aberlour. Der Geschmack ist relativ komplex wie ich finde, da sind noch einige Geschmacksnoten, welche ich bisher nicht benennen konnte. Um das Produkt zu ergattern, muss man zwangsläufig eine Reise nach Schottland unternehmen, was aber auch nicht wirklich traurig ist :)

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Martelletti Vermouth Classico

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Marttelleti Vermouth ClassicoEigentlich wollte ich dieses Produkt schon vor längere Zeit vorstellen, aber sei’s drum.

Das erste Mal bin ich bei jrgmyr.com über diesesn Wermut gestolpert und als ich ihn dann kurz darauf bei meinem lokalen Spirituosenhändler erblickte, habe ich es kurzerhand gekauft.  Über Marttelletti findet mann im Internet leider ziemlich wenig, auch scheint der Wermut in der Schweiz und Deutschland nicht weit verfügbar zu sein. Importeur in der Schweiz ist Lateltin und gefunden habe ich das Ganze in Winterthur beim Traité.
Kostenpunkt: ca. 30 CHF für 0.7l. Rechnet man dies auf einen Liter, ergibt sich ein Preis von knapp 43 CHF, was nicht viel günstiger ist als Carpano Antica Formula, welcher ab 49 CHF per Liter zu beziehen ist.

Unter http://www.locandamartelletti.it/ findet man die Hersteller dieses Wermuts (netterweise auch in Deutsch und Englisch)

Casa Marttelleti, die Hersteller des Vermouths befindet sich in Italien im Piemont, woher süsser Wermut traditionell stammt.
Eigentlich ist Casa Marttelleti eher bekannt für Weine, aber
anscheinend hat man in alten Dokumenten, welche zum Haus (Hotel) gehören, die Rezeptur eines Vermouth-Weins gefunden. Und genau nach diesem Rezept wird Martelletti Vermouth Classico auf Basis von Muskat-Wein handwerklich hergestellt.

Der Wermut kommt wie Carpano Antica Formula in einer schicken Verpackung. Als Verschluss kommt ein normaler Zapfen zum Einsatz, wie man ihn auch bei Weinen findet. Das mag ja schön aussehen, praktisch ist anders.

Als Vergleichsbasis für den Wermut von Marttelleti diente mir Carpano Antica Formula. Beide habe ich pur, sowie in drei verschiedenen Cocktails verkostet.

Pur

Marttelleti Vermouth Classico schlägt grundsätzlich in dieselbe Richtung wie Carpano Antica Formula. Ziemlich süss und süffig, besitzt er trotzdem einen deutlichen Weincharakter , der ausgeprägter ist als bei Antica Formula. Desweiteren ist eine eine beerige Note auszumachen. Leider schmälert der Abgang den ansonsten guten Eindruck, den dieser hinterlässt auf der Zunge eine merkwürdigen süssen, irgendwie künstlich anmutenden Geschmack, der mich spontan an Kaugummi (Bazooka und Co.) erinnerte. Auch nach mehrmaligen Probieren, fällt mir hier leider keine bessere Beschreibung ein.

Ich war also gespannt wie sich der Wermut von Marttelleti in verschiedenen Cocktails schlägt und ob dieser Nachgeschmack irgendwelche Vor- oder Nachteile bringt (leider ganz bilderlos)

Fancy Vermouth Cocktail

  • 2 dashes Angostura
  • 1 dash Maraschino
  • 12 cl Vermouth

Wie beim Originalrezept des Martinez gab ich hier einen Zitronenschnitz (1/4) hinzu

Gleich beim ersten Cocktail eine Überraschung, die ich so nicht erwaretet habe. Carpano Antica Formula war ziemlich unausgewogen, die Zutaten haben hier überhaupt nicht harmoniert. Beim Mertelletti hingegen ergab sich ein interessanter, ausgewogener Cocktail, mit einer ganz leichten Säure.

Manhatten

  • 5cl Bourbon (Elijah Craig)
  • 2cl Vermouth
  • 1 dash Angostura

Die Ergebnisse hier waren einander sehr nahe.  Mit Antica Formula ergab sich ein süsserer Cocktail, wobei ich hier deutlich merkte, dass Carpano eine sehr starke Zutat ist und andere Spirituosen ziemlich schnell unterdrückt. Das war hier zwar nicht der Fall, aber es fehlte nicht viel. Der oben beschriebenen Nachgeschmack des Marttelleti Vermouth ist hier deutlich zu spüren.
Vorteil, Carpano Antica Formula

Martinez

Dieser Cocktail aus Jerry Thomas’ Bartender Guide gehört zu meinen Lieblingscocktails und drängte sich somit regelrecht auf, um getestet zu werden.

  • 1 dash TBT Repeal Bitters
  • 2 dash Luxardo Maraschino
  • 3cl Booth’s Old Tom Gin
  • 12cl Vermouth

Hier begeisterte mich Martelletti ohne Wenn und Aber. So war der Martinez zwar sehr süss (sollte er ja auch), aber trotzdem ausgewogen, die Zutaten harmonierten wunderbar und dieser Nachgeschmack des Marttelleti Wermuts, ist im Martinez eindeutig ein Vorteil und tut dem Cocktail gut.

Fazit:
Ich habe natürlich nur drei Cocktails getestet und weiss somit nicht wie sich Marttelleti Vermouth Classico in anderen Drinks schlägt, aber mich konnte das Produkt überzeugen. Der Nachgeschmack ist zwar sehr eigenwillig und beim puren Genuss eher störend, aber insgesamt waren die Cocktails allesamt gut bis sehr gut. Einzig die Verfügbarkeit könnte ein Problem darstellen.

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The Dalmore 12y

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Heute möchte ich euch den Dalmore 12y einen schottischen Single Malt aus den Highlands vorstellen. Dalmore wird in der Nähe von Aleness etwas nördlich von Iverness hersgestellt und die Destillerie wurde ca. 1839 von Alexander Matheson gegründet. Seit 2007 befindet sie sich im Besitz von United Spirits Limited.

Das Symbol von Dalmore, der Hirsch (Stag), ein Zwölfender, basiert auf auf einer Legende, nach der im Jahre 1263 ein Vorfahre des McKenzie Clans König Alexander III mit einem einzigen Pfeil vor einem Hirsch gerettet hat. Dankbar gewährte der König dem Vorfahr das Recht fortan einen Hirschkopf auf seinen Waffenröcken zu tragen. Da sich die Destillerie lange im Besitz des McKenzie Clans befand, übernahm man dieses Symbol auch für den Whisky.

Doch nun zum Produkt:
The Dalmore 12yWährend frühere Ausführungen des Dalmore 12y 70% in amerikanischen Eichenfässern und 30% in Oloroso Sherry Fässern lagerte, beträgt der heutige Anteil 50/50.

Der Dalmore kommt in einer schicken schwarzen Kartonverpackung, welche neben dem Whisky auch eine kleine, schön aufgemachte Broschüre mit den anderen Produkten von Dalmore enthält.

Die Farbe des Whisky kann man am ehesten als Mahagonifarben bezeichnen (leicht rötlich).
In der Nase fällt sofort der Duft von Wiese/Gras auf, welchem bald subtile Noten von Honig und Vanille folgen, sowie eine leicht fruchtige Note. Wer hier Torf oder Rauch sucht, ist definitiv am falschen Ort.

Der angenehme Duft nach Gras findet sich dann auch am Gaumen wieder. Doch hier gesellt sich noch der Geschmack von Bittterorangen dazu, welcher mich an Cointreau erinnert. Natürlich wird die Intensität dieses Likörs bei weitem nicht erreicht, was auch sehr verwunderlich wäre, trotzdem war dies die erste Assozation welche mir beim Trinken in den Sinn kam. Hinzukommt, wie in der Nase, wieder ein schöner Honiggeschmack.

Den Abgang finde ich relativ unspektakulär, bleibt aber noch lange in Form von Getreide und Malz im Mund hängen. Ich bin der Meinung ganz leichte (Betoung auf “ganz leicht”) Rauchtöne zu schmecken.

Ich finde den Dalmore 12y eine tolles Produkt.
Sicherlich kein Charakterkopf wie z.b. Laphroaig 10y, aber es muss auch nicht immer ein Torf/Rauch Monster von Islay sein. Gerade der nach Wiese/Gras duftende Charakter gefällt mir.

In meinen Augen auch empfehlenswert für jemanden der den Einstieg in die Welt der (schottischen) Single Malts versucht.

Zu beziehen gibt’s diesen Tropfen für ca. 66 CHF bei Glen Fahrn oder schuewo.ch. Wer in Winterthur wohnt, kann auch beim Traité an der Stadthausstrasse vorbeischauen. Allerdings kenne ich hier den Preis nicht.

So, das war’s mit der ersten Produktvorstellung. Ich hoffe ihr hattet Spass und auf baldiges “wiederlesen”!

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Spiritissima 2009

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Am Samstag fand im Sihlcity, Zürich zum zweiten Mal die von Glen Fahrn organisierte Spirituosenmesse “Spiritissima” statt. Im sogenannten “Papiersaal”, im ersten Stock, präsentierten neben Glen Fahrn, verschiedene andere Aussteller wie z.b. Käser, Diageo oder Campari ihre Produkte. 500m2 umfasste die Ausstellung, was weniger ist, als vermuten könnte. Ich persönlich fand die Grösse gerade richtig, nicht zu gross nicht zu klein. Es gab während keiner Zeit ein Gedränge o.ä., auch wenn sich die Halle gegen Ende des Nachmittags doch ganz schön gefüllt hatte. Natürlich konnte man die verschiedenen Produkte auch verkosten, dazu musste man eine Degustationskarte im Wert von 20 CHF, sowie ein Tastingglas für 5 CHF (Depot) kaufen. Sehr schön: Sollte eine Degustationskarte nicht vollständig aufgebraucht sein, kriegte man den Restbetrag zurück. Allgemein ist zu sagen, die Preise waren in meinen Augen sehr fair bemessen. So kostete eine Standardabfüllung eines Whiskies zwischen 1 und 3 CHF pro Probe (1cl). Hochgerechnet auf 4cl, welche oft in Bars angeboten werden, ein toller Preis.

Doch was wurde überhaupt angeboten?
Vor allem Whisky-Freunde kamen auf ihre Kosten, stellte diese Spirituose doch das Hauptangebot dar. Aber auch Rum, Cognac, Wein und (ein wenig) Gin wurden Angeboten (plus weitere Produkte, wie Liköre etc.). Neben Standardabfüllung bot sich Interessierten auch die Chance Raritäten, auch hier vor allem Single Malts, zu verkosten. Die waren dann natürlich etwas teurer als 3 CHF, aber eine tollen Chance Produkte zu testen, die ich mir privat wohl eher nicht anschaffen werde/kann/will. Die Aussteller waren alle sehr freundlich und gaben sich wirklich Mühe, einem die verschiedenen Produkte näher zu bringen oder bein Nachfrage ein Produkt zu empfehlen. Einziger Wermutstropfen, war, dass man die Produkte nicht direkt kaufen und mitnehmen konnte, sondern nur über Glen Fahrn bestellen. Ehrlich gesagt, ein Wermutstropfen der praktisch nicht ins Gewicht fällt, in Anbetracht der ansonsten tollen Messe.
Ich persönlich hoffe, dass auch nächstes Jahr wieder eine “Spiritissma” im ähnlichen, sprich nicht zu grossen Rahmen, stattfindet.

Natürlich möchte ich gerne noch ein paar Produkte erwähnen, die mich persönlich begeistern konnten (die Verkostungsnotizen sind meine subjektiven Empfindungen und die eines Anfängers ;) ):

Lagavulin 21y

Schon die 16 jährige Standardabfüllung finde ich sehr gelungen, also dachte ich, dass ich mal diese etwas ältere Spezialabfüllung verkoste. Zu kaufen gibt es diesen Single Malt soweit ich weiss nur noch selten für ca. 300 -500 CHF pro Flasche. Der 21 jährige ist auf jeden Fall ein toller Single Malt, der weniger torfig und rauchig daherkommt als der 16 jährige. Ich fand die “Mischung” zwischen dem typischen Islay-Charakter und der angenehmen Frucht/Süsse toll. Ein sehr komplexes/vielseitiges Erlebnis.

Nase: Vanille, Caramel, leicht Torf

Gaumen: Torf, geräuchertes Fleisch, Rauch, fruchtige Süsse

Abgang: torfig

St. Etienne XO

Ein 8 Jahre gereifter Agricole Rum aus Martinique. Agricole Rum kannte ich bisher kaum, und wenn nur als Rum zum Mixen (Saint James Royal Ambre). St. Etienne ist für 125 CHF bei Glen Fahrn erhätlich.

Nase: dunkle Schokolade, Holz

Gaumen: dunkle, bittere Schokolade, Holz, frisches Zuckerrohr, würzig, süss

Abgang: würzig

Caol Ila 12y

Wie auch der Lagavulin ein Single Malt der Classic Malt Collection von Diageo. Und auch wieder Lagavulin ein Islay-Whisky, allerdings aus dem Norden der Insel. Da ich dem Islay-Charakter eher zugetan bin, musste ich diese Standardabfüllung natürlich verkosten. Caol Ila 12y ist in meinen Augen einges milder als z.b. Lagavulin oder Laphroaig. Kostenpunkt: ca. 60 CHF bei Glen Fahrn.

Caol Ila 12y Nase: Torf, Rauch

Gaumen: Torf, Rauch (aber eher mild), frische Birnen

weitere Erwähnungen

Käser bot einen interessanten Schokoladengeist an, der an eine bittere, dunkle Schokolade erinnerte. Sicherlich interessant zum mixen.

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St. Germain Elderflower in der Schweiz erhältlich

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St. Germain Elder FlowerEigentlich erwähnte ich es bereits gestern, aber ich finde das Thema ist einen eigenen Beitrag wert.

Der Holunderblütenlikor St. Germain ist seit Anfang Jahr endlich in der Schweiz verfügbar.  Gefunden hab ich ihn für 65 CHF bei der Paul Ullrich AG aus Basel. St. Germain wird aus handgepflückten Holunderblüten, welche in den Voralpen von Haute-Savoie wachsen, hergestellt. Gepflückt werden sie im späten Frühling von ansässigen Bauern (ohne Ausnahme von Hand, wie es Tradition ist), von welchen einige die Blüten immer noch per Fahrrad transportieren. Da der Holunder nur etwa 2-3 Wochen blüht und die Blüten einmal gepflückt, relativ schnell schlecht werden, ist trotz dieser Art des Erntens Eile angesagt, damit der Geschmack des Likörs nicht darunter leidet.

Als Basis des Likörs dient Eau-de-Vie aus Chardonnay und Gamay Trauben. Als Süssstoff dient Zucker aus Zuckerrohr.
Das Ergebnis ist wunderbarer Likör mit einem ausgeprägten und doch feinem Holunderaroma und einer angenehmen Süsse .

Definitiv ein Likör, der in einen Barstock gehört.

Simon Difford hat in seinem Difford’s Guide einige sehr schöne Rezepte mit St. Germain veröffentlich. Hier sind einige davon:

Elder Sour

  • 5cl St. Germain
  • 2.5cl Limettensaft
  • 1 Eiweiss
  • 1-2 dashes Orange Bitter

gut schütteln (Eiweiss) und in einen Tumbler abseihen

Elderflower Daiquiri

  • 5cl weisser Rum
  • 2.5cl St Germain
  • 1 -1.5cl Limettensaft

Im Shaker schütteln und in ein vorgekühltes Cocktailglas abseihen

Padovani

  • 5l Single Malt (Isle of Jura 10y oder Aberlour 10y funktionieren gut)
  • 1.5cl St. Germain

Im Shaker schütteln und in einen Tumbler abseihen

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