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Schottlandreise 4/8 (Whisky Vorstellung)

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Heute möchte ich euch den Aberlour Sherry Matured Single Cask vorstellen. Diesen Whisky kann nur direkt in der Aberlour Distellerie im Warehouse n1 gekauft beziehungsweise selber abgefüllt werden. Das heisst vom abfüllen in die Flasche bis zum Etikettieren kann alles selbst erledigt werden. Der  ganze Spass kostet aber auch genug, genauer 60 Pfund, was mit Kartengebühren 102 CHF beträgt.

Die Destillerie habe ich ja bereits in Teil 2 des Schottlandspecials vorgestellt, kommen wir also direkt zum Whisky (daher auch ein relativ kurzer Post)

Der Aberlour reifte 15 Jahre im Sherryfass und wurde mit 56.3%  vom Fass 6041 abgefüllt. Er kommt in einer schicken Holzverpackung daher.

Die Farbe ist ein dunkles rot-braun.
Bereits in der Nase macht sich ein intensiver Duft nach Sherry-Fass bemerkbar, begleitet von leichten, trockenen Holztönen. Auch etwas Karamel ist dabei.
Am Gaumen merkt man die 56.3% definitiv, der Whisky ist unverdünnt relativ scharf und ein paar Tropfen Wasser wirken hier Wunder und runden den Geschmack schön ab. Auch hier macht sich eine gewisse Trockenheit bemerkbar, ebenso eine leichte Frucht, sowie (wieder) der intensive Sherry-Geschmack. Gegen Ende ganz leichter Rauch.
Der Abgang ist sehr lang, irgendwie leicht bitter, wiederum trocken und leicht nach Getreide schmeckend. Sehr schön!

Insgesamt ein schönes Produkt von Aberlour. Der Geschmack ist relativ komplex wie ich finde, da sind noch einige Geschmacksnoten, welche ich bisher nicht benennen konnte. Um das Produkt zu ergattern, muss man zwangsläufig eine Reise nach Schottland unternehmen, was aber auch nicht wirklich traurig ist :)

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Schottlandreise 2/8

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Wie versprochen, möchte ich euch heute zwei Speyside-Destillerien und deren Whisky vorstellen.

Bei der ersten Destillerie handelt es sich um Aberlour, welche sich im Städtchen Charleston-of-Aberlour mitten in der Speyside befindet. Aberlour ist vor allem in Frankreich eine sehr starke Marke.

Gegründet wurde Aberlour 1826 von James Gordon und Peter Weir gegründet. 1879 wurde die Destillerie durch ein Feuer zerstört und wieder aufgebaut (nicht an derselben Stelle). Bereits 1898 wurde ein Grossteil der Brennerei und der Whiskyvorräte durch ein weiteres Feuer, welches durch eine Explosion in der Mühle ausgelöst wurde, nochmals zerstört.

Aberlour mälzt, wie viele Destillieren, nicht selber, sondern kauft ihr Malz von industriellen Betrieben.

Neben der 10 jährigen Abfüllung, welche in Bourbon -und Sherryfässern reift, bietet Aberlour einen 15 jährigen Single Malt an, welcher zusätzlich ein Sherryfinish erhalten hat. Desweitern befindet sich mit a’bunadh ein Whisky im Portfolio welcher exklusiv in Sherryfässern reifte. Weitere Abfüllungen sind für den Duty Free oder exklusiv für Frankreich bestimmt.

Wir hatten Glück, den als wir bei der Destillerie ankamen, fuhr gerade ein Bus mit einer deutsch/schweizerischen Gruppe vor, der wir uns anschliessen durften. Kostenpunkt für die gesamte, beinahe 2 Stunden dauernde Führung: 10 Pfund. Inklusive ist dabei ein umfangreiches Tasting am Schluss der Führung.

Ich kann euch leider nicht viele Bilder der Destillerie bieten, da fotografieren aus Sicherheitsgründen verboten war. Naja…

Die Führung an und für sich war gut. Man merkte allerdings, dass sie eindeutig auf Touristen aufgelegt war, will heissen, in den anderen beiden Destillieren, welche wir besuchten, erfuhren wir mehr von der Materie und Technik. Unterhaltsam und spannend war es aber trotzdem, was nicht zuletzt an unserem Guide (einem gebürtigen Engländer) lag. Der mit viel Witz und Charme (klar war vieles einstudiert) durch die Destillerie führte.
Man konnte eine Blick in die Maischbottiche werfen, die Würze probieren, sowie eine Nase voll aus den Gärbottichen nehmen, was unser Guide wohl besonders witzig fand. Haltet die Nase nie zu tief rein, es ist zwar witzig zu beobachten, wie es andere tun, aber tut es selber nicht. Der Geruch ist so agressiv, man hatte für einen Moment das Gefühl, dass man sich jetzt jegliches Gewebe in der Nase weggeätzt hat.

Ein Foto von den Potstills konnte ich dann trotzdem noch knippsen (von aussen)

Nach der eigentlich Besichtung ging es dann zum wohlverdienten Tasting im Warehouse n1.
Dort erwarteten uns jeweils sechs bereitgestellte Gläser, gefüllt mit den verschiedenen Abfüllungen von Aberlour (plus eines mit dem Feinbrand).
Zum Glück war ich heute nicht der Fahrer :)

Ich muss leider gestehen, ich weiss nicht mehr bei allen Glästern, um welche Abfüllungen es sich jeweils gehandelt hat.

Den 10 jährigen kannte ich bereits und bisher empfand ich ihn als relativ langweiliges, harmloses Produkt. Dies änderte sich auch nicht mit diesem Tasting. Irgendwie ist mir dieser Whisky zu belanglos oder meine Nase ist einfach (noch) zu unausgebildet.

Ganz anders allerdings Aberlour a’bunadh: Beim Single Malt Tasting, welches im C&D Forum veranstaltet wurde, platzierte er sich in meiner Liste noch im Mittelfeld mit 6/10 Punkten. Nun, das wäre heute nicht mehr der Fall. Dieses Hammerprodukt hat mehr verdient. Eine richtig schöne Sherrybombe!

Es ist immer wieder interessant wie sich der Geschmack im Laufe der Zeit verändert, oder wie sich die Stimmung, die Umgebung etc., auf den Geschmack auswirkt. Der 15 jährige Aberlour schlug dann die Brücke zwischen dem zehnjährigen und dem a’bunadh. Nicht schlecht, aber keine Chance gegen a’bunadh.

Zum Schluss konnte man sich für 60 Pfund eine eigene Single Cask/Cask Strength Flasche abfüllen. Zur Wahl standen sowohl ein Bourbon, als auch ein Sherryfass. Diesen Whisky kann man gemäss unserem Guide nur hier kaufen und sonst nirgends auf der Welt. Meine Wahl fiel auf den Whisky aus dem Sherryfass.

Das Abfüllen hat auf jeden Fall Spass gemacht.

Obwohl man diesen Whisky so nicht kaufen kann, werde ich ihn im Laufe dieses Schottlandspecials vorstellen.
Denn wer weiss, vielleicht verschlägt es den einen oder anderen Leser auch mal in die Speyside.

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