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Impressionen von der SwissBarWorld 2010

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Früchte im Eis

Früchte im Eis

Bereits beim Studieren der Infobroschüre zur SwissBarWorld wurde aufgrund des Hallenplans klar, dass die SwissBarWorld grösser sein wird als noch 2009. Während man letztes Jahr geschätzte 2/3 der Halle benutzte, schien es dieses Jahr gegen 100% zu gehen.  An der Aufteilung der Veranstaltungsplattformen “Showbühne”, “Flairtendingarea”, “Forum SwissBarWorld” und “Form Pernod-Ricard” hat man festgehalten, ebenso am Grundsatz, dass es sich um eine reine Fachmesse handelt. Geändert hat man aber die Durchführungszeit und verschob die Messe um einen Tag, so dass sie 2010 sonn- und montags stattfand. Für mich natürlich eine wunderbare Änderung von der ich hoffe, dass sie nächstes Jahr immer noch Gültigkeit besitzt.

Für eine Veranstaltung ist es natürlich immer wichtig, Besucher und Aussteller zu binden. Der SwissBarWorld scheint dies, betrachtet man sich die Aussteller, gelungen zu sein. Viele der Aussteller vom letzten Jahr fanden sich auch dieses Jahr wieder ein. Komplettiert wurde dieser Reigen durch eine Anzahl neuer Aussteller bei denen es sich erfreulicherweise nicht nur um grosse Konzern sondern auch um kleinere Institutionen handelte.

Sonntag

So stürzte ich am frühen Sonntagnachmittag ins Getümmel der SwissBarWorld 2010, wobei Getümmel etwas übertrieben ist. Die Messe war zu keiner Zeit überfüllt und man konnte sich sehr frei bewegen. Die negative Interpretation dieser Tatsache wäre natürlich, dass die Messe zu wenig Besucher anlockte.

Sensorik

Los ging es mit einem Vortrag über Sensorik durchgeführt von Patrik Zbinden, den einige vielleicht von DRS3 kennen. Hier wurde dann auch schnell mit der veralteten Annahme aufgeräumt, die Zunge besitze mehrere Geschmackszonen. Ein sehr interessanter Vortrag, gerade auch, weil Herr Zbinden nicht aus dem Barbereich kommt und so etwas unbefangener an die Sache heranging, was sich dann in, auf den ersten Blick vielleicht, ungewöhnlichen und vielleicht etwas sehr theoretischen Ideen und Vorstellungen niederschlug. Ein roter Faden des Vortrags war aber die Wichtigkeit des Gesamtpaketes. Was versteht man unter einem Gesamtpaket bei einem Cocktail?
Natürlich unter anderem das Zusammenspiel von Geschmack, Geruch, Aroma und Mundgefühl. Hinzukommt aber noch der visuelle Aspekt abgesehen von der Deko, insbesondere von Schaum ist Her Zbinden begeistert, aber auch die Präsentation des Getränkes, das rundherum wie z.b. Snacks etc. sind von Wichtigkeit. Selbst das Ohr wurde nicht vernachlässigt und als Beispiel diente z.b. das Geräusch beim Ausschenken von Flaschen. All dies sind Eindrücke, welche auf den Gast einen psychologischen Effekt haben (der Effekt von Farben ist ja schon länger bekannt) und den Gast in seinem Verhalten dementsprechend beeinflussen können, sowohl positiv als auch negativ. Marketingabteilungen machen sich diese Erkenntnis schon lange zu Nutze, in dem sie z.b. mit Düften versuchen Konsumenten im Kaufhaus zum Erwerb von Produkten zu bewegen.
Ein sehr interessanter Einstieg, der Lust auf Mehr machte, deshalb zog ich dann auch gleich weiter zum nächsten Event.

Tasting von Schweizer Whisky

Die Schweiz hat noch keine lange Tradition was das Brennen von Whisky anbelangt, dementsprechend kritisch beurteilen viele Leute das Schweizer Lebenswasser. Verkostet wurden 6 Produkte, welche unter der Leitung von Hansjörg Zehnder probiert wurden. Ohne grosse Erklärungen oder Einführung ging es dann auch gleich los und wir begannen uns Notizen zu den verschiedenen Kriterien zu machen. Zu jedem Produkt gab es 20 Punkte zu verteilen, so z.b. für den Geruch oder die Frucht, was ich etwas merkwürdige Bewertungskriterien fand.
Einige warten jetzt bestimmt schon hämisch grinsend auf die Testresultate, um sich in ihrer kritischen Meinung gegenüber Schweizer Whisky, bestätigt zu sehen. Nun was soll ich sagen? Leider scheint eure Meinung grösstenteils der Wahrheit zu entsprechen. Die meisten, nicht alle, der Whisky schmeckten unreif und grün und damit meine nicht vegetabile Noten à la Heide oder Heu, sondern grün, wie zum Teil Grappa. Herr Zehnder hat uns noch einen Aberlour 10y unter die Kandidaten untergejubelt, welcher von mir auch prompt die höchste Punktzahl erhielt. Allerdings musste sich dieser den ersten Platz mit dem “Ourbeer” Whisky teilen, einem soliden Schweizer Vertreter mit eine schönen würzigen nach Dörrfrüchten schmeckenden, schweren, Note.

Eine Kochshow sowie das Ende der Gin-Trockenheit in der Schweiz

Kochen und Klaumauk

Auf der Showbühne turnten dann die bereits vom letzten Jahr bekannten Köche Thomas Krebs und sein Kompagnon herum, welche Barfood präsentierten. Noch mehr Show und Gags, die nicht besonders lustig waren, wie letztes Jahr noch weniger Inhalt als letztes Jahr, aber den Zuschauern schien es zu gefallen. Ich verliess das Ganze nach 10 Minuten. An einer Fachmesse erwarte ich dann doch etwas mehr Fachliches und nicht nur Klamauk.

Ich nutze die Zeit, um mir mal die Messen und deren Aussteller etwas genauer anzuschauen.
Neu dabei dieses Jahr war die mobile Absinth-Bar, die ich natürlich, als absolut Absinth-Unerfahrener, aufsuchen musste. Die Bar befand sich in einem kleinen Bus, dessen Seite man wie einen Marktstand mit Markise öffnen konnte. Ich wusste, dass am Freitag in der Bar zu welcher dieses mobile Pendant gehörte, der beste Schweizer Absinth prämiert wurde. Also fix den Sieger mit etwas eiskaltem Wasser verkostet. Sehr empfehlenswertes Produkt!

Etwas weiterhinten stiess ich auf casa-del-tequila, welche bereits 2009 mit einem Stand anwesend waren. Wie der Name schon vermuten lässt, ist hier Tequila angesagt. Doch das interessierte mich nur am Rande, denn ich wusste, dass dieser Shop offizieller Importeur von Geranium Gin ist und so suchte ich kurz seine Produkte durch und mein Blick blieb an einem Regal hängen, welches voller Gin war und zwar nicht einfach Gordon’s oder Tanqueray. Martin Miller Westbourne Strength, Junipero, Monkey 47, Hayman Old Tom um mal einige zu nennen. Und das Beste, die sind ab sofort im Einzelhandel erhältlich. Leider mit einem Haken. Der Preis. Wie üblich ist der Preis natürlich höher als in Deutschland und man muss mit ca. 30% -100%(The Duke Munich Dry Gin) Aufschlag rechnen. 30% sind normal, 100% erscheinen mir doch arg viel. Als Vergleichsbasis diente barfish.de

Spannende Podiumsdiskussionen und ein leckeres Whisky-Tasting

Man hat sich entschieden, die 5 Kandidaten des SwissBarAwards, dem Publikum in Form einer Podiumsdiskussion vorzustellen. Sehr interessant mal die Menschen hinter dem Tresen bzw. Cocktail zu sehen und deren Meinungen und Philosophien zu hören.
Moderatorin Jennifer Ann Gerber hatte zwar keinerlei Ahnung von der Materie machte aber zumindest einen Teil wieder mit ihrer sympathischen Art wett. Bitte nächstes Jahr wiederholen, gerne auch in einer „extended Version“ mit längerer Dauer.

Kandidaten des "Barkeeper of the year" Award

Als Whiskyfreund konnte ich mir natürlich das Whisky & Food Matching Seminar nicht entgehen lassen. Geleitet von einer deutsch sprechenden Engländerin, die man nur schon wegen ihres Dialekts mögen muss. Da wir nur zu viert waren, konnte sie sich natürlich auch mehr Zeit nehmen und nutzte diese um gleich selbst am Tasting teil zu nehmen. Um was ging es überhaupt?
Es wurden verschiedene Glenlivets und dazu passende Schokolade und Früchte gereicht. Ziel war es zu erfahren, wie gewisse Früchte oder Schokolade mit dem Whisky harmonieren (oder auch nicht). Hervorheben muss ich hierbei die Kombination Glenlivet Nadurra und Himbeeren.
Ich hab zwar in diesem Seminar nicht viel gelernt (ausser mit was Glenlivet zusammenpasst), aber unheimlich Spass gehabt.
Dies war dann auch gleich der letzte Event vor den SwissBarAwards im Club Bolero.

Montag

Die Award-Nacht hat zwar ihren Tribut gefordert, doch das konnte mich natürlich nicht davon Abhalten der SwissBarWorld auch montags einen Besuch abzustatten.

Die Schweiz zeigt was sie zu bieten hat

Simon Schmidlin präsentiert Cocktails mit Seelandspirituosen

Als erstes gleich ein Event, der mich bereits im Vorfeld brennend interessierte. Cocktails mit Seeland-Spirituosen neu interpretiert. Präsentiert wurde dies vom SwissBarAward Kandidat Simon Schmidlin.
Den Anfang machte ein Negroni bei dem der Campari mit Gran Classico Bitter ersetzt wurde, weiter ging es mit einer Abwandlung des Sazeracs bei dem der Cognac/Rye durch Pflaumenbrand substituiert wurde. Dabei blieb es natürlich nicht und es folgten weitere Drinks mit Birnen bzw. Williamsbrand. Simon Schmidlin gestaltete dieses Referat sehr informativ und kurzweilig. Schade nur, dass so wenig Besucher anwesend waren. Ob das an der “frühen” Tageszeit lag?

Zucker in Edelbränden und ein Konsumententest

Auch der nächste Beitrag fand im sehr intimen Rahmen statt, nämlich mit drei Leuten (inklusive Referentin). Thema war Zucker in Edelbränden, sowie die Erkenntnis, dass der Alkoholgehalt einer Spirituose durchaus Einfluss auf den Geschmack hat. Diese Erkenntnisse wurden durch eine Studie bzw. einen Konsumententest gewonnen, welcher von der Agroscope in Wädenswil durchgeführt und von Sonia Petignat an der SwissBarWorld vorgestellt wurde.
Bei diesem Test wurden von einer Testgruppe von 84 Personen Kirsch mit verschiedenen Alkoholgraden blind verkosten. Beim Kirsch handelte es sich um ein extra für diesen Test hergestelltes Destillat. Es hat sich dabei herauskristallisiert, dass es erst zwischen 37.5%, dem Mindestalkoholgehalt eines Kirschs und 45% Alkohol einen signifikanten Unterschied im Geschmack gab, vorher nicht. Frauen bevorzugten die erste und Männer die zweite Variante. Diesen beiden Varianten, 37.5% und 45% wurde dann versteckt etwas Zucker (3g/l) hinzugegeben und die Kandidaten mussten erneut verkosten. Mit dem Ergebnis das der 45% Kirsch, entgegen dem was man bei Zugabe von Zucker erwarten würde, schärfer wurde.
Wir konnten dieses Experiment selber durchführen und der 45% Kirsch war in meinen Augen weitaus ausgewogener, dafür weniger frisch im Geschmack. Auch war der Alkohol diesem Kirsch weitaus weniger präsent als beim 37.5%. Spannend!

Weiter ging es mit einem Vortrag über die Totalrevision des Alkoholgesetzes, von welcher einige vielleicht bereits gehört haben. Hier möchte ich nicht viele Worte darüber verlieren, da ich dieses Thema in einem separaten Beitrag behandeln möchte.

Ein Erfolg

Die SwissBarWorld hat sich mit der zweiten Ausgabe definitiv weiterentwickelt, ohne sich grundlegend zu verändern. Die vorgenommenen Anpassungen und Weiterentwicklungen taten der diesjährigen Ausgabe sehr gut. Hervorheben möchte ich z.b., dass man sich entschieden hat 2010 mehr schweizspezifische Themen zu präsentieren, was ich als absolut gelungen bezeichnen will. Doch leider bleibt eine meiner Kritiken weiterhin bestehen: Der Umgang mit den neuen Medien lässt weiterhin zu wünschen übrig. So sind die Gewinner der SwissBarAwards weder auf der offiziellen Seite noch in Facebook zu finden. Ich wünschte mir, dass man dies nächstes Jahr ändert und die Möglichkeit des Internets besser nutzt.

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Prämierung von Schweizer Absinth

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Am Freitag wurde in der Solothurner Bar “die grüne Fee” zum ersten Mal Schweizer Absinth prämiert, wobei die meisten Produkte aus dem Val de Travers kamen.
Die fünf besten Absinths wurden im Blick am Abend vorgestellt.

An der SwissBarWorld konnte ich den Erstplatzierten verkosten und kann ihn nur weiterempfehlen. Sehr schön kräuterig (Anis, Fenchel, etwas Wermut), ohne, dass ein Aroma zu dominant ist. Ausgewogen und lecker.

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Liquid Christmas

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Eigentlich sollte dieser Post schon zur Weihnacht raus. (insert your favourite excuse here) Aber wie es halt so ist: Weihnachtstress und nach den Weihnachten für fast 4 Tage krank. Somit kommt der Cocktail mit diesem Namen etwas zu spät, aber Weihnachten ist ja alle Jahre wieder.

Eigentlich bin ich über einen Tee, genauer einen Orangen-Zimt-Tee, welchen ich mal auf der Arbeit entdeckte, auf die Idee dieses Cocktails gekommen. Im Vordergrund standen als zuerst starke Orangen- und Zimtaromen, welche aber im Laufe der Entwicklung zugunsten anderer Aromen und der Basisspirituose zurückgeschraubt wurden. Mit dem Ergebnis, dass der Cocktail so doch besser harmonierte.
Wie der Name “Liquid Christmas” bereits verrät, wollte ich neben den oben angesprochenen Aromen eine Art flüssige Weihnachten kreieren, also einen Cocktail, der einem an die Gerüche von Weihnachten erinnert. Natürlich ist es kaum möglich alle weihnachtlichen Gerüche in einen Cocktail unterzubringen, deshalb musste ich mich für ein paar wenige entscheiden: Nelken, Orangen, Zimt und Anis. Und natürlich Gin, aber Gin geht immer, nicht nur zu Weihnachten ;)

Da ich mir keinen Zimtsirup kaufen wollte, habe ich ihn selbst aufgesetzt: 4 Zimtstangen mit Wasser und Zucker (1:1) aufkochen und auf mittlerer Stufe etwas kochen lassen, in eine Flasche füllen und ca. 3-4 Tage ziehen lassen, was einen kräftigen, mit ganz leichten Holztönen, Sirup ergibt.

Meine ersten Versuche waren alle pappsüss und der Gin war völlig im Hintergrund. Nach und nach reduzierte ich die Zutaten bis ich ein akzeptables Ergebnis hatte. Akzeptabel ist allerdings nicht genug, also machte ich mich daran, den Gin und die Nelken bei meinen Versuchen wegzulassen, um zuerst das richtige Verhältnis der anderen Zutaten zu finden. Erst als mir dies gelungen war, vermixte ich das Ganze im richtigen Verhältnis und musste es nur noch im Kleinen anpassen.

Nun aber zum eigentlichen Rezept

Liquid Christmas

  • 3cl Gin (Tanquery 10)
  • 4 Nelken
  • 0.8cl Grand Marnier CR
  • 0.2cl Orangensaft (frisch)
  • 0.4cl Zimtsirup
  • 1/2BL Absinth

Nelken zerstossen oder zebrechen und ca. 10 Minuten mit dem Gin ziehen lassen.
Die anderen Zutaten hinzugeben, auf Eis schütteln und in einen Cocktailspitz abseihen.

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