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Galliano Balsamico

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Das erste Mal habe ich beim C&D Forumstreffen 2009 vom Galliano Balsamico gehört als der Galliano Authentico vorgestellt wurde.
Als ich vor einigen Wochen dann Helsinki besuchte, fiel mir die dunkle Flasche im Galliano-Design sofort auf und ich musste sie einfach kaufen. Gekostet hat der Spass ca. 35 CHF.

Galliano Balsamico

Pur

Wie jede neue Spirituose verkostete ich den Galliano Balsamico zuerst einmal pur.

Der Geruch erinnert natürlich an Balsamico. Allerdings mit einer doch vorhandenen Süsse, wie ich sie beim Balsamico nicht kenne. Zusammen ergab das für meine Nase eine unschöne Mischung als Essig und Lösungsmittel. Erster Gedanke: Scheusslich!

Beim ersten Schluck dann die Überraschung: Viel süsser als man es dem Geruch nach vermuten würde. Der Balsamico ist ebenfalls dezenter als noch in der Nase. Sowie ich die Galliano-Homepage verstehe, basiert der Galliano Balsamico aus einer Vermählung von normalen Galliano und Balsamicoessig. Das merkt man, ich meine neben leichten Vanilletönen auch eine kräuterige Note auszumachen. Der Balsamico Anteil lässt sich nicht verleugnen und so ist das Produkt relativ sauer und in meinen Augen nur beschränkt für den puren Genuss geeignet (für meinen zumindest nicht)

Viel interessanter ist natürlich die Frage: Wie macht sich der Galliano Balsamico in Cocktails?

Als erstes dachte ich daran, einen Strawberry Daiquiri mit Galliano Balsamico anstatt Crema di Balsamico zu machen. Interessanterweise ist das Ergebnis mit Galliano saurer als mit Crema di Balsamico. Aber dies nur am Rande.

Die Homepage von Galliano listet einige Cocktails, welche explizit für den Galliano Balsamico kreeirt wurden.

Balsamic Manhatten

Als erstes mixte ich den Balsamic Manhatten

1.5cl Galliano Balsamico
3cl Rye Whisky (Wild Turkey)
1.5cl Barolo Chinato
oder Wermut mit Angostura
Stir, strain in Cocktailschale

Aus Mangel an Barolo Chinato habe ich mich für die Wermut/Angostura Variante entschieden. Da die Homepage nicht spezifiziert was für Wermut, habe ich mich für 1.5cl roten Wermut mit einem dash Angostura entschieden. Das Ergebnis ist sehr interessant. Der Rye Whisky harmoniert wunderbar mit dem Galliano Balsamico, auch wenn mir die Säure des Gallianos hier etwas zu präsent war.

Zweiter Kandidat: Der Native

Native

Native
1cl Galliano Balsamico
4cl Gin (Plymouth Gin)
1.5cl fresh blood grape juice (?)
3 Himbeeren
1 dash Granatapfelsirup

shake, strain in Cocktailglas

Ich habe keine Ahnung was blood grape juice ist (evtl. Grapefruit?), deshalb nahm ich einfach normalen roten Traubensaft. Der Plymouth Gin war meiner Meinung nach nicht die richtige Entscheidung. Hier sollte ein kräftiger Gin her, um dem Galliano Balsamico Paroli bieten zu können. Ansonsten interessant, haute mich jetzt nicht vom Hocker.

Last but not least: Delizia

Delizia

Delizia
4cl Galliano Balsamico
2 Erdbeeren
10 Blätter Basilikum

Alles in einem Tumbler muddeln und mit Crushed Ice auffüllen. Mit Erdbeere garnieren

4cl Galliano?
Da musste ich zuerst einmal leer schlucken. Doch die Komposition funktioniert. Ich finde, dass noch mehr Basilikum mit rein darf. Ein sehr gewöhnungsbedürftiger Cocktail.

Ich finde Galliano Balsamico ist ein sehr interessantes Produkt, mit dem sich sicherlich leckere Cocktails zu bereiten lassen. Galliano Balsamico findet sicherlich seine Freunde. Mich kann das Produkt allerdings nicht unbedingt dazu zählen, zumindest nicht zu den engsten Freunden ;)
Irgendwie werde ich mit Galliano Balsamico nicht warm, aber ich bin gespannt was andere Leute dazu meinen.
Womit wir auch gleich beim nächsten Thema sind.

Wann und Wo?

Wie es aussieht wird in Europa in Moment der skandinavische Raum bedient. Dies zumindest meine Interpretation der Google-Ergebnisse.

Auf Nachfrage bestätigte mir Dettling & Marmot, der offizielle Galliano Importeur für die Schweiz, dass es in nächster nicht geplant ist, Galliano Balsamico ins Sortiment aufzunehmen. Schade, wie es ausschaut, muss man hier entweder ins Ausland ausweichen oder einen Grauimporteur finden.

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  • Published: Mrz 20th, 2009
  • Category: Bars, Sonstiges
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Ein kleiner Ausblick und eine Ankündigung

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Lang ists her seit ich hier was geschrieben habe. Das soll natürlich nicht so bleiben, aber ich hatte in letzter Zeit allerhand zu tun.

Doch zuerst einmal zur Ankündigung, welche die Bartests in Winterthur betrifft.
Es sind ja erst zwei Tests online, doch getestet (noch nicht so ausführlich wie eigentlich geplant) sind bereits fünf Locations, also knapp 1/5 aller Bars.

Ich werde diesen Bartest in der jetzigen Form mit sofortiger Wirkung einstellen. Auch die drei übrigen getesteten Bars (Das schmale Handtuch, die Loge, Kafisatz) werden nicht online gestellt.

Warum dieser Schritt?
Kurz: Ich habe weder Zeit noch Geld um mich mit solchen “Bars” herumzuschlagen. Oder wie bereits andere Leute erwähnten: “Das Leben ist kurz für schlechte Drinks”.

Bereits in diesen 5 Bars wurde ich auf eine harte Probe gestellt und manch “abenteuerliches” erlebt. Da wären die Gin Sour, welche primär sauer und zuckrig waren, ein roter Mai Tai, Manhatten im Tumbler. Kurz, nichts erfreuliches für die Geldbörse und noch viel weniger für den Gaumen.
Mich jetzt noch durch über 20 andere Bars zu kämpfen, und bei den meisten wäre es nichts anderes, möchte ich wirklich nicht.

Ich möchte hier über das Geniessen von Cocktails und Spirituosen berichten, von guten Bars und Locations. Und nicht von Dingen, die sich nicht lohnen.
Dies sollte nicht falsch verstanden werden. Es gibt in Winterthur mindestens eine gute Bar, doch diese kannte und schätzte ich bereits im Vorfeld (ich hoffe natürlich, dass es noch weitere Perlen gibt). Über diese Bars werde ich gerne berichten. Die Bars welche hier im Blog nicht auftauchen, halte ich entweder nicht für lohnenswert oder ich kenne sie nicht ;)

Ein Ausblick

Nach zwei Wochen Schreibabstinenz hat sich natürlich das eine oder andere Thema angesammelt bzw. wurde in den zwei Wochen behandelt und muss noch zu “Papier” gebracht werden.

Neben der Vorstellung eines Single Malts und eines süssen Wermuts (nein, nicht Carpano Antica Formula), wird endlich der erste Cocktail behandelt. Desweitern werde ich natürlich auch vom Whisky-Schiff in Luzern berichten.

Das ist natürlich erst ein kleiner Ausblick (ca. 1 1/5 Wochen), mehr wird natürlich folgen.

Viel Spass!

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  • Published: Mrz 1st, 2009
  • Category: Bars, Schweiz
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Bartest in Winterthur: Fahrenheit Bar

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Wie versprochen gibt es heute den ersten Test zu einer Winterthurer Bar.

Die Premiere macht die Fahrenheit Bar, welche sich in der Winterthurer Altstadt, genauer an der Steinberggasse 65, in der Nähe des Kino Kiwi befindet.
Gegründet wurde die Bar im Jahr 2005 und bietet 50 Sitzplätze im innern, sowie 60 Gartensitzplätze an. Erwähnenswert ist, dass den Gästen gratis W-LAN zur Verfügung steht. Am Abend beim Cocktailtrinken zwar eher unwichtig, aber tagsüber wird aus der Fahrenheit Bar ein Café, dass über Mittag auch verschiedene Menues anbietet.
Auf der Website der Bar kann man sich die Barkarte anschauen, welche auf den ersten Blick einige angenehmen Überraschungen bietet, die man sonst nicht auf jeder (Winterthurer) Barkarte findet (z.b. Pisco Sour).

Nun, Freitag abend also, machte ich mich auf diese Bar zu testen. Als ich um kurz vor halb neun die Bar betrat, war sie schon ordentlich voll, vornehmlich mit eher jüngeren Leuten. Die meisten sassen an schwarzen Bistro-Tischen und was sofort auffiel: die meisten tranken Bier oder Wein, praktisch niemand genoss einen Cocktail.
Ich “kämpfte” mich also zur metallenen Bartheke, welche etwa 7-8 Leuten Platz bot durch und nahm Platz. Die Spirituosen, welche hinter der Theke auf den Regalen standen, entsprachen alle etwa dem Standard, den man sich in einer “normalen” Bar der Schweiz gewöhnt ist. Likör von Bols, Four Roses Bourbon etc. Daneben noch eine schöne Auswahl Single Malts.

Da wie bereits erwähnt, bereits einiges los war musste ich etwas warten, bis mich die Servicefachangestellte nach meinem Wunsch fragte. Als ich einen Manhatten, wenn möglich mit Bourbon bestellte, meinte sie, dass sie den Barkeeper (war grad unterwegs am kassieren) informieren werde. Der Barkeeper, ein Mann irgendwo zwischen 40 und 50 schätze ich, kam und begang sogleich einen Manhatten (auf der Karte mit Canadian Whisky) zuzubereiten. Die Information, dass ich den Manhatten gerne mit Bourbon gehabt hätte, schien nicht bis zu ihm durchgedrungen zu sein. Egal, ich lies ihn gewähren und war auf das Ergebnis gespannt.
Als erstes gleich mal ein positiver Eindruck, die Gläser werden mit Eiswürfel vorgekühlt.
Der weitere Verlauf war dann etwas weniger positiv. So wurde zwar ein Barmass benutzt, um die Zutaten abzumessen, aber insgesamt wirkte der Barkeeper etwas fahrig, nervös und unsicher. Es schien mir als hätte er das Rezept für den Manatten zuerst nachschlagen müssen (mein Eindruck, ob das den Tatsachen entspricht, kann ich nicht sagen). Auch die Handgriffe wirkten fahrig, gestresst. Dazu muss man fairerweise auch erwähnen, dass immer wieder Leute kamen, die jetzt unbedingt zahlen wollten auf irgendwie penentrante Art und Weise, obwohl sie sahen, dass der gute Mann gerade beschäftigt war. Der Barkeeper quittierte das Verhalten dann auch entsprechend mürrisch und genervt. Das ist zwar verständlich, über die Notwendigkeit lässt sich streiten.
Wie dem auch sei, nachdem Canadian Club und Punt e Mes hinzugefügt wurden, träufelte der Barkeeper noch zwei Tropfen Angostura in den Drink. Viel zu wenig in meinen Augen.
Nachdem der Drink gerührt wurde, nahm der Barkeeper das vorgekühlte Glas und kippte die Eiswürfel darin zurück in seinen Eisbehälter. Nicht so toll!
Dieses Verhalten, der sehr sparsame Einsatz von Eis (als wäre es Gold) zog sich durch den gesamtem Abend (mehr dazu unten)

Doch wie schmeckte denn jetzt der Manhatten?
Leider nicht besonders.
Der Drink schmeckte nicht rund. Der Canadian Club, der ja die Grundspirituose war, verrichtete seinen Job mehr Schlecht als Recht und schmeckte primär nach Alkohol und etwas Whisky. Der Punt e Mes schien den Whisky eher zu unterdrücken, als zu unterstützen und vom Angostura spürte man überhaupt nichts.

Erfreulich war, dass sich der Barkeeper trotz Stress etc. erkundigte, ob der Manhatten schmecke. Auf meine Antwort, dass ich ihn eher mit Bourbon mag, meinte er, dass ich ihm dies das nächste Mal sagen solle.

Als zweites bestellte ich einen Gin Sour (mit Bombay Sapphire 40%). Auch hier wurde das Glas vorgekühlt. Leider verzichtete man auf frischen Zitronensaft, andererseits verwendete man dafür scheinbar selbstgemachten Zuckersirup. Sicherlich kein Trost, aber in meinen Augen doch eine Erwähnung wert. Der Sour wurde dann geschüttelt und in das vorbereitete Glas, in dem sich keine Eiswürfel befanden (!), abgeseiht. Dies wurde bei allen Sours so gemacht, wie ich beobachten konnte. Auf die Frage, ob das so OK sei, verlangte ich nach ein paar Eiswürfel,  die mir auch ohne Probleme oder Diskussionen in den Drink gegeben wurden. Geholfen hat es leider nicht viel, mein Gin Sour war viel zu warm, mann schmeckte, dass hier kein richtiger Zitronensaft verwendet wurde und, dass der Drink einfach nicht stimmig war (was auch am verwendeten Gin liegen kann).

Nach diesen zwei Drinks und knapp 40min hatte ich dann genug gesehen, bezahlte 25 CHF (ein fairer Preis) und verliess die Bar etwas entäuscht.

Entäuscht vor allem auch, weil ich der Meinung bin, dass der Wille gute Cocktails zu kreeiren (und nicht einfach Zutaten zusammen zu schütten) seitens des Barkeepers eigentlich vorhanden ist und, dass er sich Mühe gab. Nur denke ich, dass ihm die Übung fehlt. Und wenn man sich den Klientel der Bar ansieht, weiss man auch warum, dies so ist. Wenn niemand Cocktails bestellt, was soll den ein Barkeeper tun?
(Ich weiss, eine vereinfachte Sicht der Dinge, aber ein “Problem”, auf dass ich sicherlich noch mehrmals zu sprechen komme)

Die nächsten beiden Bars, zu welchen hier Tests erscheinen, sind “das schmale Handtuch” sowie die “Cotton Corner Bar”, welche ich beide bereits am Freitag besucht habe.

Fazit

Nur eine beschränkte Empfehlung. Zwar gibt man sich Mühe, aber die Qualität der Cocktails stimmt leider  nicht. Preise sind Ok.
Vielleicht eher ein Bier (Leffe) oder einen Wein trinken (was eigentlich wiederum “schlecht” ist, siehe oben)

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