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  • Published: Dez 7th, 2010
  • Category: Spirituosen
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Whiskyschiff 2010 in Zürich

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Auch im Jahr 2010 fand natürlich das Whiskyschiff in Zürich statt und auch dieses Jahr “musste” ich natürlich teilnehmen.
Dieses Jahr fand der Event auf vier Schiffen statt und auf jedem fand man unzählige Whiskysorten, sowie Ales, Weinbrand und Zigarren. Der Fokus lag aber erwartungsgemäss auf dem Whisky.
Bereits am Donnerstag öffneten sich die Tore des diesjährigen Whisky-Mekka und bereits nach einer Stunde um 17:00 waren die ersten Flaschen Lebenswasser gemäss Berichten aus dem Whiskyforum ausverkauft!
Irgendwie beängstigend.

Ich besuchte das Schiff wie jedesmal am Samstagabend, eine Entscheidung, welche ich nächstes Jahr bestimmt überdenken werde, denn die vier Schiffe waren so voll und laut, dass es schon ungemütlich war. Nur wer sich gekonnt durchzwängte und seine Ellbogen zu Hilfe nahm, kam bis zum Tresen. Natürlich war das nicht bei allen Anbietern so, aber im Grossen und Ganzen fand man ein Gedränge vor, welches, anders als im letzten Jahr, auch zu späterer Stunde nicht abnahm. Dass ein Anbieter noch unbedingt laute Rockmusik spielen musste, tat sein übriges… Bitte nicht wiederholen nächstes Jahr.

Aufgefallen ist mir, dass es, zumindest war das meine Empfindung, einiges mehr an doch schon ziemlich stark angetrunken Personen gab. Zum Glück konzentierten sich diese auf das Festzelt und störten die Nichtbetrunkenen nicht noch auf den Schiffen. Das Festzelt… Auch in diesem Jahr wurden dort wieder verschiedene Grilladen angeboten. Man scheint nichts aus dem letzten Jahr gelernt zu haben, denn die Wartezeiten waren immer noch sehr hoch und das Angebot reduziert, weil anscheinend einer der Lieferanten gepatzt hatte. Schade, dass dann aber auch die Qualität nicht richtig überzeugen konnte, das Fleisch war staubtrocken. Ich erwarte sicherlich keinen Gourmetservice, aber das Gebotene war leider nicht gerade toll. Ich hoffe hier verbessert man sich nächstes Jahr.

Trotz diesem Kritikpunkten hatte ich meinen Spass am diesjährigen Zürcher Whiskyschiff, allerdings etwas weniger als auch schon.

Natürlich gab es aber auch dieses Jahr wieder unheimlich viele Produkte zu probieren, viel zu viele Interessante, um alle an einem Abend zu sich zu nehmen, ohne, dass man sich eine Alkoholvergiftung geholt hätte. Wie gehabt möchte ich euch auch dieses Jahr wieder drei verschiedene Spirituosen vorstellen, auch wenn es mir dieses Jahr etwas schwerer viel als auch schon

Laphroaig 12y Sherry Refill Butt, world of whisky, Hotel Waldhaus
Laphroaig geht natürlich immer. Diese Abfüllung von Signatory Vintage wurde für das Hotel Waldhaus St. Moritz abgefüllt und besitzt die für Laphroaig typischen Rauch- und Torfnoten, gepaart mit sehr dezenten Sherrynoten, die sich als schwere Süsse bemerkt machen. Am interessantesten ist aber sicherlich die intensive kräuterige Note, welche dieser Whisky besitzt. Für 69 CHF absolut empfehlenswert, für jeden der Rauch und Torf nicht abgeneigt ist.

Old Pulteney 23y, Sherry Cask
Der 12 jährige Old Pulteney gehört zu meinen Lieblingsabfüllungen und so musste ich natürlich diesen 23 jährigen Whisky probieren. Intensive Bananennoten, gepaart mit dezenten (wirklich sehr dezent) Sherrynoten. Eine sehr leckere Abfüllung, für knapp 280 CHF allerdings zu teuer, wie ich finde.

Rum Bristol Classic Rum Enmore Still 1988
Nachdem ich die Bristol Classic Rum Reihe bisher immer links liegen gelassen habe, musste ich sie dieses Jahr, nach Diskussionen im cocktaildreams.de Forum, ausprobieren. Der Enmore 1988 besitzt intensive würzige, leicht kräuterige Holznote. Wer auf Rums à la Zacapa 23y steht, sollte wohl eher ein Bogen um dieses Schwergewicht machen. Für mich als Rumneuling eine sehr interessante, rum-untypische Erfahrung, die mit 205 CHF allerdings nicht ganz günstig ist.

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Old Pulteney 12y

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Geschichte

Die Old Pulteney Distillerie befindet sich in Wick, einem kleinem Städtchen ganz im Nordosten Schottlands, nahe von John o’ Groat’s, einem bekannten Touristenziel. Old Pulteney ist die nördlichste Destillerie auf dem schottischen Festland.

Wicks Einwohnerzahl beträgt etwas über 7000 (2004) und die Geschichte von Wick lässt sich bis zur norwegischen Herrschaftzeit zurückverfolgen. Im Jahr 1266 ging Wick in den Besitz Schottlands über. Der Name “Wick” rührt wahrscheinlich vom norwegischen Wort für Bucht (vik) her und wie man aufgrund des Namens vermuten kann, liegt Wick am Meer und war einst ein wichtiger Umschlagsplatz für die Heringsfischerei im 19. Jahrhundert.  Den Höhepunkt der Heringsfischerei wurde Anfangs des 20. Jahrhundert erreicht, als über tausend Fangschiffe jeweils von Wick ausliefen.

Viel Arbeit, bedeutete auch viele durstige Arbeiter, die bis zu 3000 Liter Whisky pro Woche konsumierten.
So errichtete James Henderson 1826 die Destilliere in Pulteneytown, was damals eigenständig war und erst 1902 in Wick eingegliedert wurde.
Als die Destillerie gebaut wurde, war die Destillerie nur schwer über den Landweg erreichbar, deshalb wurde sowohl das Getreide als auch das Endprodukt, der Whisky, jeweils per Schiff transportiert.

Gemäss zeitgenössen Quellen zufolge, war der ursprüngliche Old Pulteney ein wahres Torfmonster. Mangels alternative Brennstoffe wurden z.b. selbst die Brennblasen mit Torf befeuert.

Die florierende Wirtschaft, welche primär auf dem Heringfang aufbaute, erlebte im 20. Jahrhundert zwei grosse Rückschläge. Erstens wurden im ersten Weltkrieg die Fangschiffe von der Marine beschlagnahmt und zweitens spürte auch Wick den Rückgang der Heringsfischerei und so macht die Heringsfischerei heute nur noch einen kleinen Teil von Wicks Wirtschaft aus.
1922 wurde wie an vielen Orten der Welt der Verkauf von Alkohol verboten, 1930 musste die Destillerie schliessen und das Verbot bestand noch bis Anfangs des zweiten Weltkriegs 1939.
Erst 1947 wurde die Produktion unter einem neuen Besitzer wieder aufgenommen und bereits 1959 übernahm Hiram Walker, heute Allied-Domecq, die Destilliere. Hiram Walker steigerte die Produktion und Old Pulteney wurde primär für Blends verwendet. Doch irgendwann stagnierte der Markt für Blends und 1997 erlebte Old Pulteney nach einer schwierigen Zeit eine Renessaince: Inver House übernahm die Destillerie und begann den Whisky als Single Malt zu vermarkten.

Der Whisky

Neben dem hier vorgestellten 12 jährigen Whisky, bietet Old Pulteney auch 17, 21 und 30 jährige Abfüllungen, sowie einen Whiskylikör, welcher auf der 12 jährigen Abfüllung basiert, an.

Gleich zu Beginn fällt einem die aussergewöhnliche Flasche auf, welche  am unteren Hals eine Ausbuchung besitzt.
Der  zwölfjährige Old Pulteney besitzt eine goldig-rötliche Farbe.

Tastingnotizen
Nase etwas Schokolade, Vanille, Eiche, leicht Salz
Gaumen Leder, Getreide, ölig, Blumen, Butterkekse, ganz, leicht pfeffrig, wieder Salz, etwas Bananen
Abgang Vanille, etwas kurz

Mir gefällt Old Pulteney ausgesprochen gut. Der, nur leicht vorhandene, Geruch nach Leder und Salz machen diesen Whisky zu einem sehr interessanten Vertreter schottischen Whiskys, der bei mir seinen festen Platz hat und zu meinen Lieblingen gehört.

Old Pulteney macht sich auch sehr gut in einem Padovani, im Verhältnis 4:1. Im Blood & Sand ergibt er ebenso eine sehr interessante Kombination. Insbesondere die Frucht/Banane kommen hier schön zur Geltung.

Padovani

4cl Old Pulteney
1cl St. Germain Elderflower Liqour

Blood & Sand

2cl Old Pulteney
2cl Carpano Antica Formula
2cl Boudier Guignolet de Djion
2cl Orangensaft

Weitere Impressionen aus Wick findet Ihr  im Schottland Bericht 5/8, die Destillerie haben wir dabei leider nicht besucht.

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