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Schweizer Whisky: Hollen Single Malt (Weisswein)

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Die Destillerie Hollen brannte 1999, kurz nachdem das Brennen von Getreide legalisiert wurde, als erste Brennerei der Schweiz Single Malt. Ernst Bader und seine Familie konnten dabei von einer grossen Erfahrung als Brenner von Obstbränden profitieren. Allerdings hatte Ernst Bader bis zu dieser Zeit nur theoretisches Wissen über Whisky. Seinen ersten Single Malt, einen Glenfiddich 12y, bekam er am selben Tag geschenkt, als er das erste Mal seinen eigenen Whisky brannte. Wie die meisten Whiskys der Schweiz wird der Hollen Single Malt in einer Kolonen-Destille gebrannt. Im Falle von Hollen gleich dreimal (schottische Whiskys werden, bis auf ganz wenige Ausnahmen, nur zweimal destilliert). Mittlerweile werkelt der Pionier Bader bereits seit über 10 Jahren an seinem Whisky und hat mit seiner 10 Jahre alten Jubiläumsabfüllung sicherlich einen der ältesten Whiskys der Schweiz im Portfolio.

Als Fässer kommen französische Weiss (Chardonnay)- und Rotweinfässer zum Einsatz, wobei man seit kurzem dabei ist, mit amerikanischer Eiche zu experimentieren. Wer mehr über die Destillerie Hollen erfahren will, liest sich am besten den ausführlichen Bericht über die Brennerei durch.

Der heutige Whisky ist im Weissweinfass ausgebaut und mit 51.5% in Fassstärke abgefüllt. Der Whisky reifte 7 Jahre (auf der Website ist jeweils von 3 oder 7 Jahre die Rede, gemäss meinem Besuch sollte es sich hier aber um eine 7 Jahre alte Abfüllung handeln). Kostenpunkt: hohe 95 CHF inklusive Versand.

Tastingfläschchen mit Hollen Single Malt

Tastingfläschchen mit Hollen Single Malt

Tastingnotizen
Nase trockenes Holz, Tabak, Leder, etwas Pflaume, leichte Würze, z.t. leichte Noten wie Noilly Prat
Gaumen wieder trockenes Holz, Cerealien, leichte Schärfe, ölig, leicht Tabak, Trockenfrüchte
Abgang wärmend, dann lange nichts, am Schluss wieder Tabak

Diesem Whisky muss man unbedingt Zeit lassen!
Trinkt man ihn kurz nach dem Einschenken, schmeckt er eher eindimensional und vor allem scharf. Mit der Zeit legt sich aber die Schärfe und man bekommt ein interessantes Produkt geboten.

Die Nase war von Beginn weg sehr interessant, aber auch ziemlich schwierig einzuordnen. Was sofort auffällt ist die sehr trockene Holznote. Aber auch Gerüche die an Noilly Prat und Lillet Blanc erinnern, kommen zum Vorschein. Steht der Whisky dann etwas länger, dominieren die Holz- und würzigen Tabaknoten. Im Gaumen macht sich ebenfalls zuerst das Holz, gepart mit einer Getreidenote, bemerkbar. Trinkt man ihn zu früh, zerstört die Schärfe leider den Trinkgenuss, deshalb nochmals: Etwas stehen lassen. Dann wird man nämlich wiederum einer interessanten Tabaknote, einer schweren Süsse und Trockenfrüchten belohnt.

Auch der Abgang ist speziell. Zuerst eine nicht unangenehme, wärmende Schärfe. Dann sehr lange gar nichts, es macht sich bereits Enttäuschung breit über den kurzen Abgang. Aber der Brand meldet sich mit einer tollen Tabaknote zurück, die auch einige Zeit anhält.

Mir gefällt der Hollen Single Malt, ein interessanter Vertreter des “Lebenswasser”, welcher meiner Meinung nach auch mit seinen schottischen Brüdern mithalten kann.
Einziger Wermutstropfen ist der relativ hohe Preis.

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Schweizer Whisky: Stammheimer Single Malt

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swisscocktailblog bleibt der Schweiz treu und stellt ab sofort im Zweiwochen-Rythmus jeweils am Montag verschiedene Single Malts der Schweiz vor. Die Schweiz hat eine sehr junge Whisky-Tradition. Gerademal seit knapp 12 Jahren ist es in der Schweiz überhaupt erlaubt Alkohol aus Grundnahrungsmitteln, zu denen Getreide gehört, zu gewinnen. Im Vergleich zur Jahrhundertealten Tradition in Schottland ist etwas mehr als eine Dekade natürlich sehr wenig. Der älteste Whisky der Schweiz kann also maximal so alt sein wie eine Standardabfüllung in Schottland.
Viele der Schweizer Whiskys reifen auch nur gerade die gesetzlich vorgeschriebene Mindestlagerdauer von drei Jahren und sind verhältnismässig teuer.

Die Destillerie von Ernst Bader, welche 1999 den allerersten Whisky produzierte, habe ich bereits einmal vorgestellt.
Ihr findet alle vorgestellten Whiskys übersichtlich auf einer google-Karte unter der Kategorie Whisky.

Stammheimer Single Malt

Dieser Single Malt stammt aus dem Zürcher Weinland, genauer aus der Gemeinde Unterstammheim nahe zur Grenze des Kanton Thurgau. Gemeinsam mit den Gemeinden Waltalingen und Oberstammheim bildet Unterstammheim das sogenannte Stammertal, welches Schweizweit als eines der grössten Hopfenanbaugebiete bekannt ist. Auch der heute vorgestellte Whisky hat seine Wurzeln eigentlich im Hopfen.

Die Bauernfamilie Reutimann aus Unterstammheim, früher ein reiner Vieh- und Ackerbaubetrieb, aber seit langer Zeit auch mit dem Anbau von Hopfen vertraut, brachte vor einigen Jahren einen Likör auf Hopfenbasis heraus, den sogenannten “Hopfentropfen”. Dieses Produkt war als Digestif gedacht und legte den Grundstein für den immer noch anhaltenden Erfolg des Bauernhofs. Der “Hopfentropfen” ist mittlerweile weitum bekannt und beflügelt durch den Erfolg dieses Likörs zogen Reutimanns bald mit einem klaren Hopfenbrand und einem Bier nach. Gemäss eigener Aussage handelt es sich hierbei um die kleinste Bierbrauerei der Schweiz.
Neben den hopfenbasierenden Produkten kam natürlich im Laufe der Zeit der Whisky, um welchen es in diesem Beitrag hier geht, hinzu.
Der Stammheimer Single Malt wird in zwei Grössen angeboten 2dl und 5dl und kostet 24 CHF respektive 46 CHF. Beziehen kann man das Destillat entweder im Fachhandel oder direkt beim Hersteller.

Der wird aus eigener Braugerste hergestellt und reift drei Jahre in Bierfässern aus Eiche.

Der Whisky besitzt eine interessante Flasche

Der Whisky besitzt eine interessante Flasche

Tastingnotizen
Nase sehr süss, leicht Vanille, etwas Holz, leichte Würze. Ein wenig unspektakulär
Gaumen wiederum sehr süss, beinahe likörartig, würzig, leicht nussig, erinnert an Sherry, leicht zimtig, im Hintergrund etwas vegetabile Noten. Leider wird das Ganze durch die vorhandene Schärfe etwas gestört
Abgang leichtes brennen, Alkohol, unheimlich kurz

Die Nase ist doch etwas unspektakulär und erinnert an einen sehr milden Vertreter der Speyside.  Bereits in der Nase fällt die sehr prägnante Süsse auf, welche sich auch am Gaumen fortsetzt. Am Gaumen dann dreht der Whisky etwas auf und fällt mir einer leicht würzigen, sehr speziellen Süssen auf. Eventuell rührt diese von den Bierfässern her. Definitiv interessant. Weniger interessant ist der Abgang, welcher eigentlich nicht der Rede wert ist.

Im Anbetracht des für Schweizer Whisky doch eher günstigen Preises kann man diesen Whisky durchaus einmal ausprobieren. Mann macht hier sicherlich nichts falsch und als Digestif ist der Stammheimer Single Malt gut zu gebrauchen, wenn nichts Komplexes erwartet.

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Schweizer Brennkunst in Stuttgart

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Am 14. Dezember leitet Lorenz Humbel, dessen Destillerie hier auf swisscocktaiblog.ch bereits vorgestellt wurde, im Tonstudio Stuttgart durch ein Schweizer Obstbrand Tasting. Wer also mal Schweizer Obstbrände näher kennenlernen will, was ich jedem empfehle, sollte dies nicht verpassen.
Weitere Informationen findet ihr im Facebook-Event

Mich würde auch eure Meinung zum Whisky interessieren (falls er diesen mitbringt). Postet diese doch einfach als Kommentar.

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Impressionen von der SwissBarWorld 2010

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Früchte im Eis

Früchte im Eis

Bereits beim Studieren der Infobroschüre zur SwissBarWorld wurde aufgrund des Hallenplans klar, dass die SwissBarWorld grösser sein wird als noch 2009. Während man letztes Jahr geschätzte 2/3 der Halle benutzte, schien es dieses Jahr gegen 100% zu gehen.  An der Aufteilung der Veranstaltungsplattformen “Showbühne”, “Flairtendingarea”, “Forum SwissBarWorld” und “Form Pernod-Ricard” hat man festgehalten, ebenso am Grundsatz, dass es sich um eine reine Fachmesse handelt. Geändert hat man aber die Durchführungszeit und verschob die Messe um einen Tag, so dass sie 2010 sonn- und montags stattfand. Für mich natürlich eine wunderbare Änderung von der ich hoffe, dass sie nächstes Jahr immer noch Gültigkeit besitzt.

Für eine Veranstaltung ist es natürlich immer wichtig, Besucher und Aussteller zu binden. Der SwissBarWorld scheint dies, betrachtet man sich die Aussteller, gelungen zu sein. Viele der Aussteller vom letzten Jahr fanden sich auch dieses Jahr wieder ein. Komplettiert wurde dieser Reigen durch eine Anzahl neuer Aussteller bei denen es sich erfreulicherweise nicht nur um grosse Konzern sondern auch um kleinere Institutionen handelte.

Sonntag

So stürzte ich am frühen Sonntagnachmittag ins Getümmel der SwissBarWorld 2010, wobei Getümmel etwas übertrieben ist. Die Messe war zu keiner Zeit überfüllt und man konnte sich sehr frei bewegen. Die negative Interpretation dieser Tatsache wäre natürlich, dass die Messe zu wenig Besucher anlockte.

Sensorik

Los ging es mit einem Vortrag über Sensorik durchgeführt von Patrik Zbinden, den einige vielleicht von DRS3 kennen. Hier wurde dann auch schnell mit der veralteten Annahme aufgeräumt, die Zunge besitze mehrere Geschmackszonen. Ein sehr interessanter Vortrag, gerade auch, weil Herr Zbinden nicht aus dem Barbereich kommt und so etwas unbefangener an die Sache heranging, was sich dann in, auf den ersten Blick vielleicht, ungewöhnlichen und vielleicht etwas sehr theoretischen Ideen und Vorstellungen niederschlug. Ein roter Faden des Vortrags war aber die Wichtigkeit des Gesamtpaketes. Was versteht man unter einem Gesamtpaket bei einem Cocktail?
Natürlich unter anderem das Zusammenspiel von Geschmack, Geruch, Aroma und Mundgefühl. Hinzukommt aber noch der visuelle Aspekt abgesehen von der Deko, insbesondere von Schaum ist Her Zbinden begeistert, aber auch die Präsentation des Getränkes, das rundherum wie z.b. Snacks etc. sind von Wichtigkeit. Selbst das Ohr wurde nicht vernachlässigt und als Beispiel diente z.b. das Geräusch beim Ausschenken von Flaschen. All dies sind Eindrücke, welche auf den Gast einen psychologischen Effekt haben (der Effekt von Farben ist ja schon länger bekannt) und den Gast in seinem Verhalten dementsprechend beeinflussen können, sowohl positiv als auch negativ. Marketingabteilungen machen sich diese Erkenntnis schon lange zu Nutze, in dem sie z.b. mit Düften versuchen Konsumenten im Kaufhaus zum Erwerb von Produkten zu bewegen.
Ein sehr interessanter Einstieg, der Lust auf Mehr machte, deshalb zog ich dann auch gleich weiter zum nächsten Event.

Tasting von Schweizer Whisky

Die Schweiz hat noch keine lange Tradition was das Brennen von Whisky anbelangt, dementsprechend kritisch beurteilen viele Leute das Schweizer Lebenswasser. Verkostet wurden 6 Produkte, welche unter der Leitung von Hansjörg Zehnder probiert wurden. Ohne grosse Erklärungen oder Einführung ging es dann auch gleich los und wir begannen uns Notizen zu den verschiedenen Kriterien zu machen. Zu jedem Produkt gab es 20 Punkte zu verteilen, so z.b. für den Geruch oder die Frucht, was ich etwas merkwürdige Bewertungskriterien fand.
Einige warten jetzt bestimmt schon hämisch grinsend auf die Testresultate, um sich in ihrer kritischen Meinung gegenüber Schweizer Whisky, bestätigt zu sehen. Nun was soll ich sagen? Leider scheint eure Meinung grösstenteils der Wahrheit zu entsprechen. Die meisten, nicht alle, der Whisky schmeckten unreif und grün und damit meine nicht vegetabile Noten à la Heide oder Heu, sondern grün, wie zum Teil Grappa. Herr Zehnder hat uns noch einen Aberlour 10y unter die Kandidaten untergejubelt, welcher von mir auch prompt die höchste Punktzahl erhielt. Allerdings musste sich dieser den ersten Platz mit dem “Ourbeer” Whisky teilen, einem soliden Schweizer Vertreter mit eine schönen würzigen nach Dörrfrüchten schmeckenden, schweren, Note.

Eine Kochshow sowie das Ende der Gin-Trockenheit in der Schweiz

Kochen und Klaumauk

Auf der Showbühne turnten dann die bereits vom letzten Jahr bekannten Köche Thomas Krebs und sein Kompagnon herum, welche Barfood präsentierten. Noch mehr Show und Gags, die nicht besonders lustig waren, wie letztes Jahr noch weniger Inhalt als letztes Jahr, aber den Zuschauern schien es zu gefallen. Ich verliess das Ganze nach 10 Minuten. An einer Fachmesse erwarte ich dann doch etwas mehr Fachliches und nicht nur Klamauk.

Ich nutze die Zeit, um mir mal die Messen und deren Aussteller etwas genauer anzuschauen.
Neu dabei dieses Jahr war die mobile Absinth-Bar, die ich natürlich, als absolut Absinth-Unerfahrener, aufsuchen musste. Die Bar befand sich in einem kleinen Bus, dessen Seite man wie einen Marktstand mit Markise öffnen konnte. Ich wusste, dass am Freitag in der Bar zu welcher dieses mobile Pendant gehörte, der beste Schweizer Absinth prämiert wurde. Also fix den Sieger mit etwas eiskaltem Wasser verkostet. Sehr empfehlenswertes Produkt!

Etwas weiterhinten stiess ich auf casa-del-tequila, welche bereits 2009 mit einem Stand anwesend waren. Wie der Name schon vermuten lässt, ist hier Tequila angesagt. Doch das interessierte mich nur am Rande, denn ich wusste, dass dieser Shop offizieller Importeur von Geranium Gin ist und so suchte ich kurz seine Produkte durch und mein Blick blieb an einem Regal hängen, welches voller Gin war und zwar nicht einfach Gordon’s oder Tanqueray. Martin Miller Westbourne Strength, Junipero, Monkey 47, Hayman Old Tom um mal einige zu nennen. Und das Beste, die sind ab sofort im Einzelhandel erhältlich. Leider mit einem Haken. Der Preis. Wie üblich ist der Preis natürlich höher als in Deutschland und man muss mit ca. 30% -100%(The Duke Munich Dry Gin) Aufschlag rechnen. 30% sind normal, 100% erscheinen mir doch arg viel. Als Vergleichsbasis diente barfish.de

Spannende Podiumsdiskussionen und ein leckeres Whisky-Tasting

Man hat sich entschieden, die 5 Kandidaten des SwissBarAwards, dem Publikum in Form einer Podiumsdiskussion vorzustellen. Sehr interessant mal die Menschen hinter dem Tresen bzw. Cocktail zu sehen und deren Meinungen und Philosophien zu hören.
Moderatorin Jennifer Ann Gerber hatte zwar keinerlei Ahnung von der Materie machte aber zumindest einen Teil wieder mit ihrer sympathischen Art wett. Bitte nächstes Jahr wiederholen, gerne auch in einer „extended Version“ mit längerer Dauer.

Kandidaten des "Barkeeper of the year" Award

Als Whiskyfreund konnte ich mir natürlich das Whisky & Food Matching Seminar nicht entgehen lassen. Geleitet von einer deutsch sprechenden Engländerin, die man nur schon wegen ihres Dialekts mögen muss. Da wir nur zu viert waren, konnte sie sich natürlich auch mehr Zeit nehmen und nutzte diese um gleich selbst am Tasting teil zu nehmen. Um was ging es überhaupt?
Es wurden verschiedene Glenlivets und dazu passende Schokolade und Früchte gereicht. Ziel war es zu erfahren, wie gewisse Früchte oder Schokolade mit dem Whisky harmonieren (oder auch nicht). Hervorheben muss ich hierbei die Kombination Glenlivet Nadurra und Himbeeren.
Ich hab zwar in diesem Seminar nicht viel gelernt (ausser mit was Glenlivet zusammenpasst), aber unheimlich Spass gehabt.
Dies war dann auch gleich der letzte Event vor den SwissBarAwards im Club Bolero.

Montag

Die Award-Nacht hat zwar ihren Tribut gefordert, doch das konnte mich natürlich nicht davon Abhalten der SwissBarWorld auch montags einen Besuch abzustatten.

Die Schweiz zeigt was sie zu bieten hat

Simon Schmidlin präsentiert Cocktails mit Seelandspirituosen

Als erstes gleich ein Event, der mich bereits im Vorfeld brennend interessierte. Cocktails mit Seeland-Spirituosen neu interpretiert. Präsentiert wurde dies vom SwissBarAward Kandidat Simon Schmidlin.
Den Anfang machte ein Negroni bei dem der Campari mit Gran Classico Bitter ersetzt wurde, weiter ging es mit einer Abwandlung des Sazeracs bei dem der Cognac/Rye durch Pflaumenbrand substituiert wurde. Dabei blieb es natürlich nicht und es folgten weitere Drinks mit Birnen bzw. Williamsbrand. Simon Schmidlin gestaltete dieses Referat sehr informativ und kurzweilig. Schade nur, dass so wenig Besucher anwesend waren. Ob das an der “frühen” Tageszeit lag?

Zucker in Edelbränden und ein Konsumententest

Auch der nächste Beitrag fand im sehr intimen Rahmen statt, nämlich mit drei Leuten (inklusive Referentin). Thema war Zucker in Edelbränden, sowie die Erkenntnis, dass der Alkoholgehalt einer Spirituose durchaus Einfluss auf den Geschmack hat. Diese Erkenntnisse wurden durch eine Studie bzw. einen Konsumententest gewonnen, welcher von der Agroscope in Wädenswil durchgeführt und von Sonia Petignat an der SwissBarWorld vorgestellt wurde.
Bei diesem Test wurden von einer Testgruppe von 84 Personen Kirsch mit verschiedenen Alkoholgraden blind verkosten. Beim Kirsch handelte es sich um ein extra für diesen Test hergestelltes Destillat. Es hat sich dabei herauskristallisiert, dass es erst zwischen 37.5%, dem Mindestalkoholgehalt eines Kirschs und 45% Alkohol einen signifikanten Unterschied im Geschmack gab, vorher nicht. Frauen bevorzugten die erste und Männer die zweite Variante. Diesen beiden Varianten, 37.5% und 45% wurde dann versteckt etwas Zucker (3g/l) hinzugegeben und die Kandidaten mussten erneut verkosten. Mit dem Ergebnis das der 45% Kirsch, entgegen dem was man bei Zugabe von Zucker erwarten würde, schärfer wurde.
Wir konnten dieses Experiment selber durchführen und der 45% Kirsch war in meinen Augen weitaus ausgewogener, dafür weniger frisch im Geschmack. Auch war der Alkohol diesem Kirsch weitaus weniger präsent als beim 37.5%. Spannend!

Weiter ging es mit einem Vortrag über die Totalrevision des Alkoholgesetzes, von welcher einige vielleicht bereits gehört haben. Hier möchte ich nicht viele Worte darüber verlieren, da ich dieses Thema in einem separaten Beitrag behandeln möchte.

Ein Erfolg

Die SwissBarWorld hat sich mit der zweiten Ausgabe definitiv weiterentwickelt, ohne sich grundlegend zu verändern. Die vorgenommenen Anpassungen und Weiterentwicklungen taten der diesjährigen Ausgabe sehr gut. Hervorheben möchte ich z.b., dass man sich entschieden hat 2010 mehr schweizspezifische Themen zu präsentieren, was ich als absolut gelungen bezeichnen will. Doch leider bleibt eine meiner Kritiken weiterhin bestehen: Der Umgang mit den neuen Medien lässt weiterhin zu wünschen übrig. So sind die Gewinner der SwissBarAwards weder auf der offiziellen Seite noch in Facebook zu finden. Ich wünschte mir, dass man dies nächstes Jahr ändert und die Möglichkeit des Internets besser nutzt.

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swissBARworld

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Eingang SwissBarWorldVom 21. September bis zum 22. September fand in Winterthur die erste SwissBarWorld statt. Die Messe ist, anders als der BCB in Berlin, nur für Fachpublikum geöffnet. Neben verschiedenen Ausstellern fand man als Besucher auch eine Showbühne, eine Tasting Area sowie ein Forum vor.

Vortrag von Markus Blattner

Mit etwas Verspätung öffnete die Messe um ca. 11:30 und es ging sogleich los mit einem Vortrag von Markus Blattner aus der Widderbar, der auf der Showbühne in Vergessenheit geratene Spirituosen und Cocktails vorstellte. Unter anderem wurde Old Tom Gin, Chartreuse und Weisflog Bitter vorgestellt. Weisflog Bitter wurde im 19. Jh. vom deutschen Arzt Gustav Erdmann Weisflog in Zürich erfunden. Eigentlich war es es als Bitter gegen Magenversäuerung gedacht, aber wie das halt so ist, wurde diese “Medizin” schnell als Apéritif entdeckt. Zum Schluss stellte Markus Blattner noch einige alte Cocktailshaker vor, deren Funktionsweise z.t. doch sehr interessant war. Wer sich für Cocktailshaker interessiert, sollte mal bei Shakerliebe vorbei schauen.
Sehr interessanter Vortrag!

Beim umherschlendern in den Hallen der Messe merkte man relativ schnell, dass die ganze Messe relativ klein war. Sowohl Platz- als auch Besuchermässig. Eigentlich sehr angenehm, hatte man doch immer genug Platz um sich ungestört irgendwo hinzubewegen.

Barfood

Als zweites schaute ich mir den Vortrag über Barverpflegung an, welche von zwei Köchen vorgestellt wurde. Hier wurde sehr viel Show, inklusive Gesangseinlage, geboten und einige interessante Kreationen vorgestellt (Sauerkraut mit Curry). Bei einigen war ich mir allerdings nicht ganz sicher, ob die tatsächlich in eine Bar passen.

Wildfrucht-Tasting

Um ca. 13:30 wurde in der Tasting Area ein Tasting mit schweizer Wildfruchtdestillate durchgeführt. Das konnte ich mir nicht entgehen lassen. Leider füllten sich die verfügbaren Plätze nur sehr zögerlich. Ob diese Brände zu speziell sind? Das Wodka Tasting vorher war doch sehr gut gefüllt…
Wie auch immer: Das Tasting war für mich einer der Höhepunkte der Messe. Hansjörg Zehnder vom schweizer Schnaps-Forum führte durch das interessante Tasting, welches auch 6 verschiedenen Destillaten bestand. Ganz toll fand ich, dass wir umfangreiche Informationen zu Wildfrüchten allgemein, sowie Bezugsadressen zu den verkosteten Destillaten ausgehändigt bekamen. Das hätte ich mir auch an anderen Stellen gewünscht. Verkostet wurde Schlehe, Zibarte (eine Wildpflaume), Wildkirsche, Sureau (schwarzer Holunder), Kornelkirsche, Wilde Vogelbeere. Während die ersten drei Brände eher mild daherkamen, waren die letzten drei doch eher wuchtig und intensiv. Insbesondere die Kornelkirsche roch ziemlich ungeniessbar (Brennsprit), entfaltete im Mund aber interessante und leckere Noten. Begeistert war ich auch vom Brand der Wildkirsche. Aber auch die leider unverkäufliche Vogelbeere schmeckte mit ihre sehr grünen Noten interessant. Da die Brände alle von kleinen Destillerien hergestellt werden, haben die Produkte natürlich ihren Preis.

Choctails

Auf der Showbühne präsentierte Stefan Stevancsec ChocTails, also Cocktails mit Schokolade. Eine interessante Präsentation, die nicht nur Cockails beleuchtete, sondern auch Schokolade und damit verbundene Trends beleuchtete.
Natürlich wurde die Zeit auch genutzt um den neuen Mozart Dry, einen klaren Schokoladenbrand, vorzustellen, ein Produkt, dass ich mir sicherlich kaufen werde :)

Rum-Tasting

Und wieder ein Tasting: Diesmal Rum mit Jürgen Deibel. Auch hier wurden wieder sechs Proben verkostet, diesmal aber blind. Die Teilnehmer sollten zusammen erraten, um welche Rums es sich jeweils handelte. Aufgelöst wurde am Schluss. Spannende Sache (auch wenn meine persönliche Trefferquote nicht so berauschend war, aber daran lässt sich ja noch arbeiten ;) ), insbesondere Jürgen Diebel hat mich mit seinem Fachwissen nachhaltig beeindruckt!

Avantgarde Drinks

Wer ruht der rastet und deshalb gings gleich zurück zur Showbühne, wo sogenannte Avantgarde Drinks präsentiert wurden. Avantgarde Drinks sind nichts anderes als molekulare Cocktails. “Als Evolution” wurde diese Art von Drinks angepriesen, eine Meinung, die ich nicht teilen kann. Ich habe da jeweils das Gefühl, dass es mehr um Schein als um Sein geht. Nach wenigen Minuten verliess ich die Präsentation mangels Interesse und ging was essen.

Pisco-Tasting

Als Abschluss der Tastings fand ein Pisco-Tasting statt und da ich eigentlich keine Ahnung von Pisco hatte, nahm ich natürlich auch hier teil. Wiederum führte Jürgen Deibel durch das Tasting. Insgesamt wurden hier nur drei Proben verkostet. Auch dieses Tasting war wieder unheimlich informativ.

Eigentlich wollte ich dann noch das Forum besuchen, um mir Michael Zotters Vortrag über Online Medien anzuhören. Durch die Verspätung überschnitten sich das Tasting und der Vortrag, so dass ich diese Veranstaltung verpasste. Leider!

Grand Prix Havana Club 2009

Grandprix Havana Club 2009

Um 17:00 war dann eigentlich fertig für heute bzw. es war der Beginn des Grand Prix Havana Club 2009 Finales. Die erste Runde aus vier Finalisten verpasste ich. Im Nachhinen nicht besonders tragisch.
Ich weiss ja nicht was die Vorgaben waren, aber jeder der vier Finalisten aus dem zweiten Durchgang präsentierten einen Longdrink mit etwas Spirituosen und ganz viel Fruchtsaft oder sonstigen Fillern (so ab ca 12cl). In 3 von 4 Fällen mit Maracuja bzw. eine Orangensaft/Maracuja Mix (bitte korrigiert mich, wenn mich hier irre). Die Situation, welche in Deutschland immer wieder kritisiert wird, lässt sich anscheinend auch auf die Schweiz übertragen. Irgendwie ist in den Köpfen immer noch verankert, dass ein Cocktail zwingend fruchtig sein muss. Natürlich kann dies lecker sein, aber, dass gerade 100% der Teilnehmer solche Drinks kreeiren, zeugt nicht gerade von Inovation, schade.

Schlussbemerkung

Ich empfand die erste SwissBarWorld als gelungen. Mann kann sich jetzt natürlich fragen, ob es Sinn macht, Leute aus dem Hobbybereich auszuklammern. Auf der einen Seite wären diese Leute doch ein schöner Farbtupfer, auf der anderen Seite aber, wächst das Risiko eines Sauftourismus. An an der SwissBarWorld wurde viel gratis angeboten, was an einer öffentlichen Messe wohl kaum funktionieren geschweige denn wirtschaftlich wäre. Ein bisschen entäuscht bin ich von der Kommunikation. Wir befinden uns mittlerweile im 21. Jahrhundert, die neuen Medien haben sich etabliert und trotzdem findet man nirgends einen Hinweis darauf, wer jetzt denn Grand Prix Havana Club 2009 gewonnen hat. Für mich gerade in der heutigen Zeit unverständlich. Insgesamt war die Messe aber interessant, auch wenn merkte, dass z.b. Deutschland mit der Barkultur schon etwas weiter ist.

Eingang SwissBarWorld

Im nächste Beitrag werde ich von den SwissBarAwards berichten

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Fentimans Produkte in der Schweiz erhältlich

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Auf der Suche nach Bezugsquellen für Fentimans Ginger Beer und Tonic Water bin ich über silverspirits.ch gestossen.
Mixology Abonenten kennen diesen Shop bereits, da er in der Ausgabe 1/09 vorgestellt wurde. Zu dieser Zeit war ich noch kein Abonent und wusste dementsprechend nichts davon, umso erfreuter war ich.
Den Mixology Artikel findet ihr ansonsten auch hier.

Einzige Bestellmöglichkeit ist per Email was auch zügig und freundlich funktioniert. Die Flaschen (125ml) können nicht einzeln, sondern nur in 24-er Kartons für je 54 CHF gekauft werden. Das klingt jetzt zwar mengen- und preismässig nach viel für Tonic Water, aber es lohnt sich definitiv und 24 Flaschen sind auch nicht zuviel ;)

Wer nicht gleich einen ganzen Karton bestellen will, findet die Produkte auch unter http://www.pernet-comestibles.ch/index.php?id=98. Allerdings etwas teurer und mit 15 CHF Versandkosten

Was ist Ginger Beer?

Ginger Beer ist ein kohlesäurehaltiger (normalerweise) Soft Drink, der, wie der Name vermuten lässt, unter anderem stark nach Ingwer schmeckt. Fentimans Ginger Beer besitzt ausserdem eine ausgeprägte Kräuternote.
Erfunden wurde diese Getränk bereits 1700 in England. Mehr zu Ginger Beer findet ihr in der Wikipedia.

Doch für was überhaupt Ginger Beer kaufen?
Einerseits kann man es natürlich pur trinken, aber genial wird das Ganze erst als Dark & Stormy

Dark & Stormy

  • 6cl dunkler Rum (Goslings Black Seal)
  • 10-12cl Fentimans Ginger Beer
  • bei Bedarf etwas Limettensaft

Die Mischung im Tumbler auf Eis servieren (built in glass)

Was ist Tonic Water?

Jeder kennt wahrscheinlich das Tonic Water von Schweppes mit seiner ausgeprägten bitteren Geschmack, der vom Chinin herrührt (welches übrigens unter UV-Licht leuchtet ;) ). Genau wie das Ginger Beer (0.5%) von Fentimans ist Tonic Water alkoholfrei und der bekannteste Drink mit Tonic Water dürfte der Gin Tonic sein, dem ich bisher viel zu wenig Aufmerksamkeit schenkte. Definitiv ein Fehler. Ich mag meine Gin Tonic im Verhältnis 1:3 und als Gin gefällt mir der Whitley Neill ausserordentlich gut.

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Bar Beverage Magazin

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Vor kurzem bin über das Bar Beverage Magazin gestolpert, welches von denselben Leuten herausgegeben wird, welche auch Bar News, eine Schweizer Bar-Zeitschrift, veröffentlichen.

Doch was ich das Bar Beverage Magazin eigentlich?

Bei diesem Magazin handelt es sich um eine jährliche erscheinende, A4 grosse Hochglanzbroschüre, welche die Produkte aller grosser Importeure der Schweiz auflistet. Gerade für Anfänger ein gutes Nachschlagewerk, um sich mal einen groben Überblich über das Angebot in der Schweiz zu verschaffen.

Allerdings mit einem Wermutstropfen: Wie erwähnt, werden die Produkte der grossen Importeure gelistet, was mich unter anderem vermuten lasst, das hier Geld fliessen (muss), damit Produkte bzw. Anbieter ins Heft aufgenommen werden. Desweitern fehlen, vielleicht deswegen, zum Beispiel Glen Fahrn, welche der offizielle Importeuer von The Bitter Truth Produkten in der  Schweiz ist. Sehr schade, da gerade diese Produkte sehr interessant und in meinen Augen auch wichtig sind (somit findet sich nur Angostura als Cocktailbitter)
Weiters fehlen auch Produkte, welche keinen offiziellen Importeur haben, wie St. Germain oder Secret Treasures Old Tom Gin. Wer also auf der Suche nach etwas spezielleren Produkten ist, der kommt nicht darum rum, sich entweder durch Google-Ergebnisse zu wühlen oder diesen Blog zu lesen ;)

So bleibt ein für den Anfänger interessantes Heft, welches zwar vor allem übliche Verdächtige listet, aber dennoch einen Blick wert ist.
Wer interessiert ist, kann das Heft auch als Privatperson gratis bestellen.

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Willkommen

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Nach etwas längerer Absenz startet hier unter mija.ch ein Blog mit ganz neuer Ausrichtung, Themen und einem anderem Zielpublikum. Während sich mein alter Blog primär um Politik drehte, behandelt der Neue mein Hobby Bars, Spirtuosen und Cocktails.

In letzter Zeit wurden sehr viele neue Bar/Cocktail/Spirituosen Blogs aufgeschaltet und auch ich trug den Gedanken einen Blog über diese Themen schon einige Zeit mit mir herum. Das Ergebnis bzw. der erste Schritt zum Ergebnis lest ihr gerade.
Vielleicht stellt ihr euch jetzt die Frage: “Braucht die Welt tatsächlich einen weiteren Blog über dieses Thema?”.
Auch ich habe mir diese Frage gestellt und bin zum Ergebnis gekommen: “Nein, brauchen wohl nicht, aber egal” ;)
Natürlich schreibe ich diesen Blog für Jeden den es interessiert, aber auch für mich selbst. Einerseits dient der Blog als eine Art zentraler “Notizblock” in den ich Informationen, Erfahrungen, Tests etc.  zentral speichern  kann (und nicht auf hundert Notizblätter verteilt) und welche überall abrufbar sind.  Andererseits bin ich der Überzeugung, dass man dadurch, dass man seiner Leserschaft auch ein gewisses Niveau bieten will, sich schneller weiterentwickelt und verbessert als, wenn man dies “im stillen Kämmerchen” tun würde. Somit profitieren sowohl ich, als auch alle, welche diesen Blog lesen.

Eine besonderes Merkmal dieses Blogs ist, dass er, anders als die meisten anderen Blogs, aus der Schweiz stammt. Dieser Tatsache möchte ich auch gerecht werden, in dem ich immer wieder mal schweiz-spezifische Posts verfasse und Produkte oder Bars aus diesem Land vorstelle.

Wer gerne mehr über meine Person erfahren möchte, kann sich unter About informieren.

Ich wünsche euch viel Spass!
Michael

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