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Schottlandreise 1/8

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Inhaltsverzeichnis:

So, hier auf mija.ch gehts endlich weiter mit dem Blog.

Und zwar mit einem sieben teiligen Bericht über meine Schottlandrundreise. Neben der eigentlichen Reise werden auch drei Destillerien sowie drei Single Malts vorgestellt.

Teil 1: Tag 1 -3

Tag 1

Da wir mit unserem Auto reisten, dauerte die Reise auch etwas länger. Schliesslich mussten wir zuerst bis nach Amsterdam fahren, was ca. 900 km sind und dann per Fähre nach Newcastle upon Tyne. Dummerweise liegt Newcastle relativ südlich (und noch in England), somit mussten wir auch hier noch eine Kilometer abstottern, bis wir endlich Schottland erreichten.

Gestartet waren wir mitten in der Nacht vom Sonntag auf den Montag in der Hoffnung zumindest den gröbsten Berufsverkehr zu umgehen. Hat auch wunderbar geklappt, bis wir die holländische Grenze erreichten. Von da an, ca. 150km gings nur sehr schleppend voran und wir benötigten drei Stunden bis nach Amsterdam. Sehr nett, nach beinahe 24 Stunden ohne Schlaf, auch noch Stau.

Aber irgendwann war auch das vorbei und wir erreichten Amsterdam IJmuiden, wo unser Schiff, die “Princess of Norway” bereits auf uns wartete, leider aber noch nicht betret- oder befahrbar.

Princess of Norway

Also vertrieben wir uns die Zeit in einem nahegelegenen Restaurant. Sehr witzig der Blick der Kellnerin, als wir sehr bestimmt erklärt hatten, dass wir sicherlich kein Heineken wollten. Also empfahl sie uns ein dunkles Bier. Naja, schlussendlich war dieses dunkle Bier, einfach Heineken mit Farbstoff und massig Zucker.

Das Schiff selber war ganz unterhaltsam. Es gab ein Casino, ein Nachtclub etc. Die Bars auf dem Schiff sind eigentlich nicht der Rede wert und es ist jeweils empfehlenswert Whisky oder Bier zu ordern.
Ziemlich früh und totmüde fielen wir dann auch mal in die Betten bzw. die Bretter mit Matrazen drauf.

Irgendwann war dann auch diese Nacht zu Ende und wir erreichten Newcastle, und wie könnte es anders sein: Es hatte geregnet. Die Passkontrollen, sowohl in Amsterdam, als auch in Newcastle, verstehe ich bis heute nicht. Ich dachte Schengen/Dublin sei überall umgesetzt.

Tag 2

Unsere Reise führte uns der Küste nach, über Edinbourgh in das kleine Städtchen Crieff, wo wir unsere ersten Bed & Breakfast Erfahrung sammeln konnte. Verlangt in der Touristeninfo einfach nach den entsprechenden Katalogen und organisiert euren Aufenthalt selber, denn falls das Touristikbüro die Buchung übernimmt, kostet dies 4 Euros plus 10% des eigentlichen Preises. Nachdem wir unsere Unterkunft (30 Euros pro Person) bezogen hatten, mussten wir, als die guten Touristen, die wir waren, unbedingt noch den nächstgelegenen See besuchen und Fotos machen ;)

Von Crieff selbst sahen wir wenig. Am Abend zogen wir zwar etwas durch die Pubs und waren dabei angenehm überrascht von den Preisen. Das schwache Pfund merkt man deutlich oder um es anders zu formulieren: Hätte das Pfund noch seinen ursprünglichen Wert, wäre Schottland unverschämt teuer und das Preis/Leistungsverhältnis jenseits von Gut und Böse.

Bereits hier an unserem ersten Ort lernten wir die vielbesungene schottische Gastfreundschaft kennen. Einmal gestartet, wollte unser Gastvater gar nicht mehr aufhören mit guten Tipps und sonstigen Geschichten.

Auf der anderen Seite lernten wir allerdings auch die schottische Interpretation von Gastfreundschaft in der Gastronomie kennen. Die meisten Angestellten in Pubs waren im besten Fall desinteressiert und im schlimmsten Fall völlg angepisst. Dies war nicht nur in Crieff so, sondern in sehr vielen Pubs und zum Teil auch in Restaurants.

Tag 3

Am dritten Tag ging es dann endlich ins Single Malt Mekka, die Speyside. Unser Gastvater empfahl uns die Route über die sogenannten Cairngorms (wonach übrigens auch eine Brauerei benannt ist, die vorzügliches Ale herstellt), was wir natürlich taten und es nicht bereuten. Die Route war zwar länger als die Reguläre, aber die Landschaft hat uns dafür mehr als entschädigt. Sogar Skilifte gab es hier, auch wenn man als Schweizer etwas über die Grösse schmunzeln musste.

Am späteren Nachmittag kamen wir dann endlich an unserem Ziel Grantown-on-Spey an. Endlich in der Speyside ;)
Grantown ist ein typisches Südschottisches Städtchen, mit all seinem Charme. Unbedingt empfehlenswert ist das Restaurant im Garth Hotel. Abgesehen von einer schönen Single Malt Auswahl schmeckt auch das Essen vorzüglich, auch wenn man selbst hier Gemüse nur als lästige Beilage ansieht. Sprich, einfach ins Wasser geknallt; Fertig. Dafür schmeckt das Haggis (unser erstes) umso besser. Lasst euch nicht von den Zutaten abschrecken oder noch besser, informiert euch gar nicht was drin ist ;)

Das wars fürs erste.

Morgen werde ich euch zwei Destillieren vorstellen.

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The Dalmore 12y

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Heute möchte ich euch den Dalmore 12y einen schottischen Single Malt aus den Highlands vorstellen. Dalmore wird in der Nähe von Aleness etwas nördlich von Iverness hersgestellt und die Destillerie wurde ca. 1839 von Alexander Matheson gegründet. Seit 2007 befindet sie sich im Besitz von United Spirits Limited.

Das Symbol von Dalmore, der Hirsch (Stag), ein Zwölfender, basiert auf auf einer Legende, nach der im Jahre 1263 ein Vorfahre des McKenzie Clans König Alexander III mit einem einzigen Pfeil vor einem Hirsch gerettet hat. Dankbar gewährte der König dem Vorfahr das Recht fortan einen Hirschkopf auf seinen Waffenröcken zu tragen. Da sich die Destillerie lange im Besitz des McKenzie Clans befand, übernahm man dieses Symbol auch für den Whisky.

Doch nun zum Produkt:
The Dalmore 12yWährend frühere Ausführungen des Dalmore 12y 70% in amerikanischen Eichenfässern und 30% in Oloroso Sherry Fässern lagerte, beträgt der heutige Anteil 50/50.

Der Dalmore kommt in einer schicken schwarzen Kartonverpackung, welche neben dem Whisky auch eine kleine, schön aufgemachte Broschüre mit den anderen Produkten von Dalmore enthält.

Die Farbe des Whisky kann man am ehesten als Mahagonifarben bezeichnen (leicht rötlich).
In der Nase fällt sofort der Duft von Wiese/Gras auf, welchem bald subtile Noten von Honig und Vanille folgen, sowie eine leicht fruchtige Note. Wer hier Torf oder Rauch sucht, ist definitiv am falschen Ort.

Der angenehme Duft nach Gras findet sich dann auch am Gaumen wieder. Doch hier gesellt sich noch der Geschmack von Bittterorangen dazu, welcher mich an Cointreau erinnert. Natürlich wird die Intensität dieses Likörs bei weitem nicht erreicht, was auch sehr verwunderlich wäre, trotzdem war dies die erste Assozation welche mir beim Trinken in den Sinn kam. Hinzukommt, wie in der Nase, wieder ein schöner Honiggeschmack.

Den Abgang finde ich relativ unspektakulär, bleibt aber noch lange in Form von Getreide und Malz im Mund hängen. Ich bin der Meinung ganz leichte (Betoung auf “ganz leicht”) Rauchtöne zu schmecken.

Ich finde den Dalmore 12y eine tolles Produkt.
Sicherlich kein Charakterkopf wie z.b. Laphroaig 10y, aber es muss auch nicht immer ein Torf/Rauch Monster von Islay sein. Gerade der nach Wiese/Gras duftende Charakter gefällt mir.

In meinen Augen auch empfehlenswert für jemanden der den Einstieg in die Welt der (schottischen) Single Malts versucht.

Zu beziehen gibt’s diesen Tropfen für ca. 66 CHF bei Glen Fahrn oder schuewo.ch. Wer in Winterthur wohnt, kann auch beim Traité an der Stadthausstrasse vorbeischauen. Allerdings kenne ich hier den Preis nicht.

So, das war’s mit der ersten Produktvorstellung. Ich hoffe ihr hattet Spass und auf baldiges “wiederlesen”!

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