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Old Pulteney 12y

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Geschichte

Die Old Pulteney Distillerie befindet sich in Wick, einem kleinem Städtchen ganz im Nordosten Schottlands, nahe von John o’ Groat’s, einem bekannten Touristenziel. Old Pulteney ist die nördlichste Destillerie auf dem schottischen Festland.

Wicks Einwohnerzahl beträgt etwas über 7000 (2004) und die Geschichte von Wick lässt sich bis zur norwegischen Herrschaftzeit zurückverfolgen. Im Jahr 1266 ging Wick in den Besitz Schottlands über. Der Name “Wick” rührt wahrscheinlich vom norwegischen Wort für Bucht (vik) her und wie man aufgrund des Namens vermuten kann, liegt Wick am Meer und war einst ein wichtiger Umschlagsplatz für die Heringsfischerei im 19. Jahrhundert.  Den Höhepunkt der Heringsfischerei wurde Anfangs des 20. Jahrhundert erreicht, als über tausend Fangschiffe jeweils von Wick ausliefen.

Viel Arbeit, bedeutete auch viele durstige Arbeiter, die bis zu 3000 Liter Whisky pro Woche konsumierten.
So errichtete James Henderson 1826 die Destilliere in Pulteneytown, was damals eigenständig war und erst 1902 in Wick eingegliedert wurde.
Als die Destillerie gebaut wurde, war die Destillerie nur schwer über den Landweg erreichbar, deshalb wurde sowohl das Getreide als auch das Endprodukt, der Whisky, jeweils per Schiff transportiert.

Gemäss zeitgenössen Quellen zufolge, war der ursprüngliche Old Pulteney ein wahres Torfmonster. Mangels alternative Brennstoffe wurden z.b. selbst die Brennblasen mit Torf befeuert.

Die florierende Wirtschaft, welche primär auf dem Heringfang aufbaute, erlebte im 20. Jahrhundert zwei grosse Rückschläge. Erstens wurden im ersten Weltkrieg die Fangschiffe von der Marine beschlagnahmt und zweitens spürte auch Wick den Rückgang der Heringsfischerei und so macht die Heringsfischerei heute nur noch einen kleinen Teil von Wicks Wirtschaft aus.
1922 wurde wie an vielen Orten der Welt der Verkauf von Alkohol verboten, 1930 musste die Destillerie schliessen und das Verbot bestand noch bis Anfangs des zweiten Weltkriegs 1939.
Erst 1947 wurde die Produktion unter einem neuen Besitzer wieder aufgenommen und bereits 1959 übernahm Hiram Walker, heute Allied-Domecq, die Destilliere. Hiram Walker steigerte die Produktion und Old Pulteney wurde primär für Blends verwendet. Doch irgendwann stagnierte der Markt für Blends und 1997 erlebte Old Pulteney nach einer schwierigen Zeit eine Renessaince: Inver House übernahm die Destillerie und begann den Whisky als Single Malt zu vermarkten.

Der Whisky

Neben dem hier vorgestellten 12 jährigen Whisky, bietet Old Pulteney auch 17, 21 und 30 jährige Abfüllungen, sowie einen Whiskylikör, welcher auf der 12 jährigen Abfüllung basiert, an.

Gleich zu Beginn fällt einem die aussergewöhnliche Flasche auf, welche  am unteren Hals eine Ausbuchung besitzt.
Der  zwölfjährige Old Pulteney besitzt eine goldig-rötliche Farbe.

Tastingnotizen
Nase etwas Schokolade, Vanille, Eiche, leicht Salz
Gaumen Leder, Getreide, ölig, Blumen, Butterkekse, ganz, leicht pfeffrig, wieder Salz, etwas Bananen
Abgang Vanille, etwas kurz

Mir gefällt Old Pulteney ausgesprochen gut. Der, nur leicht vorhandene, Geruch nach Leder und Salz machen diesen Whisky zu einem sehr interessanten Vertreter schottischen Whiskys, der bei mir seinen festen Platz hat und zu meinen Lieblingen gehört.

Old Pulteney macht sich auch sehr gut in einem Padovani, im Verhältnis 4:1. Im Blood & Sand ergibt er ebenso eine sehr interessante Kombination. Insbesondere die Frucht/Banane kommen hier schön zur Geltung.

Padovani

4cl Old Pulteney
1cl St. Germain Elderflower Liqour

Blood & Sand

2cl Old Pulteney
2cl Carpano Antica Formula
2cl Boudier Guignolet de Djion
2cl Orangensaft

Weitere Impressionen aus Wick findet Ihr  im Schottland Bericht 5/8, die Destillerie haben wir dabei leider nicht besucht.

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Blamage für schottischen Whisky

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So oder ähnlich klang es heute in vielen Zeitungen bzw. deren Onlineportalen.
Doch worum geht es dabei überhaupt?

In Schottland wurde kürzlich ein Blindtasting mit 4 schottischen/englischen und einem taiwanesischen Whisky durchgeführt und wie der zugegebenermassen sehr reisserische Titel vermuten lässt, schnitt der taiwanesische Whisky mit dem Namen “Kavalan” am Besten ab.  Soweit, so gut, in meinen Augen ist das Ergebnis nämlich nur halb so wild wie von den meisten Medien kolportiert wird. Einige gingen sogar soweit, den Kavalan kurz zum besten Whisky zu küren.

Wer jetzt im Testfeld irgendwelche grosse Single Malts oder bekannte Blends vermutet, wird wahrscheinlich enttäuscht werden (ich zumindest war es):

  • Langs Supreme 5y (Blend)
  • King Robert 3y (Blend)
  • St George’s English malt (Single Malt)
  • Bruichladdich 4x+3 3y (Single Malt*)
  • Kalavan 2y

* mit vierfacher Destillation (bis auf 90%), kein typischer Vertreter schottischer Whiskys.

Dieser Vergleich und das daraus von den Medien gezogene Fazit finde ich aufgrund mehrer Tatsachen etwas problematisch.

1. Single Malts/Blends

Man sollte sich schon fragen, ob es tatsächlich Sinn macht Blends und Single Malts in einer Verkostung zu vergleichen.
In meinen Augen tut es das nicht.  Erstens enthält ein Blend Whiskys aus verschiedenen Destillieren (plus evtl. Grain Whisky). Durch dieses Mischen sind Blends wohl auch etwas zugänglicher als Single Malts (als extreme Beispiele seien verschiedene Vertreter Islays genannt)

2. 3 Jahre sind nicht gleich 3 Jahre

Wie bereits die Times bemerkt (übrigens ein schöner Bericht) entspricht ein 3 jährige Whisky aus wärmeren Gefilden, wozu Taiwan sicherlich gehört keineswegs dem gleichaltrigen Pendant aus Schottland. In Schottland reift Whisky klimabedingt langsamer als in Taiwan. Das heisst der zweijährige Whisky aus Taiwan ist reifer als ein dreijähriger Whisky aus Schottland, was sich natürlich auch im Geschmack niederschlägt.

3. Das Testfeld

Die Medien haben sich grösstenteils nicht die Mühe gemacht, das ganze Tasting mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen, ansonsten hätten sie wohl gemerkt, dass die getesteten schottischen Whiskies keineswegs Schottland repräsentieren. Vielmehr wurden ähnlich alte, bzw. in diesem Fall sehr junge, Whiskies verkostet. Hier von einer Blamage für schottische Whiskies zu sprechen, ist doch mehr als tendenziös und zeigt, dass man sich überhaupt nicht mit dem Thema auseinandergesetzt und einfach eine toll klingende Schlagzeile übernommen hat.

4. Subjektivität

Genuss von Whisky ist immer höchst subjektiv. Für einige ist Torf die Offenbahrung, für andere ein Brechmittel. Einige mögen fruchtige Whiskies, andere nicht und so weiter.

Kurz, hier wurde ein eigentlich relativ unspektakuläres Tasting aufgebauscht, hauptsache es klingt toll.
Was nicht heissen soll, dass der taiwanesische Whisky schlecht ist (ich kenne ihn nicht), nur dass es eben nicht die gross herausposaunte Blamage für Schottland ist.

Zum Schluss noch der Bericht der taz http://www.taz.de/1/wahrheit/artikel/1/schottischer-whisky/ (da sich der Beitrag im Satireteil befindet, gehe ich davon aus, dass es sich auch um solche handelt)

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The Glenrothes Select Reserve

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Die Geschichte

Die Glenrothes Destillerie befindet sich in der sogenannten Speyside in der Ortschaft Rothes. Als zweite Destillerie, nach Glen Grant, wurde die Destillerie 1878 von James Stuart & Co. erbaut. Am 28. Dezember 1879 wurde der erste Whisky produziert, genau am selben Tag, an welchem Tay Bridge Disaster passiert, bei dem eine Zugbrücke einstürzte und dabei alle 75 Passagiere eines Zuges in den Tod riss.
Als man 1897 dabei war zwei weitere Pot-Stills zu installieren, brach ein Feuer aus, welches die Destillerie schwer beschädigte. Leider blieb  es nicht bei diesem einen Zwischenfall, den 1922 zerstörte ein weiteres Feuer 900000 Liter Whisky im Lagerhaus Nr1. Der grösste Teil dieses Whisky floss in den Burn of Rothes, welcher direkt durch die Ortschaft fliesst. 1923 wurde der Blend Cutty Sark von Berry Brothers, den Besitzern von Glenrothes auf den Markt gebracht. Abgesehen von Cutty Sark findet Glenrothes auch Verwendung in Famous Grouse, J&B, Dewars und Chivas Regal.
Im Laufe der Jahre stieg die Nachfrage nach Glenrothes immer weiter, so dass man immer mehr Potstills hinzufügte. Heute finden sich in der Destillerie ganze 10 dieser Potstills.

Erst 1989 wurde mit der 12 jährigen Abfüllung ein eigner Single Malt produziert und das von Glenrothes bekannte Vintage-Konzept (siehe unten) kam sogar erst 1994 auf den Markt.

Die Produktion

Glenrothes verkauft seine Produkte primär als Vintage-Produkte. Das heisst, man wählt die besten Fässer eines Jahrgangs aus und füllt diese ab. Im Unterschied dazu füllen viele andere Destillieren ihre Whisky’s nach Alter und nicht nach Jahrgang aus.
Der Whisky reift sowohl in Bourbon- als auch in Sherryfässern (Oloroso Sherry), was ihm neben fruchtigen Noten auch eine gewisse Würze gibt.
Das Malz stammt grösstenteils aus der Tamdhu Destillerie, welches nur wenige Kilometer südwestlich von Rothes befindet.
Glenrothes verwendet hohe Potstills und destilliert sehr langsam, schlussendlich resultiert daraus ein ca. 70%iger Brand, der in die Fässer abgefüllt wird.

Der Whisky

Ich stelle euch heute den sogenannte Select Reserve vor, ebenfalls ohne Jahrgangsangabe, aber kein Vintage-Whisky. Auch dieser Whisky wurde in Bourbon- sowie Sherryfässern gereift und kommt in der Glenrothes-typischen Flasche daher.

Glenrothes Select Reserve

Tastingnotizen
Nase Butterkekse, leicht holzig, Vanille, Frucht (Birne), Stroh
Gaumen wieder Kekse, fruchtig, leichte Würze, Getreide, leichte Schärfe
Abgang Orangen, Nuss, leicht bitter

Ein sehr solider Vertreter der Speyside. Insbesondere die vom Sherryfass herrührende Würze hat es mir angetan, da sie wunderbar mit der Frucht und dem Keks bzw. dem Getreideähnlichem Geschmack harmonieren. Der Preis ist mit ca. 75 CHF aber nicht ganz günstig. Wer hier Rauch oder Torf sucht, ist definitiv am falschen Ort (wie fast überall in der Speyside). Wer aber nach einem Vertreter der Speyside sucht, kann hier zuschlagen.

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Schottlandreise 7/8

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Nächste Station: Oban, wo sich auch die gleichnamige Destillerie mittem im Städtchen befindet und sogar ihr Wasser von der normalen Trinkwasserversorgung erhalten.

BurgBurg auf dem Weg nach Oban

Das Wetter in Oban spielte leider überhaupt nicht mit. Regen und Wind dominierten die Wetterlage.
Wir wussten zwar, dass Oban eine Destillerie besitzt und wir kannten auch den Whisky, doch wir waren einigermassen erstaunt, dass wir gleich an einer Strasse mittem im Zentrum von Oban auf die Destilliere treffen. Diese Gelegenheit konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Gleich zu Beginn der Führung bekamen wir die ganze Schweinegrippe-Hysterie zu spüren, denn anders als bei Aberlour oder Benriach wurden hier sämtliche Getreideproben unter Verschluss gehalten und nur von weitem herumgezeigt. Naja.

Die Führung selbst war sehr theoretisch gehalten. Von der Destilliere sahen wir leider nicht viel. Zwar konnten wir die Pot-Stills sowie die Mashtuns von nahmen begutachten, mehr war aber nicht drin. Die Erklärungen des Guides waren sehr interessant und sehr technisch gehalten. Oder um es etwas zynischer zu formulieren: Ich hätte auch ein Buch über Oban lesen können. Wir konnten dann noch ein paar Tropfen [sic] direkt vom Bourbonfass, sowie den 14 Oban. Wenigstens gab es ein schönes Glas als Geschenk.

Das Städtchen Oban war dann sehr schön anzusehen und am Abend fanden wir dann ein schönes Pub (ich glaube wir waren die einzigen Touristen), in welchem wir einen whiskylastigen Abend verbrachten.

Am nächsten Tag ging es dann endgültig zurück Richtung Newcastle. Wir liessen die für Schottland typische Landschaft hinter uns und fuhren nach Stirling, welche doch sehr viel englischer wirkte als andere schottische Städte. Auch entstand bei mir der Eindruck, dass Stirling finanziell einiges besser gestellt ist als beispielsweise Wick (rein vom optischen).

Kirche in Stirling

In Stirling befindet sich auch das sogenannte William Wallace Monument ein Wahrzeichen und eine Art “Muesum”  zu Ehren des gleichnamigen schottischen Nationalhelden. Natürlich ist der Spass nicht kostenlos und die ganzen Informationen, welche man über Schottland und seinen Helden findet, sind eher Selbstbeweihräucherung. Dafür ist die Aussicht von der Spitze des Monuments grandios.

William Wallace MonumentWilliam Wallace Monument

Wer eine Reise nach Stirling plant, sollte unbedingt das Garfield House (B&B) in Betracht ziehen. Absolut geniale Unterkunft und dabei preislich sehr vernüftig (28 Pfund pro Person)

Das wars mit Schottland.
Am nächsten Tag verliessen wir Schottland und fuhren in Richtung Süden. Da wir noch sehr viel Zeit hatten, beschlossen wir, dass wir nicht einfach die Autobahn nehmen, sondern kleine Umwege, um noch ein paar Dinge auf dem Weg anzuschauen. Also fuhren wir an Edinbourgh vorbei Richtung Lockerbie. Von dort hielten wir uns östlich und konnten dabei sogar einen Blick auf den berühmten Hadrian-Wall werfen (bzw. wo er war und was noch vorhanden war).

Wasserfall

Landschaftlich ist das nördliche England doch anders als Schottland. Sanfte, grüne Hügel und weite Wiesen dominieren das Bild. Eine willkommene Abwechslung nach den kargen Highlands.
Unser Ziel war eigentlich Alnwick, eine mittelgrosse Stadt in Küstennähe. Die wenigen, und damit meine ich wirklich wenige, B&Bs waren alle bereits besetzt und so mussten wir uns wohl oder übel nach anderen Übernachtungsmöglichkeiten umsehen.
Schlussendlich führte uns unsere Reise in das beschauliche Warkworth, ein sehr schönes Dorf, welches direkt am Meer liegt und sehr interessante Burg besitzt.

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Schottlandreise 4/8 (Whisky Vorstellung)

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Heute möchte ich euch den Aberlour Sherry Matured Single Cask vorstellen. Diesen Whisky kann nur direkt in der Aberlour Distellerie im Warehouse n1 gekauft beziehungsweise selber abgefüllt werden. Das heisst vom abfüllen in die Flasche bis zum Etikettieren kann alles selbst erledigt werden. Der  ganze Spass kostet aber auch genug, genauer 60 Pfund, was mit Kartengebühren 102 CHF beträgt.

Die Destillerie habe ich ja bereits in Teil 2 des Schottlandspecials vorgestellt, kommen wir also direkt zum Whisky (daher auch ein relativ kurzer Post)

Der Aberlour reifte 15 Jahre im Sherryfass und wurde mit 56.3%  vom Fass 6041 abgefüllt. Er kommt in einer schicken Holzverpackung daher.

Die Farbe ist ein dunkles rot-braun.
Bereits in der Nase macht sich ein intensiver Duft nach Sherry-Fass bemerkbar, begleitet von leichten, trockenen Holztönen. Auch etwas Karamel ist dabei.
Am Gaumen merkt man die 56.3% definitiv, der Whisky ist unverdünnt relativ scharf und ein paar Tropfen Wasser wirken hier Wunder und runden den Geschmack schön ab. Auch hier macht sich eine gewisse Trockenheit bemerkbar, ebenso eine leichte Frucht, sowie (wieder) der intensive Sherry-Geschmack. Gegen Ende ganz leichter Rauch.
Der Abgang ist sehr lang, irgendwie leicht bitter, wiederum trocken und leicht nach Getreide schmeckend. Sehr schön!

Insgesamt ein schönes Produkt von Aberlour. Der Geschmack ist relativ komplex wie ich finde, da sind noch einige Geschmacksnoten, welche ich bisher nicht benennen konnte. Um das Produkt zu ergattern, muss man zwangsläufig eine Reise nach Schottland unternehmen, was aber auch nicht wirklich traurig ist :)

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Whisky Schiff 2009, Luzern

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Zu dritt kamen wir um ca. 18:00 beim Whisky-Schiff an, welches sich tollerweise gleich beim Bahnhof Luzern befand. Eintritt kostete 10 CHF, plus 3 CHF für ein Tastingglas, sowie 1 CHF pro Jeton, mit welchen man die Degustationen bezahlte. “Whisky-Schiff” ist eigentlich der falsche Begriff, richtigerweise müsste es “Whisky-Schiffe” heissen, da sich die ganze Veranstaltung über drei Schiffe erstreckte, welche man bequem über kleine Stege erreichte.

Als wir ankamen waren die  Schiffe schon relativ gut besucht und ich war erstaunt, neben uns selbst, soviele Junge Leute anzutreffen. Hätte ich nicht gedacht. Neben dem Degustieren von Whisky, befand sich auf einem Schiff eine Raucherlounge, auf wieder einem anderen ein Restaurant sowie Whisky-Glace. Desweiteren konnte man sich an verschiedenen Grilladen gütlich tun. Anders als an der Spiritissima, an welcher neben Whisky auch andere Produkte, wie Cognac, Rum und verschiedene Liköre angeboten wurden, konzentriete man sich hier primär auf Whisky. Rum konnte man zwar an 1-2 Ständen degustieren. Das wars dann aber auch.
Erwähnenswert waren allerdings die verschiedenen schottischen “Ales”, welche ebenso angeboten wurden.

Preislich war das Ganze sehr fair. Standardabfüllungen kosteten zwischen 1 – 3 CHF für 1cl. Wer wollte, konnte natürlich auch speziellere/ältere Abfüllung verkosten, welche dann auch bis ca. 50 CHF kosteten (war zumindest das Teuerste was ich fand). Geld habe ich trotzdem genug liegen gelassen…

Ich empfand auch die Stimmung als sehr gemütlich, man fühlte sich wohl und wurde von den Ausstellern auch beraten, wenn man z.t. etwas ratlos vor den Flaschen stand und sich nicht entscheiden konnte. Einige nahmen sich mehr Zeit, einige weniger. Positiv hervorheben muss ich hier die Leute von Glen Fahrn.

Ich werde nächstes Jahr auf jeden Fall wieder nach Luzern reisen!

Zum Schluss möchte ich noch ein paar Produkte erwähnen, die mir besonders gefallen haben.

Tamdhu 34y

34 Jahre verbrachte dieser Single Malt im Fass und besitzt als “Cask-Strength” nur noch knapp über 40 Volumenprozent. Ein milder Speyside Malt, der in der Nase leicht salzig und würzig ist. Am Gaumen süss, nach Beeren duftend und ein Anflug von Banane.

Glencadam 10y

Der Geruch von reifen Bananen erschlug mich hier fast. Dachte eigentlich, dass ich diese Art von Single Malt nicht mag, so kann man sich irren. Der Geruch nach reifen Bananen setzt sich auch am Gaumen fort. Dazu gesellt sich eine leichte Honignote, sowie ein Geschmack von Blumen (genauer kann ich es auch nicht definieren ;) )

Glenmorangie Signet

Die zehnjährige Standardabfüllung von Glenmorangie mag ich ja überhaupt nicht, aber vom Signet habe ich schon viel gutes gehört. Die Abfüllung schmeckt sehr stark nach Kakao und bitterer, dunkler Schokolade. Ein interessantes Erlebnis, welches mit über 200 CHF aber relativ teuer ist. Das Preisleistungsverhältnis empfinde ich ehrlichgesagt, nicht gerade als gut. Aber das ist wohl Geschmackssache.


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The Dalmore 12y

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Heute möchte ich euch den Dalmore 12y einen schottischen Single Malt aus den Highlands vorstellen. Dalmore wird in der Nähe von Aleness etwas nördlich von Iverness hersgestellt und die Destillerie wurde ca. 1839 von Alexander Matheson gegründet. Seit 2007 befindet sie sich im Besitz von United Spirits Limited.

Das Symbol von Dalmore, der Hirsch (Stag), ein Zwölfender, basiert auf auf einer Legende, nach der im Jahre 1263 ein Vorfahre des McKenzie Clans König Alexander III mit einem einzigen Pfeil vor einem Hirsch gerettet hat. Dankbar gewährte der König dem Vorfahr das Recht fortan einen Hirschkopf auf seinen Waffenröcken zu tragen. Da sich die Destillerie lange im Besitz des McKenzie Clans befand, übernahm man dieses Symbol auch für den Whisky.

Doch nun zum Produkt:
The Dalmore 12yWährend frühere Ausführungen des Dalmore 12y 70% in amerikanischen Eichenfässern und 30% in Oloroso Sherry Fässern lagerte, beträgt der heutige Anteil 50/50.

Der Dalmore kommt in einer schicken schwarzen Kartonverpackung, welche neben dem Whisky auch eine kleine, schön aufgemachte Broschüre mit den anderen Produkten von Dalmore enthält.

Die Farbe des Whisky kann man am ehesten als Mahagonifarben bezeichnen (leicht rötlich).
In der Nase fällt sofort der Duft von Wiese/Gras auf, welchem bald subtile Noten von Honig und Vanille folgen, sowie eine leicht fruchtige Note. Wer hier Torf oder Rauch sucht, ist definitiv am falschen Ort.

Der angenehme Duft nach Gras findet sich dann auch am Gaumen wieder. Doch hier gesellt sich noch der Geschmack von Bittterorangen dazu, welcher mich an Cointreau erinnert. Natürlich wird die Intensität dieses Likörs bei weitem nicht erreicht, was auch sehr verwunderlich wäre, trotzdem war dies die erste Assozation welche mir beim Trinken in den Sinn kam. Hinzukommt, wie in der Nase, wieder ein schöner Honiggeschmack.

Den Abgang finde ich relativ unspektakulär, bleibt aber noch lange in Form von Getreide und Malz im Mund hängen. Ich bin der Meinung ganz leichte (Betoung auf “ganz leicht”) Rauchtöne zu schmecken.

Ich finde den Dalmore 12y eine tolles Produkt.
Sicherlich kein Charakterkopf wie z.b. Laphroaig 10y, aber es muss auch nicht immer ein Torf/Rauch Monster von Islay sein. Gerade der nach Wiese/Gras duftende Charakter gefällt mir.

In meinen Augen auch empfehlenswert für jemanden der den Einstieg in die Welt der (schottischen) Single Malts versucht.

Zu beziehen gibt’s diesen Tropfen für ca. 66 CHF bei Glen Fahrn oder schuewo.ch. Wer in Winterthur wohnt, kann auch beim Traité an der Stadthausstrasse vorbeischauen. Allerdings kenne ich hier den Preis nicht.

So, das war’s mit der ersten Produktvorstellung. Ich hoffe ihr hattet Spass und auf baldiges “wiederlesen”!

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